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Brüssel
Verkaufsverbot

Ab sofort nicht mehr erlaubt: EU verbietet eine Zigaretten-Sorte

Es ist das endgültige Aus für Menthol-Zigaretten: Ab Mittwoch (20. Mai) sind ausnahmslos alle Zigaretten mit charakteristischen Aromen verboten. Was steckt hinter dem EU-Verbot, inFranken.de klärt auf.
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Die Menthol-Zigarette ist ab Mittwoch (20. Mai 2020) in der gesamten EU verboten. Symbolfoto: cherylholt/Pixabay.com

Ab dem 20. Mai 2020 dürfen in der EU keine Menthol-Zigaretten mehr verkauft werden. Altkanzler Helmut Schmidt soll diesen Tag so sehr gefürchtet haben, dass er in seinem Haus 200 Stangen seiner geliebten Menthol-Zigaretten gehortet haben soll. Nun erlebt er das Inkrafttreten des Verkaufsverbots zwar nicht mehr - Schmidt starb 2015 -, aber dessen Anbahnung bekam der Kettenraucher durchaus noch mit.

Was daran liegt, dass die zugrunde liegende EU-Tabakrichtlinie bereits 2014 beschlossen wurde. Bis 2016 sollte diese Richtlinie, die auch die "Schock-Bilder" auf Zigarettenschachteln einführte, in nationales Recht umgesetzt werden. Laut einer neuen Studie erkranken nur sehr wenige Raucher an Covid-19. Forscher vermuten, dass Nikotin die Vermehrung des Coronavirus bremsen könnte und beginnen mit Tests.

Verkaufsverbot für Menthol-Zigaretten: Übergangsfrist endet

Vielen Menschen, egal ob Raucher oder Nichtraucher, war vermutlich gar nicht bewusst, dass überhaupt noch Menthol-Zigaretten erhältlich sind.  Das liegt daran, dass auf die Bekanntgabe des Verbots im Jahr 2016 eine vierjährige Übergangsfrist folgte. Diese endet nun am 20. Mai. 

Als Grund für das Menthol-Verbot führt die EU an, gerade jungen Menschen den Weg in die Tabaksucht erschweren zu wollen. Aufgrund des erfrischenden Zusatzstoffs gelten Menthol-Zigaretten gemeinhin als beliebte "Einstiegs-Zigaretten". Allerdings ist die Auffassung umstritten, wonach sie wegen der beigemischten Aromen sogar schädlicher als herkömmliche Zigaretten sind. Allerdings soll das beigemischte Aroma, den Tabak-Geschmack überdecken und so zur Förderung des Zigarettenkonsums beitragen.

Von dem Verbot sind übrigens nicht nur Menthol-Zigaretten betroffen. Es bezieht sich auf alle Tabakprodukte, die „ein charakteristisches Aroma haben oder die Aromastoffe in ihren Bestandteilen enthalten oder technische Merkmale aufweisen, mit denen sich der Geruch oder die Geschmacks- oder Rauchintensität verändern lassen“. Was konkret bedeutet, dass auch Menthol-Tabak und -Tabaksticks vom Markt verschwinden werden. 

Niedriger Marktanteil in Deutschland

Laut deutschem Zigarettenverband (DZV) sind die Marktanteile von Menthol-Zigaretten in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich: Die USA habe einen stark etablierten Menthol-Markt (ca. 28 bis 34 Prozent Marktanteil). In Europa sei diese Zigarettensorte besonders in Polen und Finnland beliebt (je ca. 24 Prozent Marktanteil), während sie in Griechenland so gut wie niemand raucht (0,1 Prozent).

In Deutschland sei der Marktanteil von Menthol-Zigaretten stabil auf einem niedrigen Niveau unter drei Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Raucher in Deutschland bevorzuge Nicht-Menthol-Zigaretten, so der DZV.