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Berlin
Brettspiel-Preis

Bilder aus Stöcken, Klötzen und Schnürsenkeln: Das ist das Spiel des Jahres 2020

Die Preisträger der bekanntesten Auszeichnung für Brettspiele im deutschsprachigen Raum stehen fest: "Pictures" heißt das Spiel des Jahres 2020. Als kreatives Partyspiel ähnelt es dem Vorjahressieger "Just One". Zum Kennerspiel des Jahres kürte die Jury "Die Crew". inFranken.de stellt Gewinner und Nominierte vor.
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Verleihung Spiel & Kennerspiel des Jahres 2020
Claudia Barmbold vom PD-Verlag präsentiert bei der Verleihung des Preises «Spiel & Kennerspiel des Jahres 2020» das Spiel «Pictures»: «Pictures» von Daniela und Christian Stöhr wurde zum Spiel des Jahres gewählt. Aufgrund der Corona-Pandemie sind einige Spieleentwickler und Autoren der diesjährigen Preisverleihung fern geblieben. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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  • In dieser Woche wurde der renommierte Spielepreis "Spiel des Jahres" vergeben 
  • "Pictures" ist "Spiel des Jahre 2020
  • "The Crew" ist "Kennerspiel des Jahres 2020"
  • "Speedy Roll" ist "Kinderspiel des Jahres 2020"
  • Die Spielebranche verzeichnete zuletzt ein deutliches Umsatzplus - auch dank der Corona-Beschränkungen

Gesellschaftsspiele und Brettspiele haben nicht zuletzt wegen der Corona-Einschränkungen Hochkonjunktur. Nun stehen die neuen Jahrgangsbesten fest. Die Preisverleihung zum "Spiel des Jahres 2020" in Berlin fiel diesmal ein paar Nummern kleiner aus - aber nicht ins Wasser. Und so gibt es auch im Corona-Jahr 2020 ein öffentlich gekürtes «Spiel des Jahres». Am Montag (20. Juli 2020) ging die begehrte Auszeichnung an «Pictures» von Daniela und Christian Stöhr (PD-Verlag). Die Preisträger werden aus ihrem Stuttgarter Zuhause per Video zugeschaltet. «Wir können es nicht glauben», zeigt sich die Spieleerfinderin überrascht. Es ist die erste Kür ohne Händeschütteln.

Spiel des Jahres 2020: Pictures ist ein kreatives Partyspiel - so wie der Vorjahressieger

Aus Bauklötzen, Stöcken, Schnürsenkeln oder Symbolkarten werden bei «Pictures» Foto-Motive gebaut, die auf einer großen Karte von den Mitspielern erkannt werden sollen. Die fünf verschiedenen Materialsets wirkten auf den ersten Blick fast willkürlich zusammengewürfelt, seien aber klug gewählt, begründet die Kritiker-Jury ihre Wahl. Der Anreiz zum Experimentieren sei enorm, die Raterunden glichen dem Besuch von Kunstausstellungen. Fazit: «Große Kreativität mit einfachsten Mitteln!». Das Partyspiel für bis zu fünf Mitstreiter kostet etwa 40 Euro. Es steht damit in der Tradition von "Just One", das sich 2019 die begehrte Auszeichnung sichern konnte. 

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Und wie kommt "Pictures" in der Spiele-Community an? Die englischsprachige Brettspiel-Seite boardgamegeek.com bewertet das frisch gekürte "Spiel des Jahres" mit 7,3 von 10 Punkten. Das ist ein ordentlicher Wert, bedenkt man, dass dort vor allem echte Brettspiel-Freaks unterwegs sind, die Spiele mit Tiefgang und Taktik bevorzugen. Dazu passt, dass die Komplexität von "Pictures" den niedrigsten Wert 1 (von 5) erhält. Schließlich soll das "Spiel des Jahres" einsteigerfreundlich und familientauglich sein - für Fortgeschrittene gibt es die Kategorie "Kennerspiel des Jahres".  Bei den Kurzrezensionen loben die Boardgamegeeks die Kreativität, die das Spiel den Beteiligten entlockt, und dass in der Runde viel gelacht wurde. Mehrfach kritisiert wird die zu geringe Anzahl der nachzustellenden Foto-Motive. Aus diesem Grund gibt ein Nutzer den Tipp einfach eigene Fotokarten zu erstellen.   

