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Wie die Weiterbildung finanzieren?

Wer sich für eine Weiterbildung entscheidet, fürchtet oftmals die damit verbundenen Kosten. Meist ist man sich gar nicht im Klaren, welche Förderungen möglich sind. Wir stellen diese vor.
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Foto: stevepb/Pixabay
Weiterbildung: Wer zahlt?
Zuerst gibt es verschiedene Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung oder Übernahme der Weiterbildungskosten: Zum einen ist das der Staat, zum anderen der Chef selbst. Bei einer Selbstfinanzierung ist eine Steuereinsparung möglich.
Wer sich eine finanzielle Zuschuss sichern möchte, muss sich in eine der drei Berufsgruppen eingliedern: Arbeitnehmer, Selbstständige, Berufsrückkehrer oder Arbeitslose. Diese Einordnung ist nötig, da sich manche Fördermöglichkeiten nur an bestimmte Gruppen richten. Hier eine Übersicht der staatlichen Finanzierungsmöglichkeiten:

Weiterbildungsstipendium
Bis zu 6000 Euro gibt es – auf drei Jahre verteilt – für eine Weiterbildung. Zehn Prozent müssen dabei jedoch Eigenanteil sein. Dieses Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für gilt für Arbeitnehmer, Selbstständige und bei der Agentur gemeldete Arbeitslose, die unter 25 Jahre alt sind. Außerdem muss der Bewerber eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen besonders guten Abschluss haben (1,9 oder besser). Gefördert werden nicht nur Intensivsprachkurse oder fachliche Lehrgänge, sondern auch EDV-Kurse. Die Kosten müssen nicht zurückgezahlt werden. Weitere Informationen und Voraussetzungen in Ausnahmefällen finden Sie unter: www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium.html.

Aufstiegsstipendium
Dieses Stipendium – ebenfalls ein Programm des BMBF – richtet sich an Bewerber, die ein Erststudium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule absolvieren möchten. Diese kann in Vollzeit oder berufsbegleitend besucht werden. Beim Vollzeitstudium beläuft sich die Stipendienhöhe auf 670 Euro pro Monat. Hinzu kommen monatlich noch 80 Euro für Bücher. Wer bereits Kinder unter zehn Jahren hat, bekommt außerdem eine Betreuungspauschale von 113 Euro für das erste, 85 Euro für jedes weitere Kind. Sowohl das Weiterbildungs- als auch das Aufstiegsstipendium werden von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung – Gemeinnützige Gesellschaft mbH betreut. Genauere Informationen über das Programm unter: www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium.html.

Bildungsprämie
Bei der Bildungsprämie kann zwischen zwei Optionen unterschieden werden: dem Prämien- und dem Spargutschein.
Der Bewerber für einen Prämiengutschein muss über 25 Jahre alt sein. Gefördert wird nicht die komplette Weiterbildung, sondern nur 50 Prozent der Kosten. Diese dürfen maximal 1000 Euro (inklusive MwSt) betragen, das bedeutet, der Bewerber bekommt einen Zuschuss von höchstens 500 Euro. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf bei maximal 20000 Euro (Single) beziehungsweise 40000 Euro (gemeinsam Veranlagte) liegen. Zudem muss der Antragsteller mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sein. Alle zwei Jahre lässt sich dieser Gutschein beantragen. Achtung: Ob der Weiterbildungsanbieter den Prämiengutschein annimmt, sollten Sie abklären. Verpflichtet ist er hierzu nicht. Weitere Informationen unter: www.bildungspraemie.info/de/der-pr-miengutschein.php .

Voraussetzungen für den Spargutschein ist das Ansparen von vermögenswirksamen Leistungen über den Arbeitgeber. Diesem Spartopf kann dann vor dem Ablaufen der Sperrfrist ein Teil für die Weiterbildungen entnommen werden, wodurch vor allem auch kostenintensivere und länger andauernde Kurse finanziert werden können. Weitere Informationen unter: www.bildungspraemie.info/de/der-spargutschein.php.

Für beide Optionen der Bildungsprämie muss eine Beratungsstelle aufgesucht werden, die für die Ausstellung dieser Gutscheine zuständig ist. Es können auch beide Gutscheine beantragt werden.

Bildungsgutschein
Die Bundesagentur für Arbeit entscheidet, ob der Antragsteller den Bildungsgutschein erhält. Arbeitslose (zur Rückeingliederung in den Arbeitsmarkt), Arbeitnehmer, denen konkret eine Arbeitslosigkeit droht, und Bewerber, die aufgrund eines fehlenden Berufsabschlusses eine Weiterbildung benötigen, sind die Zielgruppe. Ob jedoch der Gutschein von der Agentur befürwortet wird, hängt auch von der regionalen Entwicklung des Arbeitsmarktes ab und einer Bewertung der Bundesagentur zur Notwendigkeit einer Weiterbildung. Detailliertere Informationen unter: www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Weiterbildung/Foerdermoeglichkeiten/Bildungsgutschein/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI486072 .

WeGebAU
Das Programm mit dem Titel „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“, kurz WeGebAU, wird ebenfalls von der Bundesagentur für Arbeit vertreten. Die Kosten für die Weiterbildung werden teilweise oder ganz übernommen, je nach Voraussetzung. Angesprochen sind geringqualifizierte Beschäftigte  und Arbeitnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen. Genauere Informationen unter: www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI486063 . 

Meister-Bafög
Gefördert werden Antragsteller, die eine berufliche Aufstiegsfortbildung anstreben. Das Alter der Bewerber spielt hier keine Rolle, lediglich die persönliche Ausbildung oder der Abschluss sind entscheidend. Bei Förderung gewährt der Staat ein Darlehen, von dem ein Teil nicht zurückbezahlt werden muss. Ab dem 01. August 2016 wird die Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen des Meister-Bafögs auch noch verbessert (siehe www.meister-bafoeg.info/). Weitere Informationen unter: www.bmbf.de/de/weiterkommen-mit-dem-meister-bafoeg-879.html