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Absage wegen Coronavirus: Wann Verbraucher ihr Geld für Tickets zurückbekommen

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern dürfen in Bayern bis 19. April nicht mehr stattfinden. Wer schon Tickets gekauft hat, kann in der Regel sein Geld zurückfordern.
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Wenn ein Veranstalter ein Event absagt, können Ticketinhaber ihr Geld von ihm zurückfordern. Auch bei einer Terminverlegung haben die Verbraucher Rechte. Foto: Britta Pedersen / dpa
Wenn ein Veranstalter ein Event absagt, können Ticketinhaber ihr Geld von ihm zurückfordern. Auch bei einer Terminverlegung haben die Verbraucher Rechte. Foto: Britta Pedersen / dpa

Das Coronavirus legt Teile des öffentlichen Lebens lahm. Am Dienstag (10. März 2020) wurden in Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt. Die Regelung gilt vorerst bis einschließlich 19. April. Viele Großveranstaltungen wie Konzerte oder Fußballspiele müssen daher abgesagt werden beziehungsweise finden ohne Publikum statt. Wer schon ein Ticket hat, befürchtet nun vielleicht, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Die Verbraucherzentrale erklärt auf ihrer Website vor diesem Hintergrund, wann Verbraucher ihr Geld zurückerhalten. Sagt der Veranstalter eine Veranstaltung ab, besteht der Verbraucherzentrale nach grundsätzlich ein Anspruch darauf, den Ticketpreis erstattet zu bekommen. "Denn im Fall einer Absage kommt der Veranstalter seiner Leistungspflicht nicht nach - unabhängig davon, ob der Veranstalter den Ausfall zu verantworten hat oder nicht."

Absage wegen Coronavirus: Was die Verbraucherzentrale rät

Verbraucher, die von einer Absage betroffen sind, sollten sich an den Veranstalter oder die Vorverkaufsstelle wenden, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Auch die Besitzer von Dauerkarten könnten anteilig ihr Geld zurückfordern, etwa wenn Fußballspiele ohne Zuschauer stattfinden.

Verlegung wegen Coronavirus: Diese Regelung gilt bei Ersatzterminen

Wird die Veranstaltung nicht abgesagt, sondern auf einen anderen Termin verschoben, müssten Verbraucher diese grundsätzlich nicht hinnehmen. Wer am Ersatztermin keine Zeit hat, könne sein Ticket zurückgeben und Gelder zurückfordern, so die Verbraucherzentrale. Für die ursprüngliche Veranstaltung müsse allerdings ein konkretes Datum festgelegt gewesen sein.

"Etwaige Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die eine Rückgabe des Tickets nur bei genereller Absage gestatten, sind unserer Ansicht nach unwirksam", heißt es weiter.

Rückerstattung: Pauschalreise oder getrennte Buchungen?

Hat man zusätzlich zum Ticket auch noch ein Hotelzimmer über den Anbieter gebucht (Pauschalreise), könnten Verbraucher von der kompletten Reise kostenlos zurücktreten, wenn die Veranstaltung abgesagt wird. Bei getrennten Buchungen ist die Rechtslage komplizierter, wie die Verbraucherzentrale weiter berichtet. So müsse der Veranstalter zum Beispiel die Hotelkosten übernehmen, wenn er Schuld an der Absage ist.

Führen jedoch äußere Umstände (höhere Gewalt) zum Ausfall der Veranstaltung, greift diese Regelung nicht mehr. "Ob eine Absage wegen des Coronavirus tatsächlich hierunter fällt, bleibt abzuwarten", heißt es.

Bahnreise: Fahrkarten werden bei Ausfällen erstattet

Ebenfalls erstattet werden Fahrkarten der Deutschen Bahn, wenn etwa die Reise zu einem Konzert oder Fußballspiel geplant war und dieses wegen des Coronavirus entfällt. Betroffene Kunden sollen sich laut Pressemitteilung der Bahn an die Verkaufsstellen oder den Kundenservice wenden.

Allein aus Angst davor, sich auf Veranstaltungen mit dem Coronavirus zu infizieren, können Tickets nicht kostenfrei zurückgegeben werden. Hier seien Verbraucher auf ein Entgegenkommen des Veranstalters angewiesen, erklärt die Verbraucherzentrale.

Über die Lage in ganz Franken, Deutschland und der Welt halten wir Sie in unserem Coronavirus-Ticker auf dem Laufenden.

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