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Rund um den Weihnachtsbaum

Vom Ursprung der Tradition bis zum ausgewachsenen Baum in den heutigen Wohnzimmern
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Foto: JenkoAtaman - stock.adobe.com
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Um den Weihnachtsbaum versammelt sich an Heiligabend die ganze Familie und verbringt gemeinsam Zeit. Doch wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass man sich als Weihnachtstradition einen Baum ins Haus holt?

Der Ursprung liegt in den heidnischen Bräuchen. Immergrüne Pflanzen waren ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Schon die Germanen platzierten zur Wintersonnenwende Tannenzweige an öffentlichen Orten und vor ihren Häusern. Die Menschen glaubten, sich so Gesundheit in das Haus zu holen.

Im mittelalterlichen Deutschland wurden je nach Region verschiedene Hölzer für den Brauch verwendet, darunter zum Beispiel Eiben, Stechpalmen, Wacholder, Misteln, Buchs, Tannen und Fichten. Diese Tradition wurde bereits 1494 im "Narrenschiff" von Sebastian Brant schriftlich belegt. Auch existieren Aufzeichnungen, dass in Straßburg um 1535 bereits kleine Eiben und Stechpalmen verkauft wurden. 1597 gab es dann die ersten dekorierten Tannen. Belegt wurde dies in der Zunftchronik des städtischen Handwerks in Bremen.

Im 18. Jahrhundert kamen die dekorierten Tannenbäume auch bei höheren Beamten und wohlhabenden Familien an. Da Tannenbäume damals knapp und somit sehr teuer waren, konnte sich nicht jeder einen Baum ins Haus holen. Um die steigende Nachfrage an Bäumen zu decken, wurden im 19. Jahrhundert mehr Tannen- und Fichtenwälder angelegt. 1832 schließlich brachte ein deutscher Harvard-Professor den Brauch mit nach Nordamerika, indem er einen Weihnachtsbaum in seinem Wohnhaus aufstellte.

Die Geschichte des Weihnachtsschmucks

Im 16. Jahrhundert wurden die Bäume mit Äpfeln und Nüssen geschmückt, wobei die Äpfel als Sommer- und Nüsse als Fruchtbarkeitssymbol galten. Oft fanden sich auch gebastelte Blüten als Baumschmuck. Über die Jahrhunderte wurde der Apfel durch Nachbildungen von beispielsweise Früchten, Engeln und Spielzeug und schließlich durch die Christbaumkugel ersetzt.

Die ersten klassischen Christbaumkugeln wurden im Jahr 1847 hergestellt. Der Legende nach entwickelte ein Glasbläser aus Lauscha das farbige Glas, da er sich keine teuren Äpfel oder Nüsse für seinen Baum leisten konnte. Bis heute ist das Glaszentrum in Lauscha der wichtigste Produktionsort von Weihnachtsbaumdekoration.

Grüne Vielfalt an Weihnachtsbäumen

Bei der heutigen Auswahl an verschiedenen Weihnachtsbäumen fällt die Wahl oft schwer. Da gibt es zum einen die Nordmanntanne - Abies Nordmanniana. Sie ist der gefragteste Baum und zeichnet sich durch einen gleichmäßigen Wuchs, weiche Nadeln und ein sattes Grün aus. Die Besonderheit des Baums ist die lange Haltbarkeit. Die Blaufichte - Picea pungens glauca - besitzt kräftige, aber auch stechende Nadeln in einer grünen bis stahlblauen Farbe. Zudem hat die Blaufichte ein schönes Wuchsbild und verbreitet einen angenehmen Duft im Wohnzimmer.

Ein weiterer gern gesehener Baum im Wohnzimmer ist die Nobilistanne -Abies proecera. Durch ihren schlanken Wuchs und die asymmetrische Beastung findet die Nobilistanne auch in kleineren Wohnzimmern Platz. Auch die silbrig blauen Nadeln und der intensive Nadelduft sind Merkmale dieser Tanne. Bei der Gewöhnlichen Fichte - Picea abies - sticht vor allem der Preis heraus, denn sie zählt zu den preisgünstigsten Weihnachtsbäumen. Die Fichte gilt als sehr traditioneller Baum und überzeugt durch ihre dunkelgrünen und leicht stechenden Nadeln. Jedoch ist die Haltbarkeit eher gering. Weitere Arten, die sich gut als Weihnachtsbaum eignen, sind Bergkiefern, Schwarzkiefern, Serbische Fichten, Douglastannen, Korktannen und Weißtannen.

Vom Saatgut bis zum ausgewachsenen Baum

Die Qualität der Weihnachtsbäume hängt vom Saatgut ab. Das Saatgut der Nordmanntanne wird sogar meist aus Georgien importiert, da dies später ein besonders gutes Wuchsbild und durch späteren Austrieb ein geringeres Frostrisiko aufweist. Um aber überhaupt an das Saatgut heranzukommen, wird ein großer Aufwand betrieben. Die Zapfen der Bäume werden per Hand aus bis zu 60 Meter hohen Bäumen gepflückt. Nach der Aussaat stehen die Sämlinge ungefähr zwei Jahre in Saatbeeten in der Baumschule, bis sie umgepflanzt werden. Nach weiteren ein bis zwei Jahren werden die jungen Pflanzen in ihre endgültigen Quartiere verpflanzt. Ganze neun bis zehn Jahre dauert es, bis der Weihnachtsbaum um die zwei Meter groß ist und damit eine marktgerechte Qualität besitzt. Der ganze Vorgang beansprucht eine Arbeitszeit von circa 80 Stunden im Jahr.

Den Baum haltbar machen

Viele Leute kämpfen mit dem Problem, den Baum möglichst lange haltbar zu machen. Egal, welche Weihnachtsbaumart gewählt wurde, mit der richtigen Pflege halten sie etwas länger als ohne. Meist wird der Baum gekauft und dann erst zwei Wochen später aufgestellt. Um den Baum in diesem Zeitraum so gut wie möglich zu schützen, ist es wichtig, ihn an einem kühlen und windgeschützten Platz zu lagern. Vorzugsweise bieten sich der Keller oder der Balkon als Lagerort an. Zudem sollte man den Baum in einem Wassereimer lagern und vom Netz befreien.

Sobald die Zeit gekommen ist, um den Baum aufzustellen und zu schmücken, ist ein Weihnachtsbaumständer mit Wassertank am besten. Der Wassertank wird mit normalem Leitungswasser befüllt. Optional kann man noch einen Löffel Zucker hinzufügen. Da ein großer Baum bis zu einem Liter Wasser in drei Tagen verbraucht, ist es wichtig, regelmäßig nachzugießen. Vorzeitiges Nadeln kann durch den richtigen Standort verhindert werden. Achtet man darauf, dass der Baum nicht direkt vor einer Wärmequelle steht und benetzt die Nadeln ab und zu mit Wasser, muss man am Ende der Weihnachtszeit nicht ganz so viele Nadeln aufsaugen. So lässt sich sogar die günstige Gemeine Fichte mit ihrer eigentlich kurzen Haltbarkeit länger haltbar machen.

Mareike Schäper

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