Bamberg
Wetterphänomen

Wann sind die Eisheiligen 2018 und wie wird das Wetter

Die Eisheiligen suchen uns im Mai heim. 2018 ist den Wettervorhersagen zufolge für die Tage ein Kälteeinbruch mit Regen zu erkennen. Was es damit auf sich hat.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch im Jahr 2018 kommt es rechtzeitig zu den Eisheiligen zu niedrigeren Temperaturen. Foto: Archiv/Hildenbrand, dpa
Auch im Jahr 2018 kommt es rechtzeitig zu den Eisheiligen zu niedrigeren Temperaturen. Foto: Archiv/Hildenbrand, dpa
Der Mai verspricht, laut dem Deutschem Wetterdienst, sommerliche Tage. Doch auch 2018 bleibt Deutschland von den Eisheiligen nicht verschont und es kann Mitte Mai zu Kälteeinbrüchen kommen: Die Eisheiligen stehen an. In diesem Jahr sind sie von Freitag, den 11. Mai bis Dienstag, den 15. Mai.


Wer sind die Eisheiligen?

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie - das sind die "Eisheiligen", die trotz der "kalten Sophie" auch die "gestrengen Herren" genannt werden. Die Eisheiligen sind Bischöfe und Märtyrer aus dem vierten oder fünften Jahrhundert, deren Gedenktage im Mai in Zusammenhang mit einem kalten Wetterumschwung gebracht werden. Grund für die Popularität der Heiligen sind traditionelle Bauernregeln.


Eisheilige 2018: Wann findet das Phänomen statt?

Die Eisheiligen finden in jedem Jahr an denselben Tagen statt.

11. Mai Mamertus
12. Mai Pankratius
13. Mai Servatius
14. Mai Bonifatius
15. Mai Sophie


Die alten Bauernregeln bezogen sich dabei jedoch auf den Julianischen Kalender. Mit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 verschoben sich die Daten, die Tage der Heiligen blieben jedoch am angestammten Platz im Kalender. Die Kälteeinbrüche finden inzwischen also rund eine Woche später statt, etwa ab dem 20. Mai.


Woher kommt der Begriff Eisheilige?

Der Begriff Eisheilige leitet sich von alten Bauernregeln ab und bezeichnet ein Wetterphänomen, das im Mittelalter häufig an den selben Tagen Anfang Mai beobachtet werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt unterbrechen alten Bauernregeln zufolge Kälteeinbrüche das meist schon warme Frühlingswetter und sorgen teilweise für Bodenfrost. Daher der Zusatz "Eis-" an den Tagen der Heiligen.


Eisheilige: Welches Wetterphänomen ist die Ursache?

In Mitteleuropa herrschen Anfang Mai in der Regel schon recht hohe Temperaturen. Das Festland erwärmt sich im Gegensatz zum Meer jedoch deutlich schneller. Diese Temperaturdifferenzen erzeugen Tiefdruckgebiete und verursachen eine Verschiebung der Luftmassen: Warme Luftströme auf dem Festland ziehen nach Norden und saugen "eiskalte" Luftströme aus den Polargebieten auf das Festland. Bei klarem Himmel kann dann auch Bodenfrost entstehen.


Welche regionalen Unterschiede gibt es?

Im Norden Deutschlands gilt Mamertus als erster Eisheiliger, in Süddeutschland und Österreich beginnen die Tage der Eisheiligen erst am 12. Mai mit Pankratius. Dieser Unterschied hat vermutlich einen meteorologischen Ursprung: Da die kalte Luft aus den nördlichen Polargebieten kommt, erreichen diese Luftmassen den Süden der Republik oftmals erst einen Tag später.


Gestrenge Herren: Wie exakt trifft das Wetterphänomen zu?

Alleine durch die Kalenderreform ist die Bauernregel der Eisheiligen rund zehn Tage später anzuwenden. Darüber hinaus zeigen Messreihen, dass an den Tagen der Eisheiligen keine Häufung von Frost auftritt - weder an den ursprünglichen, noch an den korrigierten Daten. Allerdings stellte man fest, dass Bodenfrost im Mai mindestens ein- bis zweimal vorkommt.


Welche Bauernregeln gibt es?

Die Bauernregeln, die sich auf die Eisheiligen beziehen, sind zahlreich:
- Pankraz, Servaz, Bonifaz, machen erst dem Sommer Platz.
- Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
- Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
- Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi, und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
- Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
- Pflanze nie vor der kalten Sophie.
- Mamerz hat ein kaltes Herz.
- Die kalte Sophie macht alles hie (nur im bayerischen Raum).
- Mamertius, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.


Die Eisheiligen: Wer war Mamertus?

Mamertus war ein katholischer Bischof. Er wurde um 400 in Lyon geboren und starb 477 in Gallien. Er war der Erzbischof von Vienne und führte die drei Bittgänge ein, die vor dem Fest Christi Himmelfahrt zelebriert werden. Er ist Schutzpatron der Hirten und der Feuerwehr. Mamertus wird bei Dürre, Fieber und Brusterkrankungen angerufen.


Wer war Pankratius?

Pankratius wurde um 290 in der heutigen Türkei geboren und um 304 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet. Er gilt als römischer Märtyrer. Sein Name bedeutet "Der Alles Besiegende".


Wer war Servatius?

Servatius war Bischof in Tongern, das im heutigen Belgien liegt und lebte von 340 bis 384 nach Christus. Der Legende nach soll Servatius mit einem Holzschuh erschlagen worden sein. Er soll den Hunneneinfall im Jahr 450 vorhergesagt haben. Inzwischen geht man davon aus, dass Servatius eine konstruierte Figur ist, deren Geschichten aus den Leben zweier historischer Figuren verschmolz.


Wer war Bonifatius?

Bonifatius wurde Überlieferungen zufolge in Rom geboren und starb um 306 in der heutigen Türkei. Er war ursprünglich kein Christ, sollte aber Reliquien aus der Türkei nach Rom bringen. Als er dort sah, wie Christen verfolgt wurden, ließ er sich aus Empathie taufen. Er stand zu seinem Glauben und wurde dafür durch das Bad in siedendem Pech hingerichtet.


Wer war Sophie?

Die als "kalte Sophie" bekannte Sophia von Rom war ebenfalls eine christliche Märtyrin, die um 304 starb. Sie ist die letzte der Eisheiligen und wird gegen Spätfröste und für das Gedeihen der Saat angerufen.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren