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Hamburg
Dating in Isolation

Online-Dating statt Isolation: Ist das eine Lösung für Corona-Zeiten?

Romantische Lichtstimmung, eine gute Flasche Wein, und jeder für sich allein. Dann den Video-Chat öffnen und los geht das Corona-Date. Seit wenigen Tagen erlebt Online-Dating einen Zulauf, der wohl auf die soziale Abschirmung der Menschen zurückzuführen ist. Was kann die Partnersuche im Netz leisten?
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Die Corona-Isolation muss man als Single nicht in Einsamkeit verbringen. Welche Chancen sich für die Partnersuche im Netz nun ergeben und wie man es richtig anstellt erklärt ein Dating-Experte.
Die Corona-Isolation muss man als Single nicht in Einsamkeit verbringen. Welche Chancen sich für die Partnersuche im Netz nun ergeben und wie man es richtig anstellt erklärt ein Dating-Experte. Foto: Franziska Gabbert (dpa-tmn)

Für viele bedeutet Online-Dating vor allem eines: Distanz. In Zeiten von Ausgangssperren ist sie plötzlich aber das genaue Gegenteil. Nämlich der einzige Weg, nicht wochenlang alleine zu sein. Vor allem Singles, die alleine in ihrem Haushalt wohnen, trifft die Isolation hart. Datingexperte Eric Hegmann gibt im Interview Tipps zum Dating in Corona-Zeiten. Er bestätigt den aktuellen Anstieg der Nutzer von Singlebörsen im Netz: „Auf den Plattformen ist viel los.“

Online-Dating: Nicht nur mehr, sondern auch besser

Hegmann überrascht einige außerdem mit einer Beobachtung, die viele Klischees über Online-Dating aus dem Weg räumen könnte: „In meinen Beratungsgesprächen höre ich außerdem, dass die Gespräche tiefsinniger geworden sind. Viele suchen jetzt erst recht nach Verbindung – sowieso eines der größten Bedürfnisse der Menschen.“ Dieser Trend geht wohl nicht zuletzt auf den Umstand zurück, dass es während der Isolation keine Möglichkeit gibt, den schnellen Weg zum ersten Date zu wählen. Wann man sich zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht begegnen kann, steht aktuell in den Sternen. Insofern bleibt zunächst nur das Gespräch, das von dieser Verlangsamung des Dating-Tempos nur profitieren kann. Hegmann kommentiert dazu: „Mit dem üblichen Small Talk in Chats zum anfänglichen Kennenlernen lässt sich eine Verbindung nicht aufbauen, da geht es nur darum, abzuklären, ob man zueinander passt. In der jetzigen Situation hingegen werden Gespräche schon eher mal getragen von dem Wunsch nach emotionalem Austausch. Man fragt also beispielsweise nicht nur, welche Musik der andere mag, sondern warum er sie mag.“

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Mehr als Dating: Kontakte wachsen und gedeihen online

Oft genügt es im üblichen Online-Dating, wenige Nachrichten zu tippen, um sich dann zu einem ersten Date zu treffen. Das Gebot der Stunde lautet dagegen, den Schritt weg vom reinen Tippen zum Telefonieren zu gehen: „Immer schon ist es besser, nach ein paar hin- und hergeschickten Nachrichten auf das Telefon zu wechseln, um Vertrauen zu stärken und Enttäuschungen bei einem Date eher zu vermeiden.“ So könne der Kontakt bereits vor dem ersten Treffen intensiver werden, wo das Chatten selten weiterhilft. Ob auch zum Videoanruf gegriffen wird, müsse jeder und jede für sich selbst entscheiden. Das hängt oft auch von dem Vertrauen ab, das über die ersten Nachrichten aufgebaut werden konnte. „Über den Videocall holt man das Gegenüber ja quasi zu sich nach Hause, das kann schon sehr intim sein.“, meint Hegmann. Einen besonderen Tipp nennt der Dating-Coach noch für all jene, denen es schwerfällt lockere Gespräche zu führen: „Es gibt eine Liste mit 36 Fragen zum Verlieben, die vor einigen Jahren stark kursierte. Die sind zwar sehr, sehr privat, aber da ist auch viel Wahres dran. Man kann dem anderen vorschlagen, diese Liste gemeinsam durchzugehen.“

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