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Vorsicht Fettnapf

Eine Personalreferentin erzählt, was angehende Azubis beim Bewerbungsgespräch vermeiden sollten.
 
Bei einem Bewerbungsgespräch ist es wichtig, selbstsicher und kompetent aufzutreten.
Bei einem Bewerbungsgespräch ist es wichtig, selbstsicher und kompetent aufzutreten.
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Kaffeefleck auf dem Anschreiben, löchrige Jeans und abgekaute Fingernägel, Füße auf dem Tisch oder Augen nur aufs Handy gerichtet - Klischees und Märchen vom Alptraum eines jeden Personalers gibt's zuhauf. Welche Fehler aber machen Bewerber tatsächlich und womit blamiert man sich am meisten? Fragen, die Kerstin Richter, seit Oktober 2014 Ausbildungsverantwortliche der Mediengruppe Oberfranken, gut beantworten kann.
Ihr fällt es zum Beispiel sofort negativ auf, wenn das Bewerbungsschreiben nicht viel mehr als eine wilde Anordnung andernorts kopierter Sätze darstellt. "Es passiert häufig, dass einzelne Sätze gar nicht zusammenpassen, im Anschreiben noch der Name einer anderen Firma auftaucht oder sogar eine andere Berufsbezeichnung", erzählt Richter. Auch bei den Anlagen würden geforderte Praktikumsbescheinigungen und Zeugnisse oft einfach fehlen. Das hinterlässt bei ihr natürlich keinen guten Eindruck. Mitunter glaubt sie, diese seien absichtlich unterschlagen worden. Letztlich punkten kann nur, wer eine vollständige und aussagekräftige Bewerbung einreicht.
Beim Bewerbungsgespräch selbst stellen "mangelnde Authentizität und Ahnungslosigkeit" die größten Fehler dar, erklärt Richter weiter. Sitzt ihr ein Bewerber gegenüber, der völlig unvorbereitet ins Bewerbungsgespräch hineingeht, fällt ihr das sofort negativ auf. Ernstzunehmende Bewerber wüssten über ihr angestrebtes Berufsbild gut Bescheid. Idealerweise sollte der Bewerber erste Praxiserfahrungen in Form von Praktika gesammelt haben - und dies natürlich im Bewerbungsschreiben dokumentieren. Wer ausschließlich dem Papa folgt und sich bewirbt, weil der es so will, fliegt bei Richter auf: "Kein eigenes Interesse an der ausgeschriebenen Ausbildung", kann dann ihr schonungsloses Fazit lauten. Genauso wenig gelingt es, mit auswendig gelernten Floskeln oder schlichten Antworten von sich zu überzeugen. "Nichts ist schlimmer, als ausschließlich mit Ja oder Nein zu antworten", findet Richter.


Finger aus der Nase

Um dem Bewerbungsgespräch vorzeitig ein Ende zu setzen, braucht es keinen Finger in der Nase - dafür reicht eine unangemessene Körperhaltung und fehlender Blickkontakt vollkommen aus. Das signalisiert einfach nur Langeweile und Desinteresse. "Ich will sehen, dass der Bewerber für den Beruf brennt, ich will wissen, wer das ist", lautet ihre Devise.
Ausschlaggebend für die Ausbildungsverantwortliche ist immer das Gesamtbild, das ein Bewerber hinterlässt. Dazu gehört natürlich auch das Wissen um Höflichkeit und Umgangsformen. Am Ende des Gesprächs abwartend nichts zu tun anstatt seinem Gegenüber die Hand zu reichen, ist definitiv ein Fauxpas. Sophie Gürtler


Tu's nicht

Zu spät kommen - oder zu früh

Unter keinen Umständen sollte ein Bewerber zu spät zu einem Bewerbungsgespräch erscheinen - genauso wenig allerdings viel zu früh, denn das setzt den Personaler in seiner Terminplanung unter Druck, wie Frau Richter verrät. Sie empfiehlt die Zehn-Minuten-Regel: wer zehn Minuten im Vorfeld kommt, hat alles richtig gemacht.

Sich verkleiden

Das passende Outfit fürs Bewerbungsgespräch sollte abhängig des Berufsbilds gewählt werden - der angehende Drucktechnologe darf also ruhig in Jeans erscheinen. Ein Fehltritt ist es, sich unangemessen zu kleiden.

Ahnungslosigkeit

Fehlende Information über den zukünftigen Beruf und mangelnde Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch bleiben beim Gesprächsleiter nicht unbemerkt und hinterlassen bleibenden Eindruck - keinen guten!