Lichtenfels
Winter

Pflanzen und Tiere im Winter: So übersteht jeder die kalte Jahreszeit

Nicht nur der Mensch muss sich auf den Winter vorbereiten, sondern auch Lebewesen wie Pflanzen, Vögel und Falter.
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Alpenveilchen lieben kühle Temperaturen und eigenen sich perfekt als Fenster oder Balkonschmuck. Foto: Josef Schröder
Alpenveilchen lieben kühle Temperaturen und eigenen sich perfekt als Fenster oder Balkonschmuck. Foto: Josef Schröder

Damit das Eis nichts sprengen kann, sollten alle Wassergefäße und -leitungen vor starken Frösten ausgeleert werden. Gefäße, die im Freien stehen, stülpt man am besten um oder stellt sie in einen Schuppen.

Das Lüften der Räume ist jetzt besonders bei frostigen Temperaturen nur für kurze Zeit vorteilhaft. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Stoßlüftung. Die Fenster oder die Türe werden mehrmals am Tag nur kurz geöffnet. Dabei sind die Heizungsthermostate in dieser Zeit herunter zu schrauben. Das spart Energie und hält zudem die Heizungsthermostate gängig. Nie sollten die Fenster für mehrere Stunden offen sein, während geheizt wird.

Was kann im Winter gepflanzt werden?

Jetzt ist immer noch eine günstige Zeit robuste Bäume und Sträucher zu pflanzen. Diese können in dem relativ warmen Boden noch Saugwurzeln bilden. Der Pflanzschnitt von jungen Obstbäumen sollte erst im März erfolgen, da schon ab etwa 20. September die Wunden nicht mehr vom Baum abgeschottet werden können. Ein Schutz des Stammes vor Wildverbiss mit Hilfe von Hasendraht, Schilfmatten oder Plastikmanschetten ist auf jeden Fall jetzt sehr wichtig. Wenn noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden, so ist unbedingt genau darauf zu achten, dass kein gefrorener Boden oder gar Schnee an die Wurzeln kommt. Dies hat einen sehr negativen Einfluss auf das Anwachsen. Die Praxis hat gezeigt, dass es so zu Totalausfällen kommen kann.

Schöner Fensterschmuck

Es wird viel zu wenig genutzt, Alpenveilchen als Fenster und Balkonschmuck zu verwenden. Dazu sind die kleineren Sorten mit den starken Blattzeichnungen zu bevorzugen. Diese kommen dem Freilandalpenveilchen, welches sogar im Winter bei Eis und Schnee blühen kann, am nächsten. Deshalb vertragen die kleineren Sorten sogar einige Frostgrade.

Laub als Schutzmantel

Laub ist zum Gedeihen von Stauden im Schatten, die im Wald und Gebüsch ihren Ursprung haben, unentbehrlich. Dazu gehören Leberblümchen, Buschwindröschen, Lungenkraut, Märzenbecher, Türkenbundlilien, Waldgeißbart, Aronstab, Bärlauch und Immergrün. Aber auch Zuchtformen von Stauden wie Storchschnabel, Elfenblumen, Tiarella, Freilandalpenveilchen, Christrosen, Astilben und Funkien gedeihen nicht ohne den natürlichen Schutz der Blätter, die von Bäumen und Sträuchern gefallen sind. Besonders die Blumenzwiebeln sind auf einen warmen Mantel angewiesen.

Wir sollten auch an die Vögel denken

Der Tisch ist in einer natürlichen Umgebung für unsere Vögel auch im Winter reich gedeckt. So können die rot glänzenden Früchte vom Pfaffenhütchen oft den ganzen Winter an den Zweigen hängen. Für den Menschen sind sie sehr giftig. Den Vögeln scheint das nichts auszumachen. Sie sorgen somit mit ihrem Kot für den Nachwuchs ihrer Hecken. So ist in der Natur einer auf den anderen angewiesen. Der Mensch scheint das heute nicht mehr zu bedenken.

Falter und Schmetterlinge sind Überlebenskünstler

Admiral und Distelfalter wandern im Herbst Richtung Süden über die Alpen. Ungeschützt sitzen dagegen draußen im Frost die Zitronenfalter an einem Zweig. Ein spezielles Winterprogramm macht sie gegen Kälte unempfindlich: Wasserausscheidung konzentriert ihre Zellsäfte, der Gefrierpunkt der Körperflüssigkeiten wird gesenkt und Glycerin als Frostschutzmittel gebildet. Dagegen müssen die Weibchen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs frostfreie Quartiere wie Garagen, Schuppen oder Dachböden aufsuchen, bis sie im Frühling die Sonne und warme Temperaturen wieder hervorlocken. Dann legen sie ihre Eier ab und sorgen für die nächste Generation bunter Sommergaukler.

Flechten sind wichtige Bioindikatoren

Inzwischen gibt es schon Städte, in welchen diese Arten wegen der hohen Luftverschmutzung nicht mehr vorkommen. Es gibt aber Flechten, welche sauren Regen und Luftschadstoffe gerade noch ertragen. Dies sind vor allem die Gelbflechten, die an Ästen und Zweigen in Städten und vor allem an den Straßen zu sehen sind. Wo es aber überhaupt keine Flechten mehr gibt, ist es um die Umwelt sehr schlecht bestellt. 35% unserer Flechtenarten Deutschland sind gefährdet. Viele sind schon ganz verschwunden. Flechten dringen, wie auch das Moos, nicht in den Untergrund auf dem sie siedeln, ein. Somit richten sie auch keinen Schaden an. Deswegen sollten Flechten toleriert werden. Man sollte sich an der Schönheit und Vielfältigkeit erfreuen. Flechten wachsen sehr langsam. Bei der Kugelflechte ist das circa 1 mm pro Jahr. Somit kann man das Alter eines Gebäudes oder von Denkmälern bestimmen.



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