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Kartoffelchips: Darum machen sie süchtig - so werden Sie die Kalorien schnell wieder los

Chips gehören zu einem Fernsehabend wie das Amen zur Kirche. Warum der Suchtmacher aber mittlerweile wissenschaftlich bestätigt ist und was Sie tun können, um eine Tüte Chips auf den Hüften schnell wieder los zu werden, erklärt inFranken.de.
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Chips sind das Suchtmittel der heutigen Zeit. Was man alles machen  muss, um die Kalorien wieder los zu werden, beantwortet inFranken.de in diesem Artikel. Außerdem ist der Suchtfaktor bei den Chips mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Chips sind das Suchtmittel der heutigen Zeit. Was man alles machen muss, um die Kalorien wieder los zu werden, beantwortet inFranken.de in diesem Artikel. Außerdem ist der Suchtfaktor bei den Chips mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Im Durchschnitt verspeist ein Deutscher etwa 1,5 Kilogramm Kartoffelchips pro Jahr. Das ergab eine repräsentative Umfrage des "Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie". Und die Tendenz ist weiter steigend. Seitdem die Kartoffelchips im Jahr 1853 in einem Restaurant in Saratoga Springs, Bundesstaat New York, aus einer Fehde zwischen dem Küchenchef und einem Eisenbahnmagnat hervorgingen, steigt ihre Beliebtheit von Jahr zu Jahr. Seit Jahren feiern die Chips also einen regelrechten Siegeszug und haben sich in vielen Wohnzimmern etabliert.

Das ist auch kein Wunder, wenn man sich die Zusammensetzung und Wirkungsweise von Kartoffelchips näher ansieht. Experten aus dem Bereich der Lebensmittelchemie an der "Universität Erlangen-Nürnberg" nennen diese Vorliebe für Chips auch "hedonische Hyperphagie". In verschiedenen Experimenten konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass eine bestimmte Verteilung von Fett und Kohlenhydraten die Knabberei besonders attraktiv macht. Diese Zusammensetzung wird als "Naschformel" bezeichnet und beschreibt ein Produkt mit 50 prozentigem Kohlenhydrat-Anteil und etwa 35 prozentigen Fettanteil.

Chips: Der physische Zustand des Menschen ist wichtig

Besonders pikant: Je dicker die Versuchsperson, die die Chips - im Sinne der Wissenschaft - kosten musste war, desto mehr wurde beim Essen der Kartoffelchips das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Auch der Vergleich von Essen und Drogen auf die Wirkungsweise im Gehirn zeigt Parallelen auf. Eine zentrale Rolle trägt hierbei der Botenstoff "Dopamin". Das bedeutet: Es kann passieren, dass man immer mehr von etwas braucht, um dasselbe Glücksgefühl wie beim ersten Mal zu bekommen - Dadurch wird man süchtig.

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Isa Mack vom "Universitätsklinikum Tübingen" sieht das allerdings nicht so dramatisch. Für sie ist klar: Ernährung und Belohnungssystem gehören zusammen. "Für alles, was zur Selbsterhaltung und Selbstvermehrung wichtig ist, muss das Belohnungssystem anspringen", sagte sie der Welt. Die besondere Vorliebe für "süß und fettig" sei evolutionär bedingt. Auch dass das Belohnungssystem von übergewichtigen Menschen anders auf Essen reagieren würde, sei bekannt. "Das heißt aber nicht, dass das immer so war oder nicht veränderbar ist", sagt Mack.

Eine Möglichkeit trotzdem Chips ohne schlechtes Gewissen zu genießen, liefert sie auch gleich mit. "Man muss sich selbst austricksen." Eine Möglichkeit sei beispielsweise nicht die gesamte Tüte, sondern nur eine kleine Schale mit vor den Fernseher zunehmen. Möchte man die Chips wieder abtrainieren, empfehlen Ernährungsexperten Sport.

So viel Sport ist nötig um die Chips wieder los zu werden

Rund 27.300 Schritte müssen für den Konsum einer gesamten Chipstüte gelaufen werden, um sämtliche Kalorien wieder los zu sein. "Das entspricht etwa 118 Mal der Längsseite eines Fußballfeldes", berichtet der Vorstandsvorsitzende der "Deutschen Diabetes-Hilfe" Jens Kröger. Diese Angaben können zusätzlich zum Alter und Gewicht weiter variieren. Die von Kröger geäußerten Vorschläge gelten also als Minimalziel.

Doch Chips können auch richtig gesund sein, wenn man sie denn selbst zubereitet. Schneidet und bereitet man die Kartoffelscheiben selbst zu, würzt sie und packt sie in den Backofen, dann ist der Snack deutlich kalorienärmer als die industriell hergestellten Dickmacher. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Alternativen zum Snack-Klassiker. Chips werden mittlerweile aus Karotten, Zucchini und Roter Beete hergestellt. Auch Süßkartoffeln taugen zur Herstellung von selbst gemachten Chips geeignet.

Aus einem Test von Sport1 wird ersichtlich, wie lange man Sport machen muss, wenn man der Versuchung von 100 Gramm Kartoffelchips doch erliegen sollte: Demnach müsse man entweder 45 Minuten joggen, 90 Minuten spazieren gehen, 60 Minuten Krafttraining absolvieren, 75 Minuten Fahrradfahren, 60 Minuten Brustschwimmen oder 35 Minuten Squash spielen.