Lichtenfels
Herbst

Laub ist ein Segen für den Garten

Einen sauberen Boden gibt es nicht in der Natur, den sollte man sich immer bewusst sein, wenn man seinen Garten auf den Winter vorbereitet. Das Laub am Boden ist essentiell für viele Lebewesen im Garten.
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Laub spielt eine große Rolle für Tiere, egal ob groß oder klein. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Laub spielt eine große Rolle für Tiere, egal ob groß oder klein. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Trotz des ungewöhnlich heißen Sommers gab es doch einiges in den Gärten zu ernten. Besonders gut gediehen Gurken, Tomaten und Kürbisse. Auch Obst gab es in reicher Fülle. Wir sollten dankbar annehmen, was wir empfangen haben. Alles ist ein Geschenk, an dem wir uns erfreuen können. Das Fest zum Erntedank gab besonders Anlass, darüber nachzudenken. Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung kann sich auch in unserem Verhalten widerspiegeln. Es ist bitter, dass fast die Hälfte aller Lebensmittel bei uns vernichtet wird, während ein Fünftel der Menschheit nicht einmal den Wert eines Dollars zum Leben zur Verfügung hat. Unsere Mülltonnen liefern einen aufschlussreichen Beweis für diese Verschwendung. Wir sind in Gefahr, den Ursprung unseres Lebens zu vergessen. In unserer Überheblichkeit machen wir die Erde immer ärmer und unbewohnbarer.

Laub als Lebensgrundlage

Laubsauger sind aus biologischer Sicht für die Natur keine guten Geräte. Sie bringen im Garten das ökologische Gleichgewicht durcheinander, da sie die Lebensgrundlage vieler Kleintiere zerstören. Einen total nackten Boden gibt es nicht in der Natur nicht. Laub ist zudem auch wichtig für die Humusbildung und Lockerung der Erde. Dem Boden wird außerdem durch das Laubsaugen der wärmende Wintermantel genommen. Die so ausgesaugten Gärten schauen im Winter zudem sehr langweilig aus. Laub ist aber ein Segen für den Garten. Unter Bäumen und Sträuchern sollte es unbedingt liegen bleiben. Die Laubstreu hat viele positive Funktionen im Naturhaushalt zu erfüllen. Über den Winter wird das Laub zu dem von mikroskopisch kleinen Bodentierchen zersetzt. Diese Blattfresser sind Nahrung für viele Vogelarten, die systematisch die alten Blätter nach Nahrung absuchen. Die Laubdecke ist auch ein lebenswichtiger Unterschlupf für viele nützliche Insekten so wie überwinternde Lurche. Wenn der Ordnungsdrang im Herbst ein wenig im Zaum gehalten wird, hätten es auch die Igel leichter, ihr traditionelles Winterquartier im Laubhaufen anzulegen.

Damit der Wind das Laub nicht so gut verwehen kann, hilft ein leichtes Abstreuen mit Boden oder jetzt, bei der Trockenheit, es etwas feucht zu halten. Eine Wenigkeit Hornspäne sorgt für mit dem Stickstoffeintrag für eine schnellere Zersetzung. Schon am Anfang der Vegetationszeit ist von dem Laub meistens nicht mehr viel zu sehen. Die Blätter von Walnussbäumen oder Eichen verrotten allerdings langsam. Bei großen Mengen kann man sie erst auf einen Haufen geben. Nach etwa 3 Jahren ist daraus ein Laubkompost geworden, der sich gut für die Humusversorgung von Rhododendren, Azaleen, Hortensien und Heidelbeeren eignet. Für den Igel kann man zu solchen Laubhaufen noch etwas Reisig hinzugeben.

Die Bäume holen sich jetzt die Nährstoffe aus den Blättern und speichern sie in den Wurzeln. So können sie im Frühjahr mit geballter Kraft neu starten. Zurück bleiben die Grundfarben. Das Blattgrün aber wird abgebaut. So entsteht die wunderbare Färbung der Blätter. Man kann jetzt praktisch, den "Indian Summer" auch bei uns bewundern. Dazu ist es nicht notwendig nach Kanada zu fliegen.

Hitzeperiode bringt den Gärtner auch jetzt noch zum schwitzen

Die Trockenheit macht dem Hobbygärtner immer noch schwer zu schaffen. Vieles ist heuer anders, als in normalen Jahren. Der Boden ist teilweise noch hart wie Beton. Das Pflanzen von Gehölzen und Blumenzwiebel ist nur möglich, wenn die Pflanzstelle vorher reichlich gewässert wurde. Stauden werden fast nur noch in Containern angeboten. So besteht die Möglichkeit, diese fast das ganze Jahr über zu pflanzen. Frostperioden sind dabei natürlich ausgeschlossen. Für die vielen früh blühenden Pflanzen wie Küchenschelle und Gemswurz ist der Herbst nach wie vor ein günstiger Zeitpunkt. Sie können so noch vor der Winterkälte neue Wurzeln bilden und im kommenden Frühjahr blühen. Auch für die meisten Ziergehölze ist jetzt ein günstiger Pflanzzeitpunkt gekommen. Frostempfindliche Junggehölze wie Bauerhortensien, Kirschlorbeer und Magnolien pflanzt man besser im Frühjahr. Das gleiche gilt auch für Rosen.

Immergrüne Bäume und Sträucher sollten nicht so trocken, wie sie zurzeit sind, in die kalte Jahreszeit gehen. Der Sommer scheint heuer nicht zu enden. Ein Glück für viele höhere Pflanzen war es, dass der Boden durch eine gute Winterfeuchte im Frühjahr gut durchtränkt war. Das hat eine noch größere Kalamität verhindern können. Ein durchdringender Regen ist jetzt bitter notwendig.

Vogelnester auf Vordermann bringen

Aus Vogelnistkästen sollten jetzt schon die alten Nester entfernt werden. Dabei ist auch eine Reinigung durch Ausbürsten zu vollziehen. Man kann sich auch überlegen, noch gleich ein paar neue Kästen anzubringen. Im Herbst und im Winter nehmen die Höhlenbrüter gern die Kästen zum Übernachten an. Dann werden diese Nistgeräte zum Brüten im Frühjahr und Sommer von Meisen und Co bevorzugt.



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