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Verkehrsverbund

Mit dem VGN umweltfreundlich unterwegs

Weniger Schadstoffausstoß, weniger Flächenverbrauch – mehr saubere Luft und mehr Raum zum Leben.
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VAG- Bio-Erdgas Busse
Die VAG fährt seit 2012 mit Ökostrom. Foto: VAG/Klaus Schillinger
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Klimaschutz geht uns alle an. Diese Erkenntnis ist inzwischen bei den meisten Bundesbürgern angekommen.  Einschränkungen muss dennoch niemand hinnehmen: Wer umweltschonend mobil sein will, steigt einfach in Busse und Bahnen.

„Die Deutschen ziehen den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel dem Bau neuer Straßen und Autobahnen vor“, lautete kürzlich die Schlagzeile bei „report Mainz“. Die repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag des ARD Politikmagazins bestätigte, dass ein Umdenken  stattfindet - weg vom eigenen Auto, hin zu klimaschonender Mobilität mit Bussen und Bahnen.  

Dass es allerhöchste Zeit für eine Verkehrswende  ist, bestätigen die nackten Zahlen: Fast ein Fünftel des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in Deutschland stammt aus den Auspuffen von Pkws und Lkws. Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen 2017 um 2,3 Prozent auf 170,6 Millionen Tonnen an. Der ÖPNV ist Klimaschutz per se: Die Nutzung von Bussen und Bahnen anstelle von Pkw und Lkw spart bundesweit zirka 15 Millionen Tonnen CO2pro Jahr. Das entspricht ungefähr dem, was eine Stadt wie Hamburg mit ihren Haushalten, dem Verkehr und der Industrie im Jahr emittiert. Auch beim spezifischen Energiebedarf ist der ÖPNV besser als der Pkw: Wer mit Bus oder Städtischer Bahn unterwegs ist, „verbraucht“ nur 3,3 l Benzin bzw. Dieseläquivalent pro 100 km und spart damit 46 Prozent Energie im Vergleich zum Auto. Eine Fahrt mit der Eisenbahn spart sogar über 60 Prozent der Energie. 

Der kürzlich vorgelegte Klimaschutzbericht der Bundesregierung belegt, dass Deutschland beim Klimaschutz bis 2020 derzeit auf eine CO2-Minderung von 32 Prozent gegenüber 1990 zusteuert - und damit die angestrebten 40 Prozent deutlich verfehlt. Dass die Lücke so groß ist, liegt unter anderem daran, dass Wirtschaft und Bevölkerung stärker gewachsen sind und das damit einhergehende Verkehrsaufkommen höher ist als angenommen. Warum also nicht einmal das eigene Auto stehen lassen und in Busse und Bahnen steigen? Immer mehr Menschen tun das. 246,7 Millionen Fahrten haben die Fahrgäste im VGN letztes Jahr mit Bussen und Bahnen unternommen. Das waren 1,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 

Mit 769 Linien erschließen die Verkehrsunternehmen im VGN ein fasst 16.000 Quadratkilometer großes Gebiet, das von Treuchtlingen im Süden bis Lichtenfels im Norden und von Amberg im Osten bis Kitzingen im Westen reicht. Zahlreiche P+R-Parkplätze erleichtern Pendlern den Umstieg. Die Echtzeitauskunft und der elektronische Ticketkauf per App oder am heimischen PC machen es einfach, die Angebote zu nutzen. Während der Fahrt ist es möglich, die Zeit sinnvoll zu nutzen, sei es zum Entspannen oder zum Arbeiten. Zum Klimaschutz gesellen sich also noch einige weitere Vorteile. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

 


3 Fragen an Richard Mergner

Landesvorsitzender des BUND Naturschutz, Landesverband Bayern und verkehrspolitischer Sprecher des BUND

Herr Mergner, welche Bedeutung haben Busse und Bahnen für Umwelt- und Klimaschutz?

Der Straßenverkehr trägt massiv zur Klimakrise bei, sein giftiger Abgascocktail gefährdet vor allem in den Städten die Gesundheit der Menschen und ist durch Kollisionen mit Tieren eine der Ursachen des Artensterbens. Straßen sind wesentlich für den hohen Flächenverbrauch mitverantwortlich und zerschneiden Lebensräume von Mensch und Tier. Attraktive, pünktliche Busse und Bahnen im Taktverkehr sind gemeinsam mit guten Rad- und Fußwegen die zentrale Antwort auf diese Herausforderungen und entscheidend für eine zukunftsfähige Mobilität.

Können wir mit der E-Mobilität unsere Verkehrsprobleme lösen?

