Wenn - wie aktuell - Temperaturen von bis zu 39 Grad herrschen, scheint auch die Sonne verstärkt und schädigt dadurch die Haut. Um sich vor UV-Strahlen zu schützen, sind Sonnencremes unverzichtbar. Stiftung Warentest hat in ihrer 7. Ausgabe des Jahres 2019 verschiedene Sonnenschutzmittel unter die Lupe genommen.

Cremes, Lotionen und Sprays von günstig bis teuer, aus Apotheken, Super- und Drogeriemärkten und Discountern wurden von den Experten getestet. Das grobe Fazit: Fast alle der 19 Sonnencremes können überzeugen. Elf Sonnenschutzmittel schneiden insgesamt gut ab, sechs davon sogar sehr gut. Unter den sechs besten Produkten sind auch billige Produkte aus Discountern oder Drogerien.

Stiftung Warentest testet Sonnencremes: Welche ist der Testsieger?

Der Testsieger ist die "dm Sundance Sonnenmilch" mit einer Testnote von 1,3. Diese ist schon für 1,23 Euro pro 100 Milliliter zu haben. Dicht gefolgt von der "Elkos Sun Sonnenmilch" von Edeka, welche mit 1,10 Euro pro 100 Milliliter sogar noch etwas günstiger ist.

Die letzten Plätze des Tests belegen ausgerechnet zwei teure Produkte: Das "The Ritual of Karma Sun Protection Milky Spray" von Rituals für 9,30 Euro pro 100 Milliliter und die "Speick Sun" Sonnencreme für 21,70 Euro pro 100 Milliliter. Sie unterschreiten den angegebenen Sonnenschutzfaktor und wurden daher mit mangelhaft bewertet.

Das Sonnenspray von Rituals enthält zudem einen kritischen Duftstoff mit dem Namen Lilial. Bislang ist unklar, ob Lilial beim Menschen die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder das Erbgut verändern kann. Damit bleibe ungewiss, ob und in welchen Konzentrationen Lilial in Kosmetikprodukten sicher ist, sagen die Experten.

Die günstigsten Sonnencremes sind die besten

Bereits im letzten Jahr hat Stiftung Warentest Sonnencremes getestet. Das Ergebnis zeigte damals: Für hochwertige Sonnencremes muss man nicht viel Geld ausgeben.Die diesjährigen Testergebnisse bestätigen das. "Der Preis sagt nichts über die Qualität der geprüften Mittel aus", erklärt die Stiftung. Das günstigste Produkt im Test schütze ebenso zuverlässig wie solche, für die zehn oder sogar über 30 Euro zu zahlen sind.

Sind Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor besser?

Sonnenschutzmittel mit einem Faktor von 50 oder 50+ sollten laut test.de vor allem Menschen verwenden, die eine helle Haut haben. Auch Kinder und Wassersportler benötigen einen hohen Lichtschutzfaktor.

Falsche Versprechen nicht selten

Auf allen aktuell geprüften Tuben und Flaschen prangt das Wort "wasserfest". Doch auch Sonnencremes und Sprays, die so beworben werden, können beim Baden einen Teil ihrer Schutzwirkung einbüßen. Selbst wenn die Mittel nach zweimal 20 Minuten Baden nur noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bieten, dürfen sie laut internationaler Norm "wasserfest" heißen, erklärt das Testmagazin. Das kann beim Verbraucher eine trügerische Sicherheit erzeugen.

Physikalisch oder chemisch: Welche Sonnencreme ist besser?

Zudem ist Sonnencreme nicht gleich Sonnencreme. Es gibt zwei verschiedene Arten von UV-Filtern, erklärt der Münchner Hautarzt Christoph Liebich vom Berufsverband Deutscher Dermatologen. Weiter verbreitet ist Sonnencreme mit chemischen Filtern, die in die Haut einziehen. Physikalische UV-Filter dagegen bleiben an der Hautoberfläche - und erzeugen dort eine weißliche Färbung.

Inzwischen gibt es auch Sonnencremes, die chemische und physikalische Filter kombinieren. Welcher Filter besser ist, lässt sich so einfach nicht sagen. Hohe Lichtschutzfaktoren wie 50+ waren früher nur mit mineralischer Sonnencreme möglich. Inzwischen schaffen das aber auch chemische UV-Filter. Angst vor Hautirritationen durch die Chemie sind weitestgehend unbegründet: Nach Angaben der Deutschen Haut- und Allergiehilfe sind alle chemischen Filter in heute erhältlichen Produkten toxikologisch unbedenklich. Das Allergierisiko ist damit verschwindend gering.

"Damit machen sie eigentlich nichts verkehrt", sagt Liebich. "Dass Chemikalien in die Haut aufgenommen werden, passiert ja bei jeder Hautcreme." Einige chemische UV-Filter stehen allerdings im Verdacht, hormonell zu wirken. Schwangeren und kleinen Kindern empfiehlt der Hautarzt daher eher mineralische Filter - "einfach um auf Nummer sicher zu gehen."