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Reifenwechsel

Schnell wechseln, bevor der erste Schnee fällt: Die sieben wichtigsten Fakten zum Winterreifen

Auch der schönste Herbst geht irgendwann zu Ende und muss Regen und Schnee weichen. Damit unterwegs trotzdem alles glatt läuft, gibt es beim Umstieg auf Winterreifen einiges zu beachten.
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Damit das Profil von Winterreifen nicht allzu schnell schwindet, sollten Autofahrer behutsam aufs Gas- und Bremspedal treten - und den Reifendruck im Auge behalten. Foto: Oliver Berg/dpa
Damit das Profil von Winterreifen nicht allzu schnell schwindet, sollten Autofahrer behutsam aufs Gas- und Bremspedal treten - und den Reifendruck im Auge behalten. Foto: Oliver Berg/dpa

Dieser Herbst war so warm und sonnig, dass viele Autofahrer den anstehenden Reifenwechsel wohl erst einmal hinten angestellt haben. "Von Oktober bis Ostern" lautet die alte Reifenwechsel-Weisheit - es wird nun also höchste Zeit für den Umstieg auf die Winterversion. Wie der jährliche Reifenwechsel problemlos, schnell und möglichst wenig nervig erledigt wird, zeigen die folgenden sieben Tipps:

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1. Der richtige Untergrund für den Wagenheber

Wer sich selbst an den Reifenwechsel wagen will, sucht sich dafür zuerst einen festen, ebenen Grund. Der TÜV warnt: Auf Kopfsteinpflaster oder einer abschüssigen Straße könnten Wagenheber nämlich einklappen. In einem solchen Fall drohen schwere Verletzungen und Beschädigungen an Radaufhängungen oder Schwellern. Der Wagenheber darf auch nicht verkanten und sollte nur an den dafür vorgesehenen Stellen angesetzt werden, die für die auftretenden Kräfte ausgelegt sind. Wo sich die Aufnahmepunkte befinden, ist je nach Fahrzeugtyp verschieden. Wer sich nicht sicher ist, schaut am besten in der Betriebsanleitung nach.

2. Die optimale Drehung für Radmuttern

Auch mit einem einfachen Radkreuz lassen sich die Reifen montieren. Der ADAC empfiehlt allerdings einen Drehmomentschlüssel. Dieser lässt sich präzise einstellen, sodass die Schrauben nicht überdreht, aber auch nicht zu leicht angezogen werden. Ein Blick ins Betriebsheft verrät, mit viel Kraft Radmuttern festgedreht werden dürfen. Nach 50 Kilometern sollte überprüft werden, ob sie weiterhin festsitzen.

3. Nur die, mit dem richtigen Symbol

Sind die alten Reifen heruntergefahren, wird es Zeit für neue. Anhaltspunkt kann hier etwa die Profiltiefe sein: Liegt sie unter vier Millimetern, rät der ADAC zum Tausch. Neue Reifen sollten unbedingt das sogenannte Alpine-Symbol tragen - eine Schneeflocke in einem Bergpiktogramm. Reifen mit M+S-Kennzeichnung gelten laut ADAC nur noch als wintertauglich, wenn sie vor 2018 produziert wurden. Sie dürfen noch bis September 2024 bei winterlichen Verhältnissen genutzt werden. Ab Januar 2018 hergestellte Winterreifen brauchen aber das Alpine-Symbol. Bei winterlichen Straßenverhältnissen gilt in Deutschland eine Winterreifenpflicht. Im Ausland können andere Regeln gelten und beispielsweise Schneeketten vorgeschrieben sein. Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz bietet beispielsweise online eine Übersicht an.

4. Das Alter spielt eine Rolle

Älter als drei Jahre sollten gekaufte Reifen nach Angaben des ADAC nicht sein. Frischer Reifengummi hatte bei Tests des Autoclubs die beste Haftung. Wann der Reifen hergestellt wurde, lässt sich an einem vierstelligen Zahlencode, meist in einem Oval, am Ende der DOT-Nummer an der Reifenflanke erkennen. Die ersten zwei Ziffern nennen die Woche, die letzten zwei Ziffern das Herstellungsjahr. Im Fachhandel lässt sich das gut selbst prüfen. Wer online kauft, sollte bei der Auftragserteilung darauf hinweisen, dass er Reifen möchte, die maximal ein gewisses Alter aufweisen.

5. Für wen sich Ganzjahresreifen lohnen

Zweimal im Jahr Reifen wechseln zu müssen, kann nerven. Warum also nicht zu Ganzjahresreifen greifen? Wer in einer stadtnahen Flachlandregion ohne harten Winter lebt, kann laut TÜV darüber nachdenken. Eine Option sind die Reifen außerdem für Fahrer, die wenig unterwegs sind. Gebiete mit vielen Steigungen jedoch, auch städtische wie Stuttgart, verlangen im Winter nach Winterreifen. Denn bei Matsch und Schnee spielen die ihre Vorteile aus. Auf Eis dagegen schlagen sich die Ganzjahresreifen generell nicht schlechter.

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6. Winterreifen für Anhänger

Eine gesetzliche Pflicht, Anhänger mit Winterreifen auszurüsten, gibt es nicht. Doch der TÜV rät dazu, sie auch entsprechend zu bereifen. Die Gummimischungen und das Profil der Winterreifen bieten bei winterlichen Straßenverhältnissen mehr Grip. Der TÜV empfiehlt Winterreifen am Anhänger vor allem für Wohnanhänger und für Gespann-Vielfahrer. Wer im Winter wenig fährt oder nur einen eher leichten Anhänger für Gartenabfälle oder Ähnliches nutzt, könne auch über Ganzjahresreifen für den Anhänger nachdenken.

7. Sommerräder kühl und trocken einlagern

Wer seine Reifen in der Werkstatt wechseln lässt, kann sie gegen eine Gebühr oft bis zum Frühjahr einlagern lassen. Wenn Autofahrer sie selbst einlagern, sollten sie einen trockenen, kühlen und dunklen Ort wählen. Direktes Sonnenlicht und schwankende Temperaturen könnten den Reifen schaden. Bleiben die Reifen auf den Felgen, können sie liegend übereinander gestapelt werden. Alternativ bietet sich ein Felgenbaum oder eine Wandhalterung an. Ohne Felgen überwintern am besten stehend. Dann sollten Autofahrer sie etwa einmal monatlich um etwa ein Viertel drehen, um Standschäden zu vermeiden.



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