Nicht zur Gänze, aber sie ist auch ein Baustein: Der BUND Naturschutz setzt sich seit langem für eine Veränderung des Verkehrs im Sinne „Vermeiden – auf ÖPNV Verlagern – Verbessern und Entschleunigen“ ein. Für den Restverkehr, der in Stufe 3 „Verbessern“ noch übrig bleibt, ist die E-Mobilität ein vernünftiger Weg, weil die Energieeffizienz des Elektromotors der des Verbrennungsmotors weit überlegen ist, aber natürlich nur, wenn Sie mit Erneuerbarer Energie betrieben wird. Das ist aber nur zu schaffen, wenn der Verkehr deutlich reduziert wird.

Was fordern Sie von der Politik?

Wir fordern eine Investitionsoffensive für den deutlichen Ausbau der Schiene und die Verbesserung des ÖPNV mit klaren Linien, umsteigefreundlichen Knoten, besserer Taktung und einfachen, familienfreundlichen, sozial gestalteten Tarifen. Dazu gehören insbesondere ein Deutschlandtakt, die Einführung eines 365 € Jahrestickets in allen Verkehrsverbünden, Vorfahrt für Busse und Bahnen und ein Bayernticket wie in der Schweiz. Auf dem Land besteht noch großer Nachholbedarf an öffentlichem Verkehr, um auch dort ohne Auto mobil zu sein. Rufbusse und Anrufsammeltaxen können ergänzend kostengünstige Lösungen sein.

   


Viele Bausteine für den Umweltschutz 

Elektromobilität liegt im Trend. Für Verkehrsunternehmen ist diese Antriebsart seit vielen Jahrzehnten gelebte Praxis. Aber auch viele weitere Bausteine tragen zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

Die S-Bahn Nürnberg ist beispielsweise zu 100 Prozent elektrisch unterwegs. Ein effizientes Energiemanagementsystem reduziert den Energieverbrauch und speist gewonnene Bremsenergie in das System zurück. Außerdem erhält jeder Lokführer spezielle Schulungen für eine energiesparende Fahrweise. 

Leise und sauber: 

Hybrid-Rangierloks

Seit November 2016 setzt die DB am Bahnhof Nürnberg klimafreundliche Hybridloks zum Rangieren ein. Sie senken den Schadstoffausstoß um 70 Prozent und sind auch deutlich leiser. In der Werkstatt wird Regenwasser für die Zug-Außenreinigung genutzt, die Lüftungsanlage ermöglicht die Wärmerückgewinnnung und auf den Dachflächen ist eine Photovoltaikanlage installiert. Auch beim Fahrzeugbau gelten strenge Anforderungen. So können beim für die S-Bahn eingesetzten Fahrzeug ET 442 95 Prozent der verwendeten Materialien wiederverwertet werden. 

Seit 1896 mit Strom 

Die VAG ist Vorreiter in Sachen Elektromobilität: Seit 1896 fahren ihre Straßenbahnen elektrisch, seit 2012 sogar mit Ökostrom, genauso wie die U-Bahnen. Bremsenergie ins Stromnetz für nachfolgende Züge einzuspeisen, testete man schon in den 1920er Jahren. Heute fährt nicht nur die Straßenbahn, sondern auch die U-Bahn mit dieser Technik. Noch einmal mindestens fünf Prozent an externer Stromzufuhr spart die energieoptimierte Fahrweise. Die Ausbildung an Fahrsimulatoren hat sich ebenfalls bewährt und spart weitere Ressourcen. 

Moderne Diesel- und Erdgasbusse sind für die Verkehrswende unentbehrlich. Sie steigern die Lebensqualität und reduzieren gesundheits-, klima- und umweltschädliche Emissionen. Vereinzelt sind auch schon Elektrobusse im Einsatz. Sie sind derzeit aber noch doppelt so teuer wie Dieselbusse. Bis es leistungsfähige Serienfahrzeuge zu akzeptablen Preisen gibt, wird es wohl noch etwas dauern.

 


Vorteile von Bussen und Bahnen

Mit Bus und Bahn sind Sie sicherer und deutlich umwelt- und klimafreundlicher unterwegs – und häufig auch kostengünstiger. Im Gegensatz zum Autofahren können Sie die Zeit aktiv zum Arbeiten oder Lesen nutzen. Wer beispielsweise ein Jahr lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann bei einer Entfernung von 25 Kilometern rund 3.700 Euro und rund 320 Kilogramm CO2sparen. (Annahme: an 220 Tagen 24 km mit der S-Bahn und zu Fuß statt mit dem Pkw zur Arbeit). Quelle: Umweltbundesamt



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