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OSterbräuche

Was ist der Palmsonntag? Bedeutung der Karwoche

Zahlreiche christliche Rituale bereiten in der Karwoche auf das Osterfest vor. Die Fußwaschung und das Verhüllen des Altars zählen zu den bekanntesten.
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Die Fußwaschung ist fester Bestandteil der Karwoche. Sie steht symbolisch für den Dienst am Nächsten. Archivfoto: Osservatore Romano/dpa
Die Fußwaschung ist fester Bestandteil der Karwoche. Sie steht symbolisch für den Dienst am Nächsten. Archivfoto: Osservatore Romano/dpa

Für Außenstehende dürften kirchliche Rituale in der Karwoche ziemlich befremdlich anmuten. Sie orientieren sich an feststehenden Regeln, die so schon seit Jahrhunderten befolgt werden. Mal läuten die Glocken, mal ist es wieder totenstill und stockfinster in den Kirchen. Wir haben die wichtigsten Punkte aufgelistet:
 

Karwoche: Palmsonntag als Startschuss

Zu Beginn der Karwoche wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Nach dem Evangelium winkten die Anhänger dem Sohn Gottes mit Palmwedeln zu. Deshalb werden an diesem Tag Palmzweige geweiht und von den Gläubigen mit nach Hause genommen. Am Palmsonntag wird aber auch an den Beginn des Leidens Jesu erinnert und die Passion gelesen. Palmsonntag stellt den Beginn der Karwoche dar, die in der evangelisch-lutherischen Kirche auch "Stille Woche" genannt wird.

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Karwoche: Ölweihe am Mittwoch oder Donnerstag

In katholischen Domkirchen werden in der Chrisammesse vom jeweiligen Bischof die drei heiligen Öle geweiht. Das Chrisamöl ist für Taufe, Firmung, Priesterweihe und Altarweihe gedacht, das Katechumenenöl zur Taufvorbereitung und das Krankenöl zur Salbung schwer kranker Menschen. Grundlage für die Öle ist hochwertiges kaltgepresstes Olivenöl, das mit Duftstoffen verfeinert wird. Die heiligen Öle werden nach der Weihe in Gefäße gefüllt und in die Pfarreien gebracht.


Karwoche: Gründonnerstag lässt die Glocken verstummen

Am Gründonnerstag erinnern katholische und evangelische Christen an das letzte Abendmahl Jesu. Zumindest in den Bischofskirchen werden Frauen und Männern als Symbol des Dienstes am Nächsten die Füße gewaschen. Vor dem Gloria läuten zum letzten Mal bis zum Gloria in der Osternacht die Glocken. Der Volksmund sagt, "die Glocken fliegen nach Rom". Auch vom "Glockenfasten" ist die Rede. Ab diesem Zeitpunkt werden auch die Altarschellen nicht mehr verwendet. Stattdessen benutzen Messdiener und Ministranten Ratschen beziehungsweise hölzerne Klöppel. Gegen Ende der Liturgie wird das Allerheiligste zu einer Seitenkapelle gebracht, danach der Altar "entblößt", sprich Altartuch und jeglicher Schmuck entfernt. In evangelischen Kirchen gibt es Abendmahlsgottesdienste.


Karwoche: Karfreitag als Andacht zur Todesstunde Jesu

Im Mittelpunkt der Karfreitagsliturgie steht die feierliche Kreuzverehrung. Dazu gehören neben Gebeten die schrittweise Enthüllung und Erhebung eines Kreuzes sowie das Empfangen der Kommunion. Die evangelischen Christen feiern den Karfreitag als Andacht zur Todesstunde Jesu. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht, dass Jesus die Sünden der Menschen auf sich genommen hat und dafür gestorben ist.


Karwoche: Auferstehungsfeier am Karsamstag bedeutet das Ende der Karwoche

Der Karsamstag gilt als Tag der Grabesruhe und endet mit der Auferstehungsfeier am Abend oder frühen Sonntagmorgen. Im Dunkeln wird an einem Feuer vor der Kirche die Osterkerze als Symbol der Auferstehung entzündet. Sie ist zunächst das einzige Licht. Nach und nach werden an ihr weitere Kerzen entzündet. In der Liturgie wird wieder das Gloria angestimmt, am Ende steht die Weihe mitgebrachter Speisen, etwa Osterfladen, Eier und Schinken. Ab diesem Zeitpunkt läuten auch wieder Kirchenglocken, im Gottesdienst dürfen wieder die Altarschellen benutzt werden.


Ostersonntag: Beginn der Osterzeit

Der Ostersonntag markiert den Beginn der Osterzeit, die 50 Tage dauert und an Pfingsten endet. Die Liturgie des Ostersonntags unterscheidet sich nicht wesentlich von der an anderen Sonntagen. Allerdings werden die Gottesdienste besonders festlich gestaltet und oft von Chören und Orchestern begleitet. Am Ende bringen die Gläubigen ihre mitgebrachten Speisen zum Altar, wo sie geweiht werden. In mancher Kirchengemeinde schließt sich an den Gottesdienst ein gemeinsames Osterfrühstück an. mit dpa



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