Die weiteren Nominierten für das Spiel des Jahres:

  • "My City" von Erfolgsautor Reiner Knizia ("Keltis", "Einfach Genial", "Wettlauf nach El Dorado") ist ein innovatives Städtepuzzle für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren. Die Spieler bauen auf persönlichen Landschaftstableaus eine Stadt auf, wobei Karten die Reihenfolge bestimmen. Das Besondere: My City ist ein Legacy-Spiel, das sich über mehrere Spieleabende fortsetzt. Im Verlauf von 24 Einzelpartien gibt es immer wieder neue Aufgabe und Spielelemente. 
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  • Bei "Nova Luna" (Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel) handelt sich um ein astrales Legespiel für 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren.  Dabei müssen quadratische Plättchen so platziert werden, dass die auf ihnen abgebildeten Aufgaben möglichst vollständig erfüllt, zum Beispiel bestimmte Farben auf den Nachbarfeldern. Eine wichtige Rolle spiel dabei die Kaufmechanik: Die Spieler zahlen mit Schritten auf einer Mond-Leiste; wer am wenigsten zahlt, beginnt den nächsten Zug. 
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Kennerspiel des Jahres 2020: die kooperative Planetenreise "Die Crew" 

In der Sparte "Kennerspiel des Jahres" für erfahrende Spiele-Enthusiasten geht die Auszeichnung an "Die Crew" von Thomas Sing. Das Kartenspiel fordert laut Jury auf originelle Weise heraus und brauche Teamgeist und Weitblick. Es geht um eine drei- bis fünfköpfige Raumschiff-Crew, die zu einem Planeten am Rande des Sonnensystems reist. Die Spieldauer liegt bei etwa 20 Minuten. Was der Jury besonders gefiel, ist die Tatsache, dass es sich um ein Stichspiel handelt, bei denen der kooperative Modus (man spielt nicht gegeneinander, sondern miteinander - quasi gegen das Spiel) selten ist. So müssen bei "Die Crew" 50 Missionen gelöst werden, in denen die Reihenfolge der Stiche ebenso wichtig sein kann, wie der Umstand, welches Crewmitglied sie tätigt.

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Die weiteren Nominierten für das Kennerspiel des Jahres:

  • "Der Kartograph" (Jordy Alan, für 1 bis 8 Spieler) vereint Elemente von gezeichneten Tetris-Puzzles und Fantasy-Abenteuern:  Die Spieler haben die Aufgabe, im Auftrag einer Königin unerschlossene Ländereien zu erkunden. Dabei skizzieren sie ihre Landschafts-Entwürfe  auf dem Spielblock, müssen aber damit rechnen, dass ein wichtiges Gebiet plötzlich von Trollen bevölkert ist. 
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  • Als geschichtsträchtiges Verhandlungsspiel wird "The King’s Dilemma" (Lorenzo Silva, Hjalmar Hach und Carlo Burelli) beschrieben. Bei dem anspruchsvollen Spiel, das nur zu viert oder zu fünft gespielt werden kann,  schlüpfen die Spieler in die Rolle von Beratern eines Königs. Dabei müssen sie Entscheidungen treffen, die den weiteren Verlauf maßgeblich beeinflussen. So entsteht in mehr als 20 Einzelpartien eine umfassende Geschichte.
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Kinderspiel des Jahres 2020: "Speedy Roll" - witziges Igelrollen

Bereits im Juni wurde "Speedy Roll" als "Kinderspiel des Jahres" ausgezeichnet. Dabei rollen 1 bis 4 Kinder ab 4 Jahren einen Klett-Igel über den Waldboden und müssen versuchen, dass dabei an ihm die richtigen Äpfel, Pilze und Blätter hängen bleiben. 

