Franken
Tierquälerei

Premium-Produkt Daune: Das grausame Tierleiden für einen gemütlichen Schlaf

In der Bettwäsche, der Matratze oder der Kleidung ist sie drin: Die Daune. Doch nur wenige wissen, welche Qualen Ente und Gänse durchleben bis ihre Federn uns zu Gunsten kommen.
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Oft werden die Gänse den Lebendrupf ausgesetzt. Symbolbild: Roland Weihrauch/dpa
Oft werden die Gänse den Lebendrupf ausgesetzt. Symbolbild: Roland Weihrauch/dpa

Bei kalten Temperaturen verlässt man nur ungern das flauschig warme Bett. Am liebsten würde man sich noch mal umdrehen und für den restlichen Tag mit seinem Kopf auf dem bequemen Kissen liegen bleiben. Doch was bei uns für ein Gefühl von Wärme und Komfort sorgt, bereitet den Tieren erhebliche Schmerzen. Schließlich werden rund 16.000 Tonnen Daunen von Gänsen sowie Enten für die deutschen Schlafzimmer gerupft.

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Was genau sind Daunen?

Als Daunen wird das Untergefieder von Gänsen und Enten bezeichnet. Sie unterscheiden sich durch ihre kurzem Kiel von Federn und besitzen keine Häkchen an den Federästen. Für die Vögel dient die Daune als effektive Wärmespeicherung.

Die Verarbeitung

Wie der Deutsche Tierschutzbund informiert, werden Federn und Daunen bei Enten ausschließlich nach der Schlachtung gerupft. Bei Gänsen hingegen erfolgt das Rupfen noch am lebendigen Leib. Bei dem Prozess sind die Vögel starken Belastungen sowie erheblichen Schmerzen ausgesetzt. "Die Tiere werden gefangen, festgehalten und umgedreht, eine für Vögel ungewohnte und im Allgemeinen lebensbedrohliche Position."

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Zwar ist die besonders brutale maschinelle Methode in den Bundesländern untersagt, allerdings wurde das Lebendrupfen generell noch nicht verboten. Nach § 23 Abs. 3. der Europaratsempfehlung zur Haltung von Hausgänsen, wird das Raufen, also das Entnehmen der Federn beim natürlichen Federwechsel, erlaubt. Doch auch das Raufen bereitet den Vögeln Schmerzen und bietet bei der industriellen Feder- und Daunengewinnung keine Garantie, dass sich alle Tiere zu diesem Zeitpunkt in ihrem natürlichen Federwechsel befinden und somit folgenschwer darunter leiden.

Das können Sie tun

Verzichten Sie, wenn möglich, auf Daunen-Produkte. Dazu zählen neben der Bettwäsche auch Jacken. Falls es doch Daune sein sollte, achten Sie auf das Siegel. Downpass, Global Traceable Down Standard (TDS) oder Responsible Down Standard (RSD) weißen auf eine tierfreundliche Haltung hin. Lebendrupfen sowie Zwangsfütterung sind hier verboten. Alternativen bieten Bettwäsche- und Bekleidungsfüllungen wie Baumwolle, Polyester oder Stoffe wie Viskose, die ebenso wärmend sind.

 

 

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