Montreal
Studie zu Blutdruck-Medikamenten

Mediziner entdecken: Lungenkrebs kann durch Bluthochdruck-Medikamente verursacht werden

Beliebte Medikamente, die zur Senkung des Blutdrucks verschrieben werden, sollen das Risiko auf Lungenkrebs erhöhen. Diese beunruhigende Entdeckung haben kanadische Wissenschaftler in einer neuen Studie herausgefunden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ärzte, die Bluthochdruck diagnostizieren, verschreiben oft Medikamente dagegen. Das kann allerdings böse Folgen haben: Lungenkrebs. Foto: Bernd Weissbrod/dpa
Ärzte, die Bluthochdruck diagnostizieren, verschreiben oft Medikamente dagegen. Das kann allerdings böse Folgen haben: Lungenkrebs. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Medikamente die helfen sollen, könnten vielen Menschen schaden - und sogar zu Lungenkrebs führen. Das haben Forscher der McGill Universität Montreal jetzt herausgefunden und ihre Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift The BMJ veröffentlicht.

Blutdruck senkende Mittel: ACE-Hemmer entspannen Blutgefäße

Demnach sollen bekannte und bei Ärzten beliebte Mittel zur Senkung von Bluthochdruck die Wahrscheinlichkeit auf Lungenkrebs erhöhen. In der Studie mit rund 992.000 Probanden untersuchten die Forscher Patienten, die seit kurzem oder seit Jahren Mittel gegen Bluthochdruck einnehmen. Im speziellen fiel die Medikation mit sogenannten ACE-Hemmern auf: Die Mittel steigern das Krebsrisiko.

Laut der Studie hängt die Wahrscheinlichkeit stark vom Zeitraum der Medikamenteneinnahme ab: Patienten, die das Medikament bereits seit gut fünf Jahren einnehmen, hatten ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Bei einer Einnahme über den Zeitraum von zehn Jahren hinweg steigt die Gefahr sogar um über 30 Prozent.

Weit verbreitet: ACE-Hemmer werden auch nach Herzinfarkten verschrieben

ACE-Hemmer reduzieren die Aktivität des gleichnamigen Enzyms im Körper und sorgen somit dazu, dass sich die Blutgefäße erweitern und entspannen. Aufgrund dieser Wirkung setzt man das Medikament auch nach Herzinfarkten ein. Das weit verbreitete Präparat wurde vor allem in Großbritannien im Jahr 2017 oft verschrieben. Dort lag die Zahl der verkauften Medikamente bei über 27 Millionen.

Die Forscher vermuten, dass die ACE-Hemmer und ihr Wirkstoff zu einer Ansammlung von Bradykinin in der Lunge führen. Und das verursacht dann den Krebs. Um das jetzt näher untersuchen zu können, kündigen die Forscher weitere Studien an.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren