Lichtenfels
Garten

Sankt Barbara im Klee, Weihnachten im Schnee

Für Pflanzen ist der Winter eine Herausforderung. Es ist abhängig von der Pflanze wie sie den Winter am besten übersteht. Hierbei gibt es einige Aspekte die man beachten muss.
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Orchideen sind sehr empfindlich und können schon nach einer halben Stunde lüften, eingehen.Foto: Josef Schröder
Orchideen sind sehr empfindlich und können schon nach einer halben Stunde lüften, eingehen.Foto: Josef Schröder

Um einen vorgetäuschten Frühling zu Weihnachten im Wohnzimmer zu erleben, ist der Barbaratag, am 4. Dezember, der richtige Zeitpunkt, um kahle Zweige von Blütengehölzen zum Antreiben ins Haus zu holen. Neben den traditionellen Kirschentrieben eignen sich auch andere frühblühende Gehölze wie Apfel, Pflaume, Pfirsiche, Kornelkirsche, Forsythien, Mandelbäumchen, Zierquitten und Blutjohannisbeeren. Allerdings öffnen sich die Knospen nur, wenn sie bereits einige Frostphasen hinter sich haben.

Winter im Gefrierschrank vortäuschen

Es ist gut, dass es heuer schon einige Frostnächte gegeben hat. Es wäre sonst zum Aktivieren der Blütenknospen notwendig, den kalten Winter vorher im Gefrierschrank vorzutäuschen. Ein Bad der Zweige für einige Stunden im lauwarmen Wasser sorgt für die richtige Belebung. Bevor die Triebe in eine Vase mit gestellt werden, sind sie mit einem möglichst langen Schnitt am Stielansatz anzuschneiden, damit von den Zweigen besser Feuchtigkeit aufgenommen werden kann. Das Wasser sollte alle drei bis vier Tage ausgewechselt werden. Der Platz zum Antreiben ist hell und warm zu wählen. Aber zu große Hitze in den Räumen oder die Nähe der Heizung, kann zum Eintrocknen der Zweige führen. Ein gelegentliches Besprühen verschafft hier Abhilfe. Übrigens, eine bekannte und sehr oft zutreffende Wetterprognose besagt: Sankt Barbara (4. Dezember) im Klee, Weihnachten im Schnee. Danach scheint ein weißes Weihnachtsfest anstehen. Der Regen ist aber für die Natur jetzt bitter notwendig. Gerade für die immergrünen Bäume und Sträucher ist eine gute Bodenfeuchte nach dem sehr trockenen Sommer und Herbst noch vor dem Winter überlebenswichtig.

Blühende Sträucher

Es gibt aber auch Sträucher, welche zurzeit schon im Garten anfangen zu blühen. Dazu gehört der Winterschneeball. Die rosafarbenen Blüten verströmen, besonders nachts, einen betörenden Duft. Auch der Winterjasmin mit seinen funkelnden gelben Blüten fasziniert den Betrachter. Das Rankgewächs schiebt an Spalieren hoch oder bedeckt Mauern von oben nach unten.

Wellness für die Pflanze

Gut für die Zimmerpflanzen ist jetzt eine Bierwellnesskur. Eine kleine Menge Bier aus einer Flasche lässt man erst richtig abstehen und warm werden. Dann kommt der gleiche Anteil an Wasser hinzu. Mit einem weichen Tuch wird die Bierflüssigkeit sanft über die Blätter gewischt. Diese sehen danach wunderbar aus und stauben dann nicht mehr so schnell ein. Ohne die Staubschicht kann die Zimmerpflanze auch besser atmen. Diese Prozedur sollte natürlich nicht bei haarigen Blättern, wie die von Usambaraveilchen, gemacht werden.

Verantwortungsvoll gießen

Die meisten Falterorchideen gehen ein, weil sie der Hobbygärtner zu viel gießt. Sie stammen zwar aus regenreichen Gebieten, doch da sie auf Bäumen leben, trocknen sie auch schnell wieder ab. Deshalb sind die Orchideen ruhig öfter, aber nur sehr leicht zu gießen. Überschüssiges Wasser sollte immer komplett abfließen können. Besondere Vorsicht ist bei Übertöpfen gegeben. Orchideen vertragen nämlich keinerlei Staunässe, aber völlig austrocknen wollen sie auch nicht.

Äpfel richtig lagern

Lageräpfel, wie der Welschisner, brauchen viele Monate, um zu schmecken. Je saurer der Apfel im Herbst ist, umso länger hält er sich. Mit der richtige Sortenwahl und der fachgemäßen Lagerung kam man früher mit eigenen Produkten gut durch das Jahr. Zugekauft wurde früher nur sehr wenig. Dazu war auch das Geld nicht vorhanden. Heuer sind besonders viele Äpfel jetzt schon im Lager an der Oberfläche stippig geworden. Dabei handelt es sich aber nicht um keine Pilzkrankheit, wie oft vermutet wird, sondern um eine Störung des Kalziumhaushaltes. Die Äpfel, mit den leicht eingesunkenen Flecken auf der Schale, können also ohne gesundheitliche Bedenken genossen werden. Besonders große Früchte sind von dieser Störung betroffen. Beim Ernten kann man noch nicht feststellen, welche Früchte später stippig werden. Die Symptome treten oft erst nach Monaten im Lager auf.

Bratäpfel als Heilmittel

Bratäpfel werden nicht nur in der Adventszeit gern gegessen. Es ist nur wenig bekannt, dass sie auch eine Naturarznei sind. So kann man bei Halsschmerzen Bratäpfel essen und diese mit Honig genießen. Beim Erhitzen der Äpfel werden spezielle Enzyme freigesetzt, die sich positiv auf den Rachen und die Stimmbänder auswirken.

Eisfreier Gartenteich

Zum Freihalten des Eises im Gartenteich eignet sich ein Bündel Schilfrohre. Dieses fördert auf einfache Weise den Luftaustausch während des Winters. Am besten ist es, das Bündel am Ufer schräg bis zur Hälfte der Länge ins Wasser zu führen und mit einem Bindfaden zu befestigen. Die Lebewesen im Teich bleiben so ungestört. Auch ein Eisfreihalter aus Styropor oder eine Umwälzpumpe erfüllt diesen Zweck.



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