Bamberg
Traditionen

Verblüffendes über den Maibaum: Maibaumklau, Schandbaum, Auslöse

Eine Tradition, die in Franken nach wie vor besteht, ist das Aufstellen eines Maibaumes. Was es genau mit dem Maibaum und auch dem Maibaumklau auf sich hat:
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Maibaum der Stadt Ebern besteht, anders als die Birkenbäumchen in all den umliegenden Orten , aus einem rot-weiß bemalten Stamm, der mit Zunftzeichen versehen wurde. Nach alter Tradition wird er mit Muskelkraft und  unter Zuhilfenahme langer Stangen aufgestellt.  Foto: Katharina Becht
Der Maibaum der Stadt Ebern besteht, anders als die Birkenbäumchen in all den umliegenden Orten , aus einem rot-weiß bemalten Stamm, der mit Zunftzeichen versehen wurde. Nach alter Tradition wird er mit Muskelkraft und unter Zuhilfenahme langer Stangen aufgestellt. Foto: Katharina Becht
In vielen Orten in Bayern, und so auch in Franken, gibt es noch die Tradition einen Maibaum aufzustellen. Die Gestaltung kann sich dabei regional unterscheiden. Wenn die Dorfbewohner nicht aufpassen, kann es zudem passieren, dass der Maibaum plötzlich nicht mehr an seinem vorgesehnem Platz steht, weil er geklaut wurde.


Wie ein Maibaum aussehen kann

Ein Maibaum besteht aus einem Baumstamm, der entastet wurde. Als Stamm wird dabei gerne die Birke gewählt. In den meisten Orten werden Nadelbäume verwendet. Manchmal wird noch die Rinde abgeschält und der Stamm in den Farben weiß und blau gestrichen. In machen Orten wird der Maibaum mit kunstfertigen Schnitzereien verziert oder auch einfach mit der Rinde aufgestellt. Oft wird ganz oben am am Baum ein Kranz befestigt.

Weiterer Schmuck für den Maibaum können bunte Bänder oder geschnitzte Figuren sein. Oft sieht man auch Tafeln mit Bildern oder Symbolen von den Vereinen im Ort am Maibaum. Im Wettbewerb mit benachbarten Ortschaften geht es darum, wer den höchsten oder auch den prachtvollsten Maibaum hat. Laut RP ONLINE, konnte man den größten Maibaum mit einer Länge von 50,35 Meter und einem Gewicht von 14 Tonnen im Jahr 2017 im bayrischen Ort Eicherloh bestaunen.


So wird ein Maibaum traditionell aufgestellt

Die Verwendung von technischen Hilfsmitteln für das Aufstellen des Maibaumes ist meist verpönt. Dennoch gibt es Orte, die den Baum aus Sicherheitsgründen mit Hilfe von Feuerwehrkränen aufstellen. Traditionell braucht es für das Aufstellen allerdings sehr viel Muskelkraft. Denn der Baum wird mit langen Stangen, die zuvor wie zu einer Schere zusammengebunden wurden, aufgestellt. Dieser Vorgang kann mehreren Stunden andauern. Oft gibt es auch bevor der Maibaum aufgestellt wird eine Prozession, bei der der Maibaum durch den Ort getragen wird.


Der Maibaumklau

Der Verein, der sich im Ort oder in der Stadt um die Aufstellung des Maibaumes kümmert, sollte gut auf ihn aufpassen. Denn gerne wird der Maibaum entweder von Vereinen im Nachbarort oder manchmal auch von anderen Vereinen im eigenen Ort gestohlen. Deshalb wird oft auch in der Nacht abwechselnd Wache geschoben, um einen Diebstahl zu verhindern.

Doch schon oft gelang es den Dieben trotzdem den Maibaum zu klauen. Dann müssen sich die Vereine an einen Tisch setzten und Verhandlungen über die Auslöse führen. Häufig geht es dabei um eine nicht geringe Menge Bier.


Das Fest um den Maibaum

Am 1. Mai, an dem auch das Aufstellen des Maibaumes stattfindet, wird oft auch ein kleineres oder größeres Fest gefeiert. Eingeladen sind Einheimische so wie auch Gäste, die dann auch die Aufsteller durch aufbauende Zurufe unterstützen dürfen. Oft spielt eine Blasmusik und es werden traditionelle Bänder- oder Volkstänze um den Baum aufgeführt. In einigen Orten wird auch schon am Vorabend getanzt und ein sogenannter Maitanz veranstaltet.


Wann der Maibaum zum Schandbaum wird

Einen Schandbaum erkennt man daran, dass der schöne Schmuck des Maibaumes durch etwas "Hässliches" ersetzt wurde, wie zum Beispiel Klopapier. Aufgestellt wird der Schandbaum beispielsweise vom Nachbarort, der den Maibaum geklaut und "verunstaltet" hat, oder wenn sich ein Ort nicht an die Regeln des Maibaumklaus gehalten hat, weil die Bewohner einen geklauten Baum zum Beispiel nicht auslösen wollten.


Das Maibaumkraxeln

In machen Orten ist es Tradition, dass mutige vor allem junge Menschen versuchen am Maibaum hochzuklettern. Schafft man es bis nach oben wird einem Ruhm und Ehre zu teil.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren