Franken
Fitnessstudio-Vertrag

Fitnessstudios in der Pandemie: Was sind meine Rechte?

Einige Fitnessstudios brummen ihren Mitgliedern teure Vertragsverlängerungen auf. Das müssen Sie nicht hinnehmen. inFranken.de klärt darüber auf, wie Sie sich am besten verhalten und gibt Tipps und Tricks gegen Abzocke.
 
Fitnessstudio
Fitnessstudios in Bayern haben wieder geöffnet. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa

Pacta sunt servanda – trotz Corona gelten geschlossene Verträge. Streit gibt es nun darum, ob Mitglieder für die Zeit der Schließung während der Corona-Beschränkungs-Zeit Beiträge zurückerstattet bekommen oder nicht. 

Die Verbraucherzentrale Bayern weist auf ihrer Website auf die Rechte bei der Kündigung des Fitnessstudiovertrags hin. Dort berichten Freizeit-Sportler teils von dreisten und unrechten Vertragsverlängerungen auf Kosten der Mitglieder.

Fitnessstudios und Corona: Kostenpflichtige Vertragsverlängerung nicht rechtens

Ein Mitglied kündigte fristgerecht einen 24 Monate laufenden Vertrag, der dann kostenpflichtig um drei Monate verlängert wurde.

Dafür gebe es aber keine Rechtsgrundlage, auch nicht aufgrund der Schließung wegen der Corona-Pandemie.

Eine Verlängerung muss grundsätzlich freiwillig möglich sein und kostenfrei – sofern man sich nicht selbst auf eine Zahlung einlässt.

Kostenlose Verlängerung in vielen Fällen akzeptabel

Zwar boten einige Fitnessstudios Online-Video-Kurse an, allerdings stellen diese nicht einen gleichwertigen Ersatz dar und wiegen damit den Besuch im Fitnessstudio auf. Da der Service nur für die Zeit bezahlt werden muss, in dem er auch von Ihnen genutzt werden konnte, müssen für die Schließungszeit in der Corona-Pandemie keine oder verringerte Beiträge gezahlt werden.

Aber: Lassen Sie Augenmaß walten, auch Fitnessstudios und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter traf die Pandemie hart. Wenn sich das Studio mit hilfreichen Online-Kursen bemüht und eine kostenlose Verlängerung im Gegenzug für die Schließungszeiten anbietet, können Sie durchaus darauf eingehen. 

Im Fall, dass Ihr Fitnessstudio die fristgerechte Kündigung nicht akzeptiert, gibt es zwei Handlungsempfehlungen:

1. Kündigungsnachweis als Beweis aufbewahren

Bevor Sie Ihr Recht durchsetzen, ist der Nachweis der fristgerechten Kündigung vonnöten" %>. Entweder schicken Sie die Kündigung per Post als Einschreiben oder Fax mit qualifiziertem Sendebericht, oder Sie bringen zwei ausgedruckte Exemplare persönlich mit – eins für das Studio, eins für Sie – und lassen sich das Datum und den Eingang mit Unterschrift bestätigen. So können Sie nachweisen, dass die Kündigung fristgerecht eingegangen ist.

2. Zahlung einstellen und Lastschrift widerrufen

Im zweiten Schritt stellen Sie die Zahlung ein: Ab dem Zeitpunkt, an dem die fristgerechte Kündigung gilt. Den Dauerauftrag bei Ihrer Bank können Sie stoppen. Wenn Sie per Lastschrift bezahlen, widerrufen Sie auch die Einzugsermächtigung. Sollte das Studio trotzdem unrechtmäßig abbuchen, kann Ihre Bank das Geld zurückholen.

Zusatz-Tipp: Indem Sie das Studio nach der Rechtsgrundlage der Verlängerung fragen, verdeutlichen Sie, dass Sie das rechtswidrige Vorgehen erkannt haben und nicht hinnehmen.

Beim Fitnessstudio-Besuch in der Corona-Krise: So hoch ist das Infektionsrisiko.