Langenfeld (Rheinland)
Silvester 2018

Hagebaumarkt schmeißt Feuerwerk und Böller aus Sortiment - der Grund verwundert

Ein Hagebaumarkt in NRW hat für eine überraschende Entscheidung viel Zuspruch geerntet: Kurz vor Silvester hat der Markt Feuerwerkskörper komplett aus dem Sortiment genommen. Die Begründung ist erstaunlich.
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Eine "Hagebaumarkt"-Filiale aus NRW hat sich dafür entschieden, auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern zu verzichten - aus einem ganz bestimmten Grund. Symbolbild: Marian Hamacher
Eine "Hagebaumarkt"-Filiale aus NRW hat sich dafür entschieden, auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern zu verzichten - aus einem ganz bestimmten Grund. Symbolbild: Marian Hamacher

In einem Hagebaumarkt gibt es kurz vor Silvester kein Feuerwerk zu kaufen, für diese Entscheidung wird der Markt in NRW gefeiert: Kurz vor Silvester tobt erneut die Diskussion um den privaten Gebrauch von Feuerwerkskörpern in Deutschland. Ein generelles Verbot von Feuerwerk in deutschen Innenstädten steht im Raum. Im mittelfränkischen Fürth hat man beispielsweise beschlossen, dieses Jahr eine "Schutzzone" in der Innenstadt einzurichten, in der nicht geböllert werden darf. Neben dem Schutz von historischen Bauwerken steht insbesondere der Schutz von Bürgern im Vordergrund der Maßnahme.

Der leitende Oberarzt der Berliner Charité hat sich ebenfalls gegen Feuerwerk ausgesprochen und ein Verbot gefordert: Der "Straßenkampf" solle unterbunden werden. Auch er warnt vor der hohen Verletzungsgefahr durch die Pyrotechnik. Ein Verbot hatte zuletzt die "Deutsche Umwelthilfe" ins Gespräch gebracht: "Wir möchten eine Verschiebung der Feuerwerksaktivitäten raus aus der Innenstadt", sagte Jürgen Resch, Geschäftsführer der Umwelthilfe gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur.

Im skandinavischem Schweden wird es zu Silvester 2019 eine neue Regelung geben, die nur noch bestimmten Personen erlaubt, klassische Raketen abzufeuern. Dies berichtet das Svenska Dabladet.

Hagebaumarkt reagiert: Dieses Jahr keine Feuerwerkskörper im Baumarkt

Im rheinländischen Langenfeld (Kreis Mettmann) hat sich nun ein Baumarkt in die Diskussionen eingemischt: Der dort ansässige "Hagebaumarkt" schmeißt in diesem Jahr die Feuerwerkskörper aus dem Sortiment. Der Baumarkt verzichtet 2018 auf den Verkauf der Pyrotechnik. Dies teilte der Markt via Facebook mit. Der Post hallte nach.

Was auffällt: Der "Hagebaumarkt" begründet die Entscheidung anders als die "Deutsche Umwelthilfe" oder die Stadt Fürth. Man verzichte "erstmalig auf den Verkauf von Feuerwerk - aus Liebe zu den Tieren", hieß es im Facebook-Post. Hunderte Nutzer kommentierten den Post. Viele ließen ein "Like" da, um zu signalisieren, dass ihnen diese Entscheidung gefällt. Im Meinungsbild tauchten allerdings auch kritische Kommentare auf, die jedoch deutlich in der Unterzahl waren. Selbst die Tierschutzorganisation "Peta" kommentierte wohlwollend.

Rewe als Vorreiter: "Spenden statt Böller" wird zum PR-Erfolg

Ein "Rewe" aus Adenau (Rheinland-Pfalz) hat zuletzt eine ähnliche Aktion gegen den Kauf von Böllern beziehungsweise Feuerwerk gestartet. Unter dem Motto "Spenden statt Böller" rief der Supermarkt dazu auf, auf den Kauf von Feuerwerkskörpern zu verzichten. Die Aktion des Marktes am Nürburgring ruft dazu auf, Tierfutter statt Böller und Raketen zu kaufen: "Zugunsten der Natur und aus Rücksicht auf die Tiere" verzichte der Rewe-Markt auf den Verkauf von Feuerwerksartikeln. Spendenboxen wurden im Markt aufgestellt - der Rewe selbst gibt an, zusätzlich 1000 Euro an den Eifelhof Frankenau, einem örtlichen Tierschutzverein, zu spenden.

Inwiefern das Kaufverhalten der Deutschen so kurz vor Silvester durch derartige PR-Aktionen beeinflusst wird, ist unklar. Jedoch zeichnet sich ein Trend ab: Wie das "Statistische Bundesamt" am Freitag (28. Dezember 2018) mitteilte, sank der in die Bundesrepublik Deutschland eingeführten Menge an Feuerwerkskörpern zum Jahreswechsel 2017/2018 um 2,1 Prozent auf 42.800 Tonnen.

Verbot von Bleigießen: Seit 2018 ist Bleigießen verboten - aber warum?

Für Feuerwerkskörper wird ein Verbot diskutiert, fürs Bleigießen existiert bereits eins: Ab 2018 gibt es ein EU-Verbot fürs Bleigießen - die Silvestertradition wird abgeschafft. Hinter der Verordnung steckt Folgendes: Bleigießen - diese Tradition ist seit 2018 verboten - zurecht



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