Warum reagieren Forex-Märkte auf das Coronavirus?

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in China und der Verbreitung in weite Teile der Welt müssen sich viele Bürger mit unangenehmen Konsequenzen herumschlagen. Die häusliche Quarantäne hält vielerorts seit Wochen an, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und den Wissenschaftlern mehr Zeit zur Entwicklung eines Impfstoffes zu gewähren. Vor allem das Ausgangsland China ist in der Wirtschaft ein wichtiger Knotenpunkt in der Produktion sowie in Zulieferketten, sei es in der Automobil- oder Technologieindustrie. Unternehmen wie Volkswagen, Apple, Tesla und Microsoft produzieren alle in China, wo mit Ausbreitung der Krise sämtliche Fabriken stillgelegt wurden. Die verlangsamte Wirtschaft führt im Normalfall zu einem Abfall des Bruttoinlandsproduktes und schwächt die Landeswährung.

Eine genau solche Entwicklung war beim chinesischen Yuan zu sehen. Mitte Februar war ein Euro noch knapp über 7,55 Yuan wert. Nach der ersten Märzwoche waren es bereits 7,95 Yuan und damit war der Yuan gegenüber dem Euro so stark gefallen, wie seit August 2019 nicht mehr. Genau diese Entwicklungen bieten jedoch auch Chancen für Investoren im Forex-Handel, da die Nachrichtenlage einen großen Einfluss auf die Entwicklung einer Währung besitzt. Steigt die Anzahl der gemeldeten Infektionen in einer Region zum Beispiel rapide an, wird das einen Einfluss auf den Devisenmarkt und letztlich den Wert einer Währung besitzen. Wer diese Entwicklungen frühzeitig erkennt, kann entsprechend profitieren. Denn auch wenn der chinesische Yuan für einige Zeit abstürzte, meldete er sich im Anschluss wieder zurück, als Europa zum Zentrum der Krise wurde, während die Werke in Asien wieder langsam anliefen.

Traditionelles Vertrauen in die „großen“ Währungen

Traditionell sind es vor allem die „großen“, meist gehandelten Währungen, die in Krisenzeiten Zuspruch erhalten. Genau so fiel auch nach dem Aufkommen des Coronavirus die erste Reaktion aus. Insbesondere der US-Dollar (USD), Euro (EUR) und Japans Yen (JPY) werden auf den Forex-Märkten als sichere Häfen angesehen. Der Yen in einem wenig von der Coronakrise betroffenen Japan entwickelte sich mit am stärksten und erreichte Mitte März seinen höchsten Wert seit November 2016. Im letzten Jahr gewann JPY gegenüber dem USD um 3,24 Prozent, gegenüber dem EUR gar um 6,32 Prozent (Stand 10. April). Diese Entwicklungen kamen vor allem in der Zeit der aktuellen Wirtschaftskrise zustande.

Während der Yen sich also recht positiv entwickelte, verzeichnete der Euro in den letzten drei Monaten ein starkes Auf und Ab. Von 1,14 bis 1,06 USD ging es innerhalb von nur zehn Tagen, ehe sich der Wert Mitte April auf rund 1,09 USD einpendelte. Die Vorhersagen erwarten einen weiterhin an Wert verlierenden Yuan, während der Euro gegenüber dem US-Dollar ebenfalls einbüßen könnte. Dementsprechend ist es trotz einer verschärften Coronakrise, auch durch umfangreiche Hilfspakete vonseiten der Regierung, in den Vereinigten Staaten wieder einmal der US-Dollar, der sich als Investment durchsetzt. Neben dem japanischen Yen handelt es sich dabei um die Währung mit den besten Aussichten, solange die Krise weltweit anhält. Sobald die Beschränkungen in Europa merklich gelockert werden, ist die Lage allerdings wieder neu einzuschätzen.