Deutschland
Sommer-Hitze

Zu heiß für Arbeit und Schule: Ab welchen Temperaturen gibt es in Bayern Hitzefrei?

Ob an der Arbeit oder in der Schule: Bei Temperaturen weit über 30 Grad fällt es vielen schwer, sich zu konzentrieren. Aber gibt es in Bayern ein Recht auf Hitzefrei? Und wenn ja, ab welchen Temperaturen gilt es?
Hitzefrei
In Bayern gibt es weder für Schulen noch für die Arbeit einheitliche und für alle geltende Hitzefrei-Regelungen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Hitzewellen im Sommer: Gibt es ein Recht auf Hitzefrei?
  • Das gilt bei Sommerhitze am Arbeitsplatz und in der Schule
  • Ab wann ist es zu warm zum Arbeiten oder Lernen?

Es ist kein Geheimnis: Je höher die Temperaturen, desto schlechter steht es um die menschliche Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Nicht umsonst gibt es in südeuropäischen Ländern wie Spanien eine Siesta, also eine Ruhephase während der besonders heißen Mittagszeit. Doch welche Regelungen gelten in Bayern, wenn das Thermometer im Sommer in die Höhe klettert? Gibt es an heißen Tagen ein Recht auf Hitzefrei in der Schule oder an der Arbeit?

Keine verbindliche "Hitzefrei"-Regelung für Bayerns Schulen

Was Schulen betrifft, gibt es in Bayern keine verbindliche Regelung in Sachen "Hitzefrei". Auf der Internetseite des Kultusministeriums heißt es dazu, die Schulleitung trage "die pädagogische, organisatorische und rechtliche Gesamtverantwortung für die Schule". Schulleiter oder Schulleiterin muss also abwägen, ob der Unterricht aufgrund des Wetters vorzeitig beendet werden darf oder nicht. Gibt es im Schulgebäude beispielsweise kühle Räumlichkeiten, dann kann der Unterricht weitergehen.

Laut Kultusministerium ist die Außentemperatur nicht entscheidend.

Auch an der Arbeit gibt es kein Recht auf einen freien Hitze-Tag

Schlechte Nachrichten für Arbeitnehmer: Es gibt auch kein gesetzlich geregeltes Hitzefrei am Arbeitsplatz. Grundsätzlich entscheidet der Arbeitgeber ganz individuell, wann und wo seine Mitarbeiter arbeiten. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales, gibt es aber bestimmte Richtlinien, die der Arbeitgeber einhalten muss. Diese besagen unter anderem, dass die Lufttemperatur in Räumen, in denen vorwiegend im Sitzen gearbeitet wird, durchschnittlich 20 Grad betragen sollte. Jalousien und Sonnenschutzmaßnahmen sind also Pflicht.

Hier Angebote für Mobiles Klimagerät & Split-Klimaanlage anfragen

Steigt die Temperatur im Raum dennoch über 30 Grad, dann sind weitere Maßnahmen nötig - wie Ventilatoren oder Luftbefeuchter.

Steigt die Raumtemperatur über 35 Grad, dann ist das Zimmer laut Verordnung nicht mehr als Arbeitsplatz geeignet. Das gilt nicht nur für Büros, sondern ebenso für Lagerhallen, Werkstätten oder andere Arbeitsumgebungen. Sogar Pausenräume und Kantinen unterliegen dieser Vorschrift.

Bei über 35 Grad-Raumtemperatur: Nicht mehr für die Arbeit geeignet

Entweder muss die Arbeit dann in einen kühleren Raum verlagert werden oder der Arbeitgeber muss andere Hitzeschutz-Maßnahmen treffen. Dazu gehört auch das Bereitstellen von Trinkwasser für die Arbeitnehmer. Bekommt der Arbeitnehmer beispielsweise Kreislaufprobleme, dann darf er natürlich nach Hause gehen. Der Arbeitgeber kann dann aber ein ärztliches Attest verlangen.

Auch im Homeoffice kann es bei diesen Außentemperaturen heiß werden. Inwieweit ist der Arbeitgeber aber dann noch für seine Mitarbeitenden verantwortlich? Hier gibt es laut Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsstättenverordnung eine klare Unterscheidung zwischen regulärem Arbeiten im Homeoffice und einer vorübergehenden Situation, wie zum Beispiel während der Corona-Pandemie.

Klimaanlage für heiße Tage: Jetzt 3-Min-Beratung machen

Arbeitet ein Mitarbeiter im Homeoffice und wurde der Arbeitsplatz vielleicht sogar vom Arbeitgeber ausgestattet, dann gelten dieselben Regeln wie im Betrieb. Der Arbeitgeber muss für den vorgeschriebenen Arbeitsschutz sorgen und darf seinen Mitarbeitern sogar einen angekündigten Besuch abstatten, um zu überprüfen, ob die Schutzmaßnahmen ordnungsgemäß sind. Geht es um vorübergehende oder spontane Ausnahmeregelungen, dann ist die Lage anders.

Wichtig: Unterscheidung zwischen Homeoffice und Mobile Office

Befinden sich Arbeitnehmende im Homeoffice statt im Büro, braucht es klare Absprachen. In Sachen Hitze sind Arbeitnehmende dann in den meisten Fällen selbst dafür verantwortlich, für eine angenehme Arbeitsumgebung zu sorgen. Mobile Office muss nämlich nicht zwingend am Küchentisch in der Dachgeschosswohnung stattfinden. Mit einem mobilen Arbeitsplatz kann sich der Arbeitnehmer theoretisch überall dort zum Arbeiten niederlassen, wo es ihm am angenehmsten erscheint. 

Sonnencreme-Tipp: Kaufe jetzt den Öko-Test-Sieger bei Amazon

Das könnte dich auch interessieren: Sonnencreme im Stiftung Warentest: Günstiges Drogerie-Produkt gewinnt - teure Marken fallen durch.

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegenzulassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst und darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.