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Online-Shopping

Online-Shopping: Fünf Rechte von denen Sie nichts wussten

Online-Shopping gehört bei uns mittlerweile zum Alltag. Dementsprechend muss man auch allerhand Rechte und Pflichten aus der digitalen Welt kennen. Die meisten sind sich über Rückgabefristen und Stornierungen im Klaren, doch von diesen Rechten wissen die wenigsten.
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Der Online-Handel ist weit verbreitet.Laut einer Studie der Mintel-Group haben im Jahr 2018 in Deutschland knapp 92 Prozent aller Internetnutzer online eingekauft. Nicht nur in der jüngeren Bevölkerung ist das Einkaufen im Online-Shop zur Normalität geworden: Auch 89 Prozent aller User im Alter von über 65 Jahre haben 2018 online eingekauft. Zwar wird die Allgemeinheit immer erfahrener im Umgang mit Online-Bestellungen, dennoch gibt es einige Wissenslücken, von denen man gar nichts weiß. Die "Trusted Shops GmbH" hat fünf Rechte herausgesucht, die Online-Kunden zustehen, von denen aber die wenigsten wissen:

1. Die Widerrufsfrist

Jeder Online-Nutzer hat ein Widerrufungsrecht. Diese ist in § 355 BGB festgehalten und legt eine Frist von 14 Tagen fest, in denen man Zeit hat, seinen Vertrag zu widerrufen. Doch was die meisten nicht wissen ist, dass man nach dem Widerruf erneut 14 Tage hat, um das Produkt einzuschicken. Somit fallen das Datum des Vertragswiderrufs und das Datum der Rücksendung auseinander und man hat mehr Zeit, um das Produkt auszuprobieren. Wenn man also beispielsweise ein Smartphone kauft , dann kann 14 Tage lang ausprobieren und anschließend seinen Vertrag widerrufen. Nach dem Widerruf hat man erneut 14 Tage Zeit, bis man das Telefon zurückschickt. So hat man insgesamt 28 Tage Zeit, um das Produkt zu testen.

2. Die Widerrufsfrist bei getrennt gelieferten Produkten

Sollte man zwei Produkte auf einmal bestellt haben, welche aber getrennt geliefert werden, so setzt die Widerrufungsfrist erst beim Eintreffen der zweiten Ware ein. Kommt also eines der beiden Produkte mit einer Verzögerung von drei Monaten, so können Sie Ihr zuerst erhaltenes Produkt auch noch nach drei Monaten und 14 Tagen zurücksenden.

3. Die Wertersatz bei der Widerrufung

Abgesehen von Hygieneartikeln kann man so gut wie alles zurücksenden. Benutzte Badeanzüge, Schuhe und sogar Matratzen kann man an den Verkäufer zurückgeben, obwohl man sie schon verwendet hat. Aber Achtung: Hat das Produkt in irgendeiner Weise an Wert verloren, so darf der Händler vom Käufer "Wertersatz" verlangen. Dieser wird geleistet, indem man nicht den vollen Kaufpreis zurücküberwiesen bekommt.

4. Zurücksenden ohne Originalverpackung

Viele Online-Händler verwenden die AGB-Klausel: "Rücksendung nur in Originalverpackung". Allerdings ist diese Klausel unwirksam. Dies wurde in Deutschland bereits 2005 vom Landesgericht in Frankfurt beschlossen. Eine Klausel, die das Widerrufungsrecht einschränkt ist unwirksam. Ausnahmen bilden hier lediglich Verpackungen, die den Wert des Produktes beeinflussen und/oder selbst Teil des Produktes sind.

Ein Beispiel: Wer die Verpackung seines Toasters nicht mehr hat, der kann ihn ohne Problem in einem Schuhkarton versenden. Wer allerdings seine Rolex-Uhr oder ein besonderes Parfüm zurückgeben möchte, der braucht die Originalverpackung, um den Vollpreis zurückzuerhalten, da hier die Verpackung ein hochwertiger Bestandteil des Produktes ist.

5. Stornierung des Vertrags durch den Händler

Immer wieder wollen Händler, wenn die Ware ausverkauft ist oder ein falscher Preis ausgezeichnet war, von sich aus stornieren. Allerdings ist dies nur unter engen Voraussetzungen, z.B. durch einen gültigen Selbstbelieferungsvorbehalt oder unverzüglicher Anfechtung nach einem anerkannten Preisirrtum.

Grundsätzlich sind Verträge einzuhalten und die meisten Kaufverträge sind bereits bei Bestellung mit sofortiger Zahlung (z.B. via PayPal) abgeschlossen - auch wenn manche Anbieter in ihren AGB schreiben, dass ein Vertrag erst mit dem Eintreffen der Ware beschlossen ist.

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