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Silvester

Feuerwerk an Silvester: In diesen Städten in Franken gibt es Verbote - ist Böllern noch erlaubt?

Die Diskussion, ob und wo Feuerwerke an Silvester verboten werden, ist nicht neu. Alle Jahre wieder geraten die Befürworter und Gegner aneinander. In einigen Städten in Franken gibt es Feuerwerk-Verbotszonen. Was muss man zum Jahreswechsel beachten?
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Der Anblick von Raketen gehört vielleicht bald der Vergangenheit an. Manche Städte und Gemeinden haben schon jetzt ein Böller-Verbot für Silvester ausgesprochen. Foto: Miguel Acosta/pexels.com
Der Anblick von Raketen gehört vielleicht bald der Vergangenheit an. Manche Städte und Gemeinden haben schon jetzt ein Böller-Verbot für Silvester ausgesprochen. Foto: Miguel Acosta/pexels.com

Erst vor kurzem hat die Deutsche Umwelthilfe ein Feuerwerksverbot für fast 100 deutsche Städte gefordert. Ihre Argumente sind, dass durch Verbote die extreme Feinstaubbelastung, vermeidbare Unfälle, Müllberge und Brände verhindert werden können. Die Reaktionen darauf konnten nicht unterschiedlicher sein.

Denn die Stimmung in der Bevölkerung ist gespalten: Eine Umfrage von Statista mit über 1000 Befragten vom 30.11.2018 bis 04.12.2018 hat ergeben, dass 43 Prozent für ein komplettes Verbot von Silvesterknallern sind, wohingegen 55 Prozent finden, dass Böllern einfach zu Silvester gehört. Sogar 60 Prozent sprachen sich dafür aus, dass es in großen Städten nur offizielle Feuerwerke geben sollte. Diese Zahlen zeigen , wie umstritten das Thema ist. Aber wie schaut es bei uns in Franken aus?

Wo ist Böllern in Franken verboten?

Einige Städte in Franken haben bereits frühzeitig bekannt gegeben, zu Silvester Böller-Verbotszonen einzurichten. Gekennzeichnet werden diese durch Schilder und sollen auch von der Polizei kontrolliert werden. Wer dennoch böllert, riskiert saftige Strafen.

Bereits im Oktober hat der Stadtrat in Bayreuth Silvesterfeuerwerke verboten. Mit 14 zu zwei Stimmen fiel diese Entscheidung sehr eindeutig aus. Von der Sperrzone betroffen, ist die komplette Innenstadt, da so historische Gebäude, wie das Opernhaus, geschützt werden sollen. Zusätzlich bittet der Stadtrat darum, auch in der Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen und Tierheimen auf Knaller und Raketen zu verzichten.

Auch die Stadt Nürnberg erlässt seit mittlerweile 19 Jahren besondere Regelungen für die Silvesternacht. Rund um die Nürnberger Burg, Richtung Innenstadt und einigen weiteren Stadtteilen dürfen keine Feuerwerke veranstaltet werden. Zudem sind teils auch Glas und andere zerbrechliche Gegenstände verboten. Genaue Informationen finden Sie auf der Homepage der Stadt.

Feuerwerksverbote in Bamberg, Bayreuth, Nürnberg und Würzburg

Ähnlich wie Bayreuth handhaben es auch Bamberg, Fürth und Würzburg: Zum Schutz der historischen Gebäude gelten für die Innenstädte strikte Feuerwerksverbote. Ein Sprecher des Verbands der pyrotechnischen Industrie sieht das kritisch: "Feuerwerk als kulturelles Gut ist aus unserer Sicht unbedingt zu erhalten."

Weitere fränkische Städte haben noch keine weiteren Informationen zu möglichen Verbotszonen bekannt gegeben. Sollte es Neuerungen geben, wird es an dieser Stelle ergänzt.

Können Städte einfach so Feuerwerke verbieten?

Alle Feuerwerk-Liebhaber können jedoch aufatmen: Ein grundsätzliches Verbot ist derzeit noch nicht möglich. Zwar können Städte und Gemeinden in speziellen Zonen Feuerwerke verbieten, sind hier aber an bestimmte Richtlinien gebunden: Neben den Gründen Umweltschutz und Lärmbelastung, spielt hier vor allem der Sicherheitsaspekt eine Rolle.

Gerade in der Nähe von historischen Gebäuden, Fachwerkhäusern, Kirchen, belebten Plätzen und auch Krankenhäusern können Städte und Gemeinden Verbotszonen einrichten. Denn an diesen Orten ist die Belastung für Anwohner und die Brandgefahr besonders hoch. Ein generelles Verbot aber kann nicht erwirkt werden, da die Gesetzgebung beim Bund liegt.

Böllern zu Silvester: Gehört die Tradition bald der Vergangenheit an?

Um ein Verbot zu ermöglichen müsste deshalb zunächst das Bundessprengstoffgesetz geändert werden, wie beispielsweise die Deutsche Umwelthilfe fordert. Die Bundesregierung sucht aber bereits einen Weg, den Städten und Gemeinden mehr Handlungsspielraum zu geben, gleichzeitig aber auch die Sichtweise der Feuerwerk-Fans zu beachten.

Wann es hier zu einer Entscheidung kommt, steht nicht fest, wie Pressesprecher der Bundesregierung mitteilen. Daher liegt die Entscheidung über Einschränkungen bisher bei den einzelnen Städten und Gemeinden.

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