Vilsbiburg
Fasten

Plan B haben, Mitstreiter suchen und Hauptsache anfangen: Strategien fürs Fasten

Eine Süßigkeit am Mittag, das Feierabendbier auf dem Sofa, Internet-Surfen mit dem Handy vor dem Einschlafen: Für den einen sind das die kleinen Freuden des Alltags, für den anderen nervige Angewohnheiten, die man gerne loswerden möchte. Zum Beispiel in der Fastenzeit.
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Verbot in der Fastenzeit: Zwischen Karneval und Ostern verzichten nicht nur religiöse Menschen oft auf Bier und Wein - und auch auf ganz andere Dinge. Foto: Uwe Zucchi/dpa/dpa-tmn
Verbot in der Fastenzeit: Zwischen Karneval und Ostern verzichten nicht nur religiöse Menschen oft auf Bier und Wein - und auch auf ganz andere Dinge. Foto: Uwe Zucchi/dpa/dpa-tmn
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Es ist in jedem Jahr aufs Neue eine beliebter Leitspruch für Aktionen zur Fastenzeit: Weniger ist mehr. Dabei verzichten Menschen auf Fleisch oder aufs Auto, auf Schokolade oder Smartphone, auf Alkohol oder auf Plastik. Woher kommt das? Und wie lassen sich die sieben Wochen voller Verzicht durchhalten?

Fasten als Gefühl von Freiheit

"Einer der größten Wünsche des Menschen ist der Wunsch nach Freiheit", erklärt Mentaltrainer Steffen Kirchner aus Vilsbiburg den Trend. "Und die Fähigkeit, ohne etwas auszukommen, ist im Grunde ein Gefühl von Freiheit."

Die Begeisterung für den Verzicht erklärt Kirchner mit der steigenden Frequenz von Alltagsreizen, die den Alltag bestimmen - vom ständig brummenden Handy über das volle Mail-Postfach bis zum nicht endenden Strom der Werbebotschaften. Dadurch fühlen sich viele Menschen fremdbestimmt. Und wer verzichtet, ist wieder selbstbestimmt. "Man will sich von äußeren Reizen abkoppeln, um wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen."

Verzicht: Anfangen ist das Schwierigste

Und doch erreicht nicht jeder sein Fastenziel - oder macht sich überhaupt auf den Weg. "Das Hirn mag keine Veränderungen, deshalb ist das Anfangen beim Fasten das Schwierigste", sagt Kirchner. Und selbst wenn der Start gelingt, lassen sich viele vom ersten Rückschlag gleich wieder aus der Bahn werfen. "Der wichtigste Tipp ist, nachsichtig mit sich selbst zu sein", rät Kirchner. "Es geht beim Fasten nicht ums Durchhalten, sondern ums Anfangen. Und im Zweifelsfall gibt es dann halt mehrere Anfänge."

Drei Strategien: Plan B, Mitstreiter und Hin-zu-Motivation

Für den Umgang mit Rückschlägen und Durststrecken kennt Kirchner mehrere Strategien. Erstens den Plan B - Probleme also gleich von Anfang an einzuplanen und Antworten parat zu haben. Zweitens Mitstreiter in Familie oder Freundeskreis, die mitfasten, ohne dass sie unbedingt auf das Gleiche verzichten müssen. "Das Gefühl, nicht alleine zu sein, erhöht die Motivation."

Und drittens spielt das Fastenziel eine entscheidende Rolle: Wichtig sei eine Hin-zu-Motivation, und keine reine Weg-von-Motivation - also ein klares Bild vom gewünschten Endergebnis. "Die Frage ist: Was ist die Emotion, die ich am Ende haben will?", erklärt Kirchner. Denn beim Smartphone-Fasten gehe es ja eigentlich nicht darum, weniger am Handy zu hängen - sondern zum Beispiel darum, mehr Zeit für die Familie zu haben.

Zum Thema: Fasten mal anders: 7 Fasten-Tipps für 7 Wochen Fastenzeit



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