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Hitzefrei im Sommer: Ab wann ist es zu heiß für Schule oder Arbeit?

Der Sommer ist da und draußen ist es heiß. Der Juni bringt uns Rekord-Temperaturen. Anstatt zu arbeiten oder zu lernen, würden die allermeisten bei diesem Wetter lieber ins Freibad gehen. Gibt es ein Recht auf hitzefrei?
 
Hitzefrei im Sommer
Draußen ist es heiß: Der Sommer ist da! Aber ab wann ist es zu warm für Schule oder Arbeit? Foto: Symbolbild/pixabay
  • Der Sommer ist da und bringt die erste Hitzewelle
  • Auch am Arbeitsplatz und in der Schule wird es heiß
  • Ab wann, ist es zu warm zum Arbeiten oder Lernen?

Der Sommer ist da und bringt die erste Hitzewelle gleich mit. An manchen Tagen kratzen die Temperaturen in dieser Woche in Teilen Deutschlands an der 40 Grad-Marke. Auch in Bayern wird ordentlich geschwitzt. Vor allem diejenigen, die arbeiten oder lernen müssen, haben oft mit der Hitze zu kämpfen. Viele wünschen sich an heißen Sommertagen deswegen hitzefrei von Schule oder Arbeitgeber.

Manche glauben sogar, ab einer bestimmten Temperatur gebe es ein Recht darauf. Aber gibt es das wirklich? Unter welchen Voraussetzungen dürfen Schüler und Arbeitnehmer an heißen Tagen frei nehmen? 

Bayerisches Kultusministerium: Keine verbindliche "Hitzefrei"-Regelung für Schulen

Was Schulen betrifft, gibt es in Bayern keine verbindliche Regelung in Sachen "Hitzefrei". Auf der Internetseite des Kultusministeriums heißt es dazu, die Schulleitung trage "die pädagogische, organisatorische und rechtliche Gesamtverantwortung für die Schule". Schulleiter oder Schulleiterin muss also abwägen, ob der Unterricht aufgrund des Wetters vorzeitig beendet werden darf oder nicht. Gibt es im Schulgebäude beispielsweise kühle Räumlichkeiten, dann kann der Unterricht weitergehen.

Laut Kultusministerium ist die Außentemperatur nicht entscheidend.

Auch während der Corona-Pandemie, wegen der eine Maskenpflicht auch in Schulen herrscht, ist das nicht anders. 

Auch für Arbeitnehmer gibt es kein Recht auf einen freien Hitze-Tag

Schlechte Nachrichten für Arbeitnehmer: Es gibt auch kein gesetzlich geregeltes Hitzefrei am Arbeitsplatz. Grundsätzlich entscheidet der Arbeitgeber ganz individuell, wann und wo seine Mitarbeiter arbeiten. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales, gibt es aber bestimmte Richtlinien, die der Arbeitgeber einhalten muss. Diese besagen unter anderem, dass die Lufttemperatur in Räumen, in denen vorwiegend im Sitzen gearbeitet wird, durchschnittlich 20 Grad betragen sollte. Jalousien und Sonnenschutzmaßnahmen sind also Pflicht.

Steigt die Temperatur im Raum dennoch über 30 Grad, dann sind weitere Maßnahmen nötig - wie Ventilatoren oder Luftbefeuchter.

Steigt die Raumtemperatur über 35 Grad, dann ist das Zimmer laut Verordnung nicht mehr als Arbeitsplatz geeignet. Das gilt nicht nur für Büros, sondern ebenso für Lagerhallen, Werkstätten oder andere Arbeitsumgebungen. Sogar Pausenräume und Kantinen unterliegen dieser Vorschrift.

Bei über 35 Grad-Raumtemperatur: Nicht mehr für die Arbeit geeignet

Entweder muss die Arbeit dann in einen kühleren Raum verlagert werden oder der Arbeitgeber muss andere Hitzeschutz-Maßnahmen treffen. Dazu gehört auch das Bereitstellen von Trinkwasser für die Arbeitnehmer. Bekommt der Arbeitnehmer beispielsweise Kreislaufprobleme, dann darf er natürlich nach Hause gehen. Der Arbeitgeber kann dann aber ein ärztliches Attest verlangen.

Auch im Homeoffice kann es bei diesen Außentemperaturen heiß werden. Inwieweit ist der Arbeitgeber aber dann noch für seine Mitarbeitenden verantwortlich? Hier gibt es laut Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsstättenverordnung eine klare Unterscheidung zwischen regulärem Arbeiten im Homeoffice und einer vorübergehenden Situation, wie zum Beispiel während der Corona-Pandemie.

Arbeitet ein Mitarbeiter im Homeoffice und wurde der Arbeitsplatz vielleicht sogar vom Arbeitgeber ausgestattet, dann gelten dieselben Regeln wie im Betrieb. Der Arbeitgeber muss für den vorgeschriebenen Arbeitsschutz sorgen und darf seinen Mitarbeitern sogar einen angekündigten Besuch abstatten, um zu überprüfen, ob die Schutzmaßnahmen ordnungsgemäß sind. Geht es um vorübergehende oder spontane Ausnahmeregelungen, dann ist die Lage anders.

Wichtig: Unterscheidung zwischen Homeoffice und Mobile Office

Viele Arbeitgeber haben ihre Mitarbeitenden aufgrund der Corona-Pandemie und den Beschlüssen der Bundesregierung spontan und vorläufig ins Homeoffice geschickt. Ist das der Fall, braucht es klare Absprachen. In Sachen Hitze sind Arbeitnehmer dann in den meisten Fällen selbst dafür verantwortlich, für eine angenehme Arbeitsumgebung zu sorgen. Mobile Office muss nämlich nicht zwingend am Küchentisch in der Dachgeschosswohnung stattfinden. Mit einem mobilen Arbeitsplatz kann sich der Arbeitnehmer theoretisch überall dort zum Arbeiten niederlassen, wo es ihm am angenehmsten erscheint.