Laden...
Franken
Ratgeber

Testament schreiben: Diese 10 Dinge müssen Sie wissen

Ein Thema, das leider unumgänglich ist: Wie schreibe ich mein Testament und wer bekommt etwas von meinem Erbe? Wir beantworten Ihnen zehn Fragen, über die Sie unbedingt Bescheid wissen müssen, bevor Sie Ihr Testament machen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Testament
Ein Testament muss nicht zwangsläufig notariell beglaubigt sein. Hier sind zehn Dinge, die Sie wissen sollten, ehe Sie Ihr Testament schreiben. Foto: geralt/pixabay.com.

Was ist der Sinn eines Testaments? Ein Testament regelt, an wen Ihr Erbe nach Ihrem Ableben verteilt wird. Sie bestimmen also, wer etwas von Ihrem Vermögen und Besitz abbekommt. Besitzen Sie kein Testament, wird Ihre Hab und Gut nach Regel der Erbfolge verteilt. Um ein Testament zu erstellen, können Sie sich die Hilfe eines Notars oder eines Fachanwaltes für Erbrecht holen, der Ihr Testament nach Ihrem Belieben gestaltet. Jedoch können Sie Ihr Testament auch handschriftlich selbst erstellen, hier gibt es jedoch einiges zu beachten, damit das Dokument rechtskräftig ist.

Wir stellen Ihnen zehn wichtige Punkte rund um die Themen Erbe und Testament vor, die Sie unbedingt wissen müssen, bevor Sie Ihren letzten Willen aufsetzen.

1. Erbt mein Ehepartner meinen ganzen Besitz?

Ihr Ehepartner erbt nur Ihren ganzen Besitz, wenn er in Ihrem Testament als Alleinerbe eingetragen ist. Ansonsten wird das Erbe unter all Ihren möglichen Erben aufgeteilt. Dabei wird nach der gesetzlichen Erbfolge vorgegangen. Ihr Ehepartner hat zwar ein Vorrecht, jedoch erben beispielsweise auch Ihre Kinder oder sogar Ihre Enkelkinder.

2. Gehört mein langjähriger Lebenspartner ebenfalls zu meinen Erben?

Nein. Ein gesetzliches Erbrecht gibt es für Ehepartner, jedoch nicht für ein unverheiratetes Paar. Lebenspartner werden im Erbrecht als Fremde betrachtet. Sollten Sie nicht verheiratet sein, möchten Ihrem Lebenspartner jedoch etwas vererben, sollten Sie unbedingt ein Testament aufsetzen lassen - ansonsten bekommt Ihr Partner nichts. Auch in Bezug auf die Erbschaftssteuer stehen Unverheiratete schlechter da: Sie dürfen Ihrem unverheirateten Partner lediglich 20.000 Euro steuerfrei vererben. Bei verheirateten Paaren beträgt der Freibetrag ganze 500.000 Euro. 

3. Muss ich mein Testament beim Notar aufsetzen lassen?

Nein, sie benötigen keinen Notar, damit Ihr Testament rechtskräftig ist. Jedoch sollten Ihnen die richtigen Fachbegriffe bekannt sein. Sie müssen detailliert beschreiben wer was und wie viel erbt. Vor allem, wenn Sie ein sehr großes Vermögen vererben oder komplizierte Familienverhältnisse vorliegen, empfiehlt es sich, sich einen Notar als Fachmann hinzu zu holen.

Ratgeber-Bücher und mehr zum Thema Trauer finden Sie auf Amazon.de.*

4. Darf ich mein Testament abtippen und dann per Hand unterschreiben?

Das sollten Sie in jedem Fall vermeiden. Ihr selbst aufgesetztes Testament muss von vorne bis hinten handschriftlich sein, damit es nach Ihrem Ableben ganz eindeutig als Ihr letzter Wille zugeordnet werden kann. Ihre Unterschrift am Ende des Dokumentes ist ein Muss.

5. Dürfen meine Kinder mein Testament nach meinem Tod selbst umsetzen?

Nein. Ihre Kinder, oder derjenige, der das Testament auffindet,  müssen das Schriftstück so schnell wie möglich beim zuständigen Nachlassgericht abgeben. Das zuständige Nachlassgericht ist das des letzten Wohnortes des Verstorbenen. 

6. Umgehe ich durch eine Schenkung die Erbschaftssteuer?

Eine Schenkung zu Lebzeiten ist oft nicht nötig. Denn die Freibetragsgrenze für Eheleute liegt bei 500.000 Euro. Für Unverheiratete bei 20.000 Euro, für Kinder bei 400.000 Euro. Auch für das Eigenheim müssen Ihre Erben keine Steuern zahlen, wenn sie weiterhin darin wohnen bleiben. 

Sie haben einen Trauerfall in der Familie? Dienstleistungen und Hilfe im Trauerfall, Trauer- und Todesanzeigen aus Franken und Tipps von Experten zu den Themen Tod und Trauer finden Sie auf unserem Trauerportal trauer.infranken.de.

7. Kann ich meinen Angehörigen einfach enterben?

Das können Sie in Ihrem Testament vermerken, allerdings hat Ihr Angehöriger gegebenenfalls einen Anspruch auf einen Pflichtteil Ihres Erbes. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es sich um Ihren Ehepartner, Ihre Kinder, Enkel oder Urenkel oder um Ihre Eltern handelt.

8. Bekommen meine nicht-ehelichen Kinder etwas von meinem Erbe?

Nicht-eheliche Kinder werden so behandelt wie eheliche Kinder. Auch in diesem Fall können Sie das Kind zwar enterben, jedoch hat es weiterhin einen Anspruch auf einen Pflichtteil. 

Spezielle Literatur zur Trauerbewältigung von Kindern finden Sie auf Amazon.de.*

9. Erbt mein Ex-Partner, nachdem wir geschieden wurden?

Nein. Durch die Scheidung wird das gesetzliche Erbrecht des Ehepartners aufgehoben. Dennoch sollten Sie in Ihrem Testament deutlich machen, dass Ihr Ex-Ehepartner nichts von Ihrem Erbe abbekommen soll.

10. Muss ich die Beerdigung bezahlen, auch wenn ich das Erbe ausschlage?

Selbst wenn Sie das Erbe ausschlagen, müssen Sie in den meisten Fällen für die Beerdigung aufkommen. Wenn der Verstorbene über genügend Vermögen verfügt, wird die Bestattung aus dem Erbe bezahlt - also kommen die Erben indirekt dafür auf. Aber auch wenn das Erbe ausgeschlagen wird, zum Beispiel aufgrund von vererbten Schulden, tragen die Angehörigen die Bestattungskosten - da sie unterhalts- bzw. bestattungspflichtig sind. Meistens ist dafür der Ehepartner verantwortlich. Darauf folgen die Kinder des Verstorbenen und dann seine Eltern.

Den kompletten Artikel finden Sie auf der offiziellen Website von Stiftung Warentest. 

Viele weitere Informationen haben wir in unserem Artikel "Wie Sie Ihr Testament richtig schreiben" für Sie.

 

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.