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Interview: Fränkische Kirchweih soll Immaterielles Kulturerbe werden

Der Antrag ist gestellt: Wie stehen die Chancen, dass die Fränkische Kerwa zum Immateriellen Kulturerbe wird? Ein Interview mit Manfred Scholz
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Der Spielmannszug von Höchstadt darf auf der Kerwa nicht fehlen.  Foto: Johanna Blum
Der Spielmannszug von Höchstadt darf auf der Kerwa nicht fehlen. Foto: Johanna Blum
Beim Tag der Franken an diesem Sonntag (1. Juli) in Ansbach dreht sich alles gemäß dem Motto "Essen in Franken" ums leibliche Wohl - also fast. Denn viele Veranstaltungen und Vorträge setzen sich auch mit der Geschichte und den Bräuchen Frankens auseinander. So beispielsweise Manfred Scholz' kurzer Vortrag "Dorfkerwa in Franken als Immaterielles Kulturerbe" um 16.30 Uhr im Markgrafenmuseum. Dort will er kurz über den Stand seines Antrags referieren. Dem Evangelischen Pressedienst (epd) hat er vorab schon einmal kurz erklärt, worum es dabei geht.

epd: Die Fränkische Kirchweih soll Immaterielles Kulturerbe werden - wie stehen die Chancen dafür aus Ihrer Sicht?

Scholz: Ich denke ganz gut. Wir hatten rechtzeitig den Antrag gestellt - wir sind aber in der ersten Runde im Oktober 2017 nicht berücksichtigt worden. Wir haben dann noch eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den UNESCO-Kriterien nachgeliefert, wie das unserem Verein vom Kultusministerium in München empfohlen wurde. Dabei ging es darum, die Abgrenzung der Fränkische Kerwa von anderen Bräuchen räumlich und inhaltlich weiter auszuarbeiten. Terminlich sieht es so aus, dass es Anfang kommenden Jahres eine zweite Entscheidungsrunde gibt. Nach jetzigem Stand bin ich guten Mutes, dass es dieses mal klappt.

epd: Kerwa, Kerwe, Kärwa - die Schreibweise ist so unterschiedlich wie die vielen Festbräuche. Wo ist das verbindende Band?

Scholz: Die Schriftform unterscheidet sich zwischen Untermain und Fichtelgebirge schon, die Aussprache jedoch ist fast gleich. Um dieses verbindende Band zu dokumentieren, haben wir den Tourismusverband Franken gebeten zur Unterstützung des Vorhabens eine Umfrage bei seinen Regionalverbänden zu starten, was für Kirchweih-Bräuche es wo gibt. Unterm Strich kamen sechs Bräuche und Besonderheiten heraus, die mehrheitlich überall stattfinden oder so vorzufinden sind: Das sind der jeweils ortsspezifische Termin, Kerwa-Buben und -Mädchen aus dem Ort, ein geschmückter Kerwa-Baum, die eigenen Kerwa-Lieder, ein Umzug mit dem Kerwa-Baum und dann noch die fast überall beliebten Kerwa-Küchla, egal ob rund oder eckig.

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epd: Die Anerkennung wird von der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft (FAG) forciert. Was und wer genau steckt hinter dem Kürzel?

Scholz: Die FAG wurde vor rund 70 Jahren gegründet. Im Februar 1948 wurde in den "Nürnberger Nachrichten" der Aufruf zur Gründung einer "Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung der Rechte Frankens" publiziert, den die Herausgeber der Nürnberger Zeitungen ebenso mitunterzeichnet haben, wie Abgeordnete der Parteien und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die Mitglieder setzen sich aus Privatpersonen und Kommunen wie Gemeinde, Landkreise und Bezirke zusammen. Der Zweck unseres Vereins ist die Heimat- und Kulturpflege, fränkische Geschichte und die Vertretung fränkischer Interessen.


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