Franken

Heilige Drei Könige: Das hat es mit dem Dreikönigstag auf sich

Am 6. Januar ist es wieder soweit: Zahlreiche Sternsinger ziehen durch die fränkischen Städte, um für Kinder in Not Spenden zu sammeln. inFranken.de erklärt, was es mit dem Dreikönigstag auf sich hat und wo er ein gesetzlicher Feiertag ist.
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Am 06. Januar sammeln wieder zahlreiche Sternsinger Spenden für wohltätige Zwecke. Symbolfoto: Alois Litzlbauer/APA/dpa
Am 06. Januar sammeln wieder zahlreiche Sternsinger Spenden für wohltätige Zwecke. Symbolfoto: Alois Litzlbauer/APA/dpa

Die Heiligen Drei Könige 2020: Die Sternsinger ziehen um die Häuser - Zahlreiche Kinder, verkleidet als Könige aus dem Morgenland, ziehen durch Frankens Städte und Dörfer und sammeln für einen guten Zweck. inFranken.de erklärt, was es mit der Tradition auf sich hat.

Die biblische Grundlage für das Dreikönigsfest ist ziemlich dünn: Weder Markus, Lukas oder Johannes erwähnen in ihren Evangelien drei Könige - einzig Matthäus berichtet von ihnen: "Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und [...] beteten das Kindlein an und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe." (Matthäusevangelium 2,1 bis 11)

Wer sind die Heiligen Drei Könige?

Der Erzählung nach beobachteten Weise aus dem Morgenland den Aufgang eines Sterns, der die Geburt eines Königs ankündigen sollte. Über Jerusalem kommen die Weisen, die dem Wanderstern folgen, schließlich bis nach Betlehem, wo sie den neugeborenen "König der Juden" finden und ihre Geschenke überreichen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Das ist die Grundlage für den Feiertag der Heiligen Drei Könige.

Heilige Drei Könige: Wieviel Wahrheit steckt in der Erzählung?

Etliche Details der Überlieferung stehen auf wackeligen Beinen. Experten sind sich bei einigen Sachen sogar sicher, dass sie falsch überliefert wurden. Das räumt sogar das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" ein.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren die Weisen keine Könige, sondern vielmehr Sterndeuter aus Babylon. Östlich von Jerusalem lag Babylon im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, das stark von Überschwemmungen der beiden Flüsse abhängig war: der fruchtbare Schlamm war für das Agrarsystem unablässig. Um die Fluten effektiv durch die Felder zu leiten, war ein präziser Kalender nötig. Dies war Aufgabe der Priester und Gelehrten, die sich somit zu echten Experten in der Sternenkunde entwickelten.

Auch die Zahl der Gelehrten dürfte eher dem Symbolcharakter geschuldet sein. Erst ab dem Mittelalter kristallisierte sich die Zahl Drei heraus - Experten gehen davon aus, dass die heiligen Drei möglicherweise eigentlich als achtköpfiger Tross unterwegs waren. Die drei überbrachten und im Matthäusevangelium geschilderten Geschenke sind wohl der Grund für die Beschränkung auf das Trio der Heiligen.

Welche Geschenke sollen die Drei Könige überreicht haben?

Womit wir beim nächsten Punkt wären: Es ist strittig, ob die babylonischen Himmelskundler wirklich Gold, Weihrauch und Myrrhe im Gepäck hatten. Dies sind nämlich besonders symbolträchtige Präsente. Gold galt seit jeher als Geschenk für einen König, Weihrauch für einen Priester und Myrrhe durch ihre heilenden Eigenschaften für einen Heiler oder eben "Heiland".

Weil Herkunft, Status und sogar die Namen der Weisen aus dem Morgenland nicht endgültig geklärt werden können, konnte auch keiner von ihnen heilig gesprochen werden. Die Könige waren also vermutlich eher Astrologen, wahrscheinlich mehr als drei Personen und wurden bis heute nicht heilig gesprochen.

Wie wird das Fest am 6. Januar genannt?

"Dreikönigstag" und "Dreikönigsfest" sind die gebräuchlichsten Begriffe für den Tag. In der katholischen und evangelische Kirche wird am 6. Januar offiziell das Fest der "Erscheinung des Herrn" (auch Epiphanias oder Epiphanie) gefeiert.

Was hat es mit Namen und Symbolen der Heiligen Drei König auf sich?

Ab dem sechsten Jahrhundert kamen erstmals Variationen der Namen Caspar, Melchior und Balthasar auf (Thaddadia, Melchior und Balytora). Diese Namenskombination wird häufig mit dem Segensspruch verwechselt, den Sternsinger heute an Haustüren und Eingänge schreiben: CMB, zusammen mit der aktuellen Jahreszahl und drei Kreuzen.

Das Kürzel steht jedoch nicht für die Namen der Heiligen Drei Könige, sondern für einen lateinischen Segen: "Christus mansionem benedicat" - Christus segne das Haus. Die drei Kreuze stehen zudem für die heilige Dreifaltigkeit.

Welche Bräuche zum Dreikönigstag gibt es?

In einigen Regionen Europas, aber auch in den USA, Argentinien und Mexiko ist der Dreikönigskuchen ein verbreiteter Brauch. In das Gebäck wird wahlweise eine Bohne, Mandel oder Münze eingebacken. Wer diese in seinem Stück findet, ist für diesen Tag der König.

Was ist das Sternsingen oder Dreikönigssingen?

Die Tradition der Sternsinger ist der wohl bekannteste Brauch zum Dreikönigsfest im deutschsprachigen Raum und ist inzwischen sogar eine durch die UNESCO geschützte Kulturform. Kinder und Jugendliche ziehen als die Heiligen Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus, singen, beten, sammeln Spenden und segnen die Häuser mit geweihter Kreide.

Im Rahmen des Dreikönigssingens sammelte das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" 2019 bundesweit über 50 Millionen Euro. Nach Angabe der Veranstalter ist die Aktion, die 1959 zum ersten Mal stattfand, die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kindern. In den vergangenen Jahrzehnten sammelten die Sternsinger insgesamt mehr als eine Milliarde Euro für Kinderhilfsprogramme in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa.

In welchen Bundesländern ist das Dreikönigsfest ein Feiertag?

Ob der Dreikönigstag ein gesetzlicher Feiertag ist, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das liegt hauptsächlich an der konfessionellen Prägung der einzelnen Länder. Aktuell ist der 6. Januar in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag. Schulen und Kitas bleiben geschlossen, während im Rest der Republik ganz normal Arbeitstag ist.

Ein beliebter Brauch in Franken rund um den 6. Januar ist das "Stärk' antrinken". Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hat.

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