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Die weiteren Nominierten für das Kinderspiel des Jahres:

  • Bei "Foto Fish" (2 bis 4 Spieler ab 4 Jahren) müssen die Spieler Fische in einem Aquarium mittels eines Fotorahmens "fotografieren", wobei die Würfel die Zielobjekte bestimmen. Schnelligkeit ist hier Trumpf, doch auch der Langsamste geht nicht komplett leer aus.  
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  • "Wir sind die Roboter" (2 bis 6 Spieler ab 5 Jahren) ist ein kooperatives Einschätzspiel, bei dem die Spieler im Laufe des Spiels lernen müssen, die Geschwindigkeit von Robotern richtig einzuschätzen. Klingt merkwürdig? Laut "Spiel des Jahres"-Jury fesselt das Spiel aber vom ersten bis zum letzten "Beep", weil die Kinder gefesselt von den Robotern sind und dabei Gemeinschaft, Achtsamkeit und Empathie üben. 
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Das Gremium vom Verein «Spiel des Jahres» sondiert jährlich den Spielemarkt und wählt aus Hunderten Neuerscheinungen in verschiedenen Kategorien das nach seiner Ansicht beste Spiel aus. Bewertet werden Idee, Regelgestaltung, Layout und Design. Rund 330 deutschsprachige Neuerscheinungen seien aktuell unter die Lupe genommen worden, sagt Vereinsvorsitzender Harald Schrapers. Anliegen des Vereins ist es, Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele als Kulturgut zu fördern. 

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Die Auszeichnung als «Spiel des Jahres» wird seit 1979 vergeben. Damals gewann «Hase und Igel». Später kamen weitere Kategorien hinzu.

Das 1995 ausgezeichnete Brettspiel «Die Siedler von Catan» von Klaus Teuber sei zu einem modernen Klassiker geworden, hebt der Vereinschef von «Spiel des Jahres» hervor. Inzwischen umbenannt in «Catan - Das Spiel», werde es in vielen Ländern bis heute gespielt.

Wegen Corona: Brettspiel-Branche mit deutlichem Umsatzplus 

In Zeiten der Pandemie seien Brettspiele «mehr denn je gefragt», sagt Vereinschef Schrapers. Das Umsatzplus der Branche durch Corona beziffert er mit 25 Prozent. Viele Familien hätten die Erfahrung gemacht: «Das analoge Spiel lässt sich nicht virtuell ersetzen.» Das gemeinsame Erlebnis stehe obenan. Das deutsche Brettspiel - das «German Style Game» gilt laut Verein international als stilbildend. Für den Kosmos-Verlag bestätigt Heiko Windfelder den stetigen Trend zum Brettspiel trotz Digitalisierung. «Corona hat das noch verstärkt», sagt der Manager der Deutschen Presse-Agentur. Der Umsatz gegenüber den Vorjahresmonaten sei um etwa 30 Prozent hoch gegangen. Auch Kinderbücher, Experimentierkästen oder Ratgeber würden mehr als sonst gekauft.

Der Verein Spieleverlage resümiert, Brettspiele seien bei der Bewältigung von Corona-Extremsituationen in vielen Familien zu einem wichtigen Helfer im häuslichen Krisenmanagement geworden. Laut dem Zusammenschluss der Spieleverlage stiegen die Millionen-Umsätze auf dem Markt für Gesellschaftsspiele 2019 im sechsten Jahr in Folge. «Die Qualität der Spiele nimmt seit Jahren durchweg zu.» Verlage verkauften demnach deutschlandweit mehr als 50 Millionen Spiele. Die Auszeichnung als «Spiel des Jahres» mit dem Logo-Aufdruck einer Lorbeer umkränzten Halmafigur kurbele den Verkauf an, heißt es bei Spieleentwicklern. Der Hersteller zahlt er für die Nutzung des Logos eine Lizenzgebühr an den Verein. Der orientiert sich nach eigenen Angaben aber strikt am Verbraucher.

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