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Fitnessstudio: Pleite, Krankheit, Umzug - das sind Ihre Rechte

Wer aufgrund von Schwangerschaft oder schwerer Krankheit fristlos die Fitnessstudio-Mitgliedschaft kündigen möchte, kann das in aller Regel. Auch wenn das Fitnessstudio Insolvenz anmeldet, kommen Sie im Normalfall ohne Probleme aus dem Vertrag. Über diese und andere rechtliche Aspekte, die Ihre Mitgliedschaft im Fitnessstudio betreffen, klären wir Sie in diesem Artikel auf.
 
Diebstahl im Fitnessstudio, Kündigung wegen Schwangerschaft oder wegen verkürzter Öffnungszeiten? All das ist rechtlich geregelt. Foto: Danielle Cerullo/pixabay.com.
Diebstahl im Fitnessstudio, Kündigung wegen Schwangerschaft oder wegen verkürzter Öffnungszeiten? All das ist rechtlich geregelt. Foto: Danielle Cerullo/pixabay.com.

Bei der Mitgliedschaft im Fitnessstudio handelt es sich um eine vertraglich abgesicherte Vereinbarung. Möchten Sie nun aufgrund Ihrer Schwangerschaft oder aufgrund einer Erkrankung fristlos kündigen, stellt sich mancher Betreiber quer.

Auch im Falle eines Diebstahls im Fitnessstudio oder selbst wenn das Studio plötzlich seine Öffnungszeiten kürzt, gibt es klare rechtliche Regelungen, über die wir Sie im Folgenden aufklären. 

Fitnessstudio: Das sind Ihre Rechte 

Diebstahl, Krankheit, Schwangerschaft oder Umzug - über diese rechtlichen Aspekte betreffend Ihres Fitnessstudio-Vertrages klären wir Sie auf. In vielen Fällen ist der Kunde im Vorteil, Antwort auf viele Fragen gibt immer das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).

Widerrufen der Mitgliedschaft: In der Regel nicht möglich

Es existiert zwar das 14-tägige Widerrufsrecht, dies gilt allerdings nur für telefonisch oder online abgeschlossene Verträge. Bei Fitnessstudio-Mitgliedschaften ist es allerdings zumeist so, dass der Vertrag vor Ort im Studio abgeschlossen wird. Das bedeutet, das in diesem Fall kein Widerrufsrecht vorliegt.

Eine Ausnahme bilden Online-Fitnessstudios wie beispielsweis Gymondo - dort können Sie den Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Haben Sie das Sport-Angebot des Anbieters bereits genutzt, wird der Ihnen unter Umständen einen Teil des Betrages in Rechnung stellen

Kündigen aufgrund einer Erkrankung: Das ist möglich

Wer erkrankt ist, ist im Zweifelsfall außer Stande, das Angebot des Fitnessstudios wahrzunehmen. Blöd, wenn weiterhin die monatlichen Beiträge eingezogen werden. Wenn diese Erkrankung einen "wichtigen Grund" (§314 BGB) darstellt, dürfen Sie auch frühzeitig und fristlos aus dem Vertrag aussteigen. Sorgen Sie dafür, dass ein Attest Ihres Arztes vorliegt, mit dem sie Ihre Erkrankung als "wichtigen Grund" anmerken. Relevant ist allerdings, dass Ihre Erkrankung so schwerwiegend ist, dass Sie während der gesamten Vertragslaufzeit nicht mehr ins Fitnessstudio können.

Auch wenn Sie unter einer Vorerkrankung leiden und sich Ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert,  dürfen Sie fristlos kündigen. In aller Regel aber nur, wenn dem Fitnessstudio Ihre Vorerkrankung bereits bei Vertragsschluss bekannt war. Wichtig: Kündigen Sie so zügig wie möglich nach Erhalt des Attestes. 

Darf ich aufgrund meiner Schwangerschaft kündigen?

Eine Schwangerschaft wird in diesem Fall gehandhabt wie eine Krankheit. Denn auch während einer Schwangerschaft lohnt sich die Fitnessstudio-Mitgliedschaft zumeist nicht wirklich. Je nach Studiobetreiber können Sie entweder fristlos kündigen oder Sie sind verpflichtet, die Mitgliedschaft ruhen zu lassen. So können Sie nach der Schwangerschaft wieder weiter trainieren.

Sollte bei Ihnen eine schwierige Schwangerschaft vorliegen, bei der der Sport möglicherweise Sie oder Ihr Kind gefährdet, können Sie ohne Probleme fristlos kündigen - sofern Sie das per Attest durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bestätigen können. 

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Ich ziehe um - darf ich die Mitgliedschaft deshalb kündigen?

Nein, aus diesem Grund dürfen Sie nicht fristlos kündigen. Selbst wenn Sie aufgrund Ihrer Arbeit wegziehen müssen, interessiert es Ihr Fitnessstudio wenig - schließlich betrifft es das nicht. Versuchen Sie dennoch, mit dem Zuständigen Ihres Fitnessstudios zu reden - vielleicht haben Sie Glück und er zeigt sich kulant.

Wird der Spieß umgedreht und das Fitnessstudio zieht in andere Räumlichkeiten, dürfen Sie kündigen. Liegen die neuen Räumlichkeiten beispielsweise am anderen Ende der Stadt, ist Ihnen das nicht mehr zuzumuten und Sie können fristlos aus dem Vertrag.

