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Nach Sturmtief "Sabine": Welche Versicherung übernimmt Sturmschäden an Haus und Auto?

Was muss ich tun, wenn Sturmtief "Sabine" für Schäden an meinem Haus oder Auto gesorgt hat? Wann kommt die Versicherung für den Schaden auf? Und an welche muss ich mich wenden? inFranken.de verschafft Ihnen einen Überblick.
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Sturmtief "Sabine" hat in Deutschland für zahlreiche Schäden gesorgt. Doch welche Versicherung springt im Schadensfall ein? Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa
Sturmtief "Sabine" hat in Deutschland für zahlreiche Schäden gesorgt. Doch welche Versicherung springt im Schadensfall ein? Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Sturmtief "Sabine" ist in der Nacht auf Montag und am Montagmorgen (10. Februar 2020) über Deutschland hinweggefegt. Auch in Franken tobte der Winterorkan und sorgte für einige Schäden. In allen Landkreisen blieben die Schulen geschlossen, die Bahn stellte den Nah- und Fernverkehr teilweise komplett ein. Umgeknickte Bäume sorgen auch am Vormittag noch für Behinderungen.

In Unterfranken fiel in einigen Regionen der Strom aus. Über alle Schäden, die Tief "Sabine" verursacht hat, halten wir Sie hier auf dem Laufenden. Alle aktuellen Warnungen lesen Sie in unserem Unwetter-Ticker.

Doch was tun, wenn das Sturmtief Schäden an Haus oder Auto hinterlassen hat?

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden?

In der Regel sind Sturmschäden am Haus über die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgesichert. Voraussetzung ist allerdings, dass der Sturm tatsächlich die Ursache des Schadens ist. Der Versicherte muss daher belegen können, dass der Sturm für den Schaden verantwortlich ist und mindestens Windstärke acht hatte. Das sind Winde mit rund 63 Stundenkilometern. Als Beleg können zum Beispiel Medienberichte dienen, erklärt der Bund der Versicherten (BdV).

Versicherte sollten Schäden durch das Orkantief "Sabine" mit Fotos oder Videos dokumentieren. Es sei wichtig, sie möglichst detailliert festzuhalten und umgehend und wahrheitsgetreu an die Versicherung zu melden, sagte der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bayern, Sascha Straub, am Montag (10. Februar 2020).

Schäden der richtigen Versicherung melden

Die Verbraucherzentrale Bayern rechnet vielerorts mit erheblichen Schäden. "Wichtig ist, diese der richtigen Versicherung zu melden", betont Straub. Schäden am Haus durch den Sturm könnten durch eine Wohngebäudeversicherung abgedeckt sein. Beispielsweise zahlt die entsprechende Versicherung dann bei abgedeckten Dächern, zerstörten Schornsteinen oder Schäden durch umgefallene Bäume. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, wenn durch das vom Sturm beschädigte Dach oder kaputte Fenster Regen eindringt - aber nur für Schäden am Haus selbst.

Für bewegliche Gegenstände, also Hausrat, kommt eine Hausratversicherung in Betracht. Sie übernimmt Schäden, wenn der Sturm zum Beispiel das Dach abgedeckt hat und die Möbel nass und unbrauchbar geworden sind.

Kaskoversicherungen und Elementarschadenversicherung

Fallen Dachziegel oder Äste auf parkende Autos, ist es dagegen die Kaskoversicherung des Fahrzeugs, und für Schäden durch eventuelle Hochwasser oder Starkregen kann eine Elementarschadenversicherung aufkommen. Diese wird als Ergänzung zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Sie deckt zusätzlich Schäden ab, die durch Überschwemmung, Rückstau, aber auch Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen entstanden sind.

Betroffene sollten sich am besten schnellstmöglich bei ihrer Versicherung melden. Grundsätzlich reicht ein Anruf, zur Sicherheit rät der BdV aber zu einem Einschreiben mit Rückschein. Zur Dokumentation der Schäden sollten Versicherte einige Fotos machen und mögliche Zeugen benennen.

Wie gehe ich richtig vor, wenn ich einen Schaden melden muss?

Wichtig ist: Ohne Rücksprache sollten Betroffene die Schäden nicht beseitigen. Die Versicherung muss immer die Möglichkeit haben, den Schaden durch eigene Gutachter bestimmen zu lassen. Außerdem ist zu beachten, dass Versicherte dazu verpflichtet sind, den Schaden nicht unnötig größer werden zu lassen. Wer zum Beispiel sein Dach notdürftig abdecken muss, sollte das unbedingt mit dem Versicherer absprechen, rät der BdV.

Eigentümer eines Hauses müssen ihr Gebäude regelmäßig kontrollieren und in einem guten Zustand halten. Denn sonst haften sie, wenn sich bei einem Unwetter Dachziegel lösen und etwas beschädigen. Bei einem Sturm bis zur Stärke 13, also 130 Kilometer pro Stunde, müssen Eigentümer nachweisen, dass Schäden nicht auf den mangelhaften Unterhalt des Hauses zurückgehen. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart hervor (Az.: 4 U 97/16), über das die Landesbausparkassen berichten.

red/dpa