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Weihnachten

Von Kränzen und Krippen

Traditionen und Bräuche rund um die Weihnachtszeit
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Foto: marisc - stock.adobe.com
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Adventskalender, Krippen und Weihnachtsmärkte: Die Weihnachtszeit steckt voller Traditionen und Bräuche. Doch nur wenige wissen, woher diese eigentlich kommen und was sich genau hinter ihnen verbirgt.

Mit dem Start in die Adventszeit öffnen die ersten Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland. Die Märkte, die häufig auch "Christkindlmarkt" oder "Adventsmarkt" genannt werden, blicken auf eine 600-jährige Tradition zurück. Bereits im 14. Jahrhundert war es Handwerkern gestattet, Verkaufsstände zu errichten. Zuckerbäcker sorgten für das leibliche Wohl. Mit Handwerkskunst, Leckereien und Weihnachtsmusik locken die Weihnachtsmärkte auch heutzutage zahlreiche Besucher an. Geht man heute eher aus Vergnügen auf den Weihnachtsmarkt, so deckte man sich früher für die kalte Zeit und das bevorstehende Fest ein.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Der Adventskranz, wie wir ihn heute kennen, fand erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug in die Privathaushalte der Republik. Der 1839 von Johann Hinrich Wichern erfundene Adventskranz war ein im Raum aufgehängtes Wagenrad, geschmückt mit 20 kleinen und vier großen Kerzen - die Anzahl der Tage vom ersten Advent bis zum Heiligen Abend. Er sollte den von ihm betreuten Kindern die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen. Erst 1860 ging man dazu über, den Kranz mit Tannengrün zu schmücken. Mit der Zeit wurde der vom evangelischen Theologen erfundene Adventskranz immer beliebter. 1925 war ein solcher Kranz erstmals in einer katholischen Kirche zu finden.

Türchen für Türchen

Jeder kennt ihn und auch viele Erwachsene bestehen im Dezember auf ein Exemplar: Gemeint ist natürlich der Adventskalender. Zwar ist der klassische Adventskalender erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, seine Ursprünge jedoch liegen im 19. Jahrhundert. Vor allem protestantische Familien hängten in der Zeit bis Heiligabend jeweils ein christliches Bild pro Tag auf. Andere Formen des Kalenders waren zum Beispiel 24 Kreidestriche an Wand oder Tür, jeden Tag wurde einer entfernt, oder - in katholisch geprägten Familien - das Schaffen eines Bettes für das Jesuskind, indem jeden Tag ein Strohhalm in die Krippe gelegt wurde.

Der erste gedruckte Adventskalender erschien 1902 in der Buchhandlung Friedrich Trümpler und war eine Weihnachtsuhr. Diese Weihnachtsuhr hatte zunächst zwölf Ziffern, später waren es 24. Der Münchner Verleger Gerhard Lang erstellte 1903 einen Papierbogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einen weiteren Bogen, um diese aufzukleben. Zudem stellte er noch eine moderne Form des Adventskalenders her, ein sogenanntes Christkindleinshaus, welches mit Schokolade zu befüllen war. Der zweite Weltkrieg jedoch verdrängte christliche Bräuche und so ähnelten Adventskalender mehr einer Aufklärungs- und Propagandazeitschrift als einem Geschenk. Da sich die Lage an der Front verschärfte, wurden die Inhalte 1942 zunehmend militärisch.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Idee von Lang in abgewandelter Form wieder aufgenommen. Die Bögen hatten Türchen zum Öffnen, dahinter befanden sich weihnachtliche Motive oder später auch Schokolade.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er Jahre wurden die Adventskalender günstiger und somit für jeden erschwinglich. Heute sind christliche oder weihnachtliche Motive nicht mehr Pflicht, wenn es um den Adventskalender geht. Ebenso sind der Kreativität beim Inhalt keine Grenzen mehr gesetzt.

Esel, Ochs und Jesuskind

In der Adventszeit wird sie aufgebaut und am Heiligen Abend zieht die Heilige Familie ein: Die Krippe gibt es heutzutage in den verschiedensten Formen. Ihr Ursprung lässt sich leider nicht genau bestimmen. So gab es bereits im Italien des vierten Jahrhunderts bildliche Darstellungen der Geburt Christi. Als "Vater der Krippe" wird häufig auch der Heilige Franziskus von Assisi bezeichnet, da er 1223 an Weihnachten im Walde von Rieti eine Krippe in der uns bekannten Form baute. Später fertigten die Dominikaner und Jesuiten Figuren aus Ton und Stein. Die Verwendung von Holzfiguren ist erst seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar, zunächst in Italien und Spanien, dann auch in Deutschland. Besonders berühmt sind die Krippenkunstwerke der Genueser und der Neapolitaner aus dem 17.und 18. Jahrhundert. Johanna Reinl

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