Das Fitnessstudio ist pleite: Eine fristlose Kündigung ist rechtens

Ganz klar ja. Schließt Ihr Fitnessstudio aufgrund einer Insolvenz, sollten Sie dem Betreiber eine schriftliche Frist setzen, bis wann das Studio wieder aufmachen sollte - schließlich zahlen Sie ja noch weiterhin Ihren Beitrag. Die Fristsetzung versenden Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein. Passiert vonseiten des Fitnessstudios nichts, können Sie fristlos kündigen.

Eine erteilte Einzugsermächtigung sollte umgehend gestoppt werden, damit Ihnen nicht noch mehr Geld abhanden kommt. Haben Sie den Beitrag für ein Jahr im Voraus bezahlt, könnten Sie allerdings Pech haben und das Geld ist weg. 

Geänderte Öffnungszeiten: Sie dürfen außerordentlich kündigen

Ihr Fitnessstudio hat die Öffnungszeiten geändert und von nun an schon viel früher geschlossen? Das ist ärgerlich, aber Sie können sich wehren. Hat Ihr Fitnessstudio die Öffnungszeiten geändert, dürfen Sie zwar erst einmal nicht fristlos kündigen, aber Sie können den Betreiber auffordern, die alten Öffnungszeiten wieder einzuführen. Dabei ist es wichtig, dass Sie dem Studio eine Frist setzen und die Aufforderung per Einschreiben mit Rückschein verschicken.

Geht das Studio jedoch nicht darauf ein, steht Ihnen eine fristlose Kündigung zu. Sorgen Sie auch dafür, dass Sie die erteilte Einzugsermächtigung zurückziehen

Bei Unfällen bekommen Sie unter Umständen Schadensersatz

Bei Unfällen im Fitnessstudio, bei denen Sie sich verletzen, bekommen Sie nur unter gewissen Bedingungen Schadensersatz vom Betreiber zugesprochen. Ist die Ursache des Unfalls im Verantwortungsbereich des Fitnessstudios zu suchen, bekommen Sie Schadensersatz. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Gerät nicht sachgemäß gewartet wurde und Sie sich aufgrund dessen verletzt haben.

Da die Fitnessstudio-Betreiber den Sport an den Geräte per Vertrag anbieten, sind sie auch in der Pflicht, dem Kunden eine ordnungsgemäße Funktion zu garantieren. 

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Diebstahl im Fitnessstudio: Oft nur Entschädigung bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz

Wird Ihnen in Ihrem Fitnessstudio etwas entwendet, haftet der Betreiber dafür. Viele Studio-Betreiber vermerken allerdings in der Hausordnung oder in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass sie nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit haften. Und auch wenn Sie selbst nachlässig gehandelt haben, also beispielsweise Ihren Spind unverschlossen gelassen haben, haftet der Betreiber in aller Regel nicht.

Eine Ausnahme gibt es, selbst wenn Sie den Spind verschlossen haben: befinden sich wertvolle Gegenstände darin, zum Beispiel Schmuck oder ein teures Smartphone, ist der Kunde quasi selbst schuld. Denn ihm hätte bewusst sein müssen, dass ein Spind nicht umfänglich schützt. Nur wenn häufiger Spinde aufgebrochen werden, wird der Betreiber wieder zur Verantwortung gezogen. 

Keine eigenen Getränke erlaubt: Darf das Fitnessstudio das?

Nein, dieses Verbot ist nicht zulässig. Mit der Ausnahme von Glasflaschen, da durch sie das Risiko einer Verletzung besteht. Eine Plastikflasche* können Sie also ohne Probleme mit ins Studio nehmen.

Genügend zu trinken ist im Fitnessstudio umso mehr von Bedeutung, da der Flüssigkeitsverlust durch die sportliche Betätigung gesteigert ist. Nur weil ein Studio seine Getränke verkaufen möchte, darf es Ihnen Ihr eigenes Getränk also nicht verbieten. 

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Duschen nur gegen Geld: Das ist erlaubt

Ihr Fitnessstudio darf Ihnen die Dusche nach dem Training gegen Geld anbieten. Voraussetzung ist, dass Ihnen das bei Vertragsschluss deutlich gemacht wurde. Ist es im Kleingedruckten versteckt, ist es hinfällig.

Ärger mit dem Fitnessstudio: Hier finden Sie rechtlichen Beistand

Erste Anlaufstelle für Verbraucher-Fragen ist immer die Verbraucherzentrale. Informieren Sie sich über die nächstgelegene Beratungsstelle und lassen Sie sich von Fachleuten informieren und weiter helfen. 

Die Verbraucherzentrale gibt auf ihrer offiziellen Website unter anderem Tipps, wie Sie Fitnessstudio-Verträge durchschauen. 

Fazit: Ihre Rechte im Fitnessstudio sind im BGB geregelt

Es gibt allerlei rechtliche Aspekte rund um die Mitgliedschaft im Fitnessstudio zu beachten. Ob das die fristlose Kündigung aufgrund von Schwangerschaft, Insolvenz des Betreibers oder aufgrund eines Umzuges ist - oft ist der Verbraucher im Vorteil. Auch Schadensersatzregelungen im Verletzungs-Fall oder das Mitbringen eines eigenes Getränkes ist juristisch festgeschrieben - ein informierter Verbraucher ist klar im Vorteil.

Den kompletten Artikel finden Sie auf der offiziellen Website von Stiftung Warentest.

 

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