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Ratgeber

Kochen ohne Salz, aber nicht ohne Geschmack: Spitzenköche verraten ihre Tricks

Das Salz in der Suppe - muss nicht immer Salz sein. Denn nicht an jedes Gericht muss Salz. Schließlich lassen sich auch mit Kräutern und Gewürzen kräftige Aromen zaubern.
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Kein Problem bei Gerichten ohne Salz: Zu viel Salz.  Symbolbild: Andrea Warnecke/dpa
Kein Problem bei Gerichten ohne Salz: Zu viel Salz. Symbolbild: Andrea Warnecke/dpa

Früher war Salz das "weiße Gold" - teuer, rar und hoch geschätzt. Heute kostet es nur noch ein paar Cent und wir streuen es oft ohne nachzudenken in jedes Kochwasser und fast jedes Gericht. Aber muss Salz wirklich sein - immer und überall? "Nein", sagt Michel Hanssen, Spitzenkoch und Autor des Buches "Salzlos genießen". Was Sie tun können, wenn Sie doch einmal zu viel Salz an ein Gericht getan haben, lesen Sie hier.

Da in vielen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Gemüse von Natur aus Natrium, also Salz, enthalten sei, könne man auf zusätzliches Salzen problemlos verzichten und stattdessen andere Gewürze und Kräuter verwenden. Das sei nicht nur gesünder, sondern bereichere viele Gerichte auch um neue Geschmacks- und Aromanuancen.

Kein Salz nötig: 25 Kräuter reichen für Geschmack der ganzen Welt

"Mit 25 Kräutern können Sie den Geschmack der ganzen Welt in ihre eigene Küche bringen", betont der Niederländer. Hanssen rät zu einem kleinen Fundus an Gewürzmischungen, mit denen er abwechslungsreich und salzlos abschmeckt. Beim Kombinieren darf nach individuellen Vorlieben experimentiert werden.

"Steht die Rezeptur einmal fest, hat man die Mischung schnell zur Hand und weiß, dass die damit gewürzten Speisen immer wieder genauso schmecken, wie man sich das wünscht", sagt Hanssen.

Vom Hühnchen-Spezial-Mix über das Kartoffel- oder Risottogewürz bis zum Cafè-de-Paris-Mix reicht Hanssens Palette an Gewürzmischungen. Den Cafè-de-Paris-Mix, der unter anderem Paprika- und Currypulver, Pfeffer, Knoblauch, Senfsamen, Rosmarin, Thymian und Zitronensäure enthält, empfiehlt er für Saucen, Dressings und Kräuterbutter.

Elf Gewürze und ein Rotwein für die Hochrippe

Aber auch große Fleischgerichte gelingen mit den richtigen Alternativen ganz ohne Salz. Zu Hanssens persönlichen Lieblingsessen gehört "Boeuf Bourguignon". Speziell dafür hat er die "Melange Bourguignon" aus Petersilie, Knoblauch, Anissamen, Majoran, Ingwerpulver, Englischem Currypulver, getrocknetem Thymian, gemahlenem Lorbeer, Muskatblüte und Kardamom sowie getrockneten Rosmarinnadeln komponiert.

Salzlos genießen mit Kräutern und Gewürzen

Der Mix würzt eine gewürfelte Hochrippe vom Rind, die mit Zwiebeln, Möhren und Champignons in Butter angebraten wurde. Das Ganze simmert etwa zwei Stunden in Rotwein und Rinderbrühe vor sich hin und fertig ist ein hocharomatischer Fleischgenuss - ganz ohne Salzzugabe.

Auch Steve Karlsch, Kulinarischer Direktor der Brasserie Colette Tim Raue, plädiert dafür, eigene Gewürzmischungen aus getrockneten und pulverisierten Kräutern und Gewürzen zu kreieren. Er schätzt aber auch die Aromatik und Saftigkeit frischer Kräuter.

Rezept für fränkisches Schäuferla

"Liebstöckel ist ein Wahnsinns-Salzersatz", schwärmt er. Genau wie Knollensellerie, der von Natur aus einen hohen Natriumgehalt habe. Roh runde er viele Gerichte aromatisch ab.

Getrockneter Sellerie und Pilze als Salzersatz

Und den "unfassbar intensiv" schmeckenden getrockneten Sellerie könne man über Fisch-, Fleisch- oder Gemüsegerichte hobeln. Eine "natürliche Salzigkeit" in Schmorgerichten erreicht Karlsch unter anderem durch die Zugabe von frischen und getrockneten Pilzen. Sie seien auch ideal für die Zubereitung von Gemüsefonds und -brühen, die als aromatische Grundlage für Soßen und Suppen dienen könnten. Außerdem rät der Profi dazu, Reis und Nudeln statt in Salzwasser in selbst gemachten Gemüsebrühen zu kochen.

Zum Einstieg in die salzarme Küche empfiehlt Stefan Hermann, Koch und Gastronom aus Dresden, kräftige Kräuter und Gewürze mit vielen ätherischen Ölen zu verwenden. Kümmel, Sternanis, Rosmarin, Dill oder Senfkraut könnten eine Würzigkeit in Speisen bringen, die Salz überflüssig mache. Auch Sojasauce sei eine Alternative.

Ein in gutem Olivenöl, Pfeffer und Kräutern marinierter Saibling, mit Schalotten, Lorbeerblatt oder auch Zitronengras im Ofen bei 40 bis 50 Grad Celsius gegart, lasse keine Wünsche offen, sagt Hermann. "Auf Salz kann man da leicht verzichten." Karlsch schlägt vor, Fisch oder Gemüsegerichte einmal mit zerbröselten Hefeflocken zu bestreuen. Die vor allem aus der veganen Küche bekannte salzfreie Würzzutat sei gesund und bringe einen intensiven Eigengeschmack mit.

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