Franken
Weiterbildung

Verschiedene E-Learning-Methoden

Smartshows, Virtual Classrooms und Serious Gaming: Hinter all diesen Begriffen verstecken sich E-Learning-Methoden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Fotolia_180951840_Subscription_XL
Foto: Fotolia

Die heutige Welt ist geprägt von stetigen Veränderungen. Die fortschreitende Digitalisierung der Lern- und Arbeitswelt stellt dabei eine der größten Triebfedern dar: Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Datenbrillen halten Einzug in den persönlichen und beruflichen Lebensbereich und bestimmen schon heute die Zukunft. Das Stichwort lautet E-Learning – also lernen mit Hilfe digitaler Technologien. Davon verspricht man sich eine Steigerung der individuellen Lernmotivation sowie die Möglichkeit, Lerninhalte und -tempo besser an persönliche Bedürfnisse anzupassen.

Unterschiedliche Methoden und Konzepte

Der Bereich E-Learning umfasst ein breites Spektrum, wobei sich bei den verwendeten Formen und Tools Webinare, Wikis, Web-Based-Trainings und Social Media ganz weit vorne befinden. Simulationen und digitale Lernspiele belegen noch die hinteren Plätze, rücken aber bereits auf. Neue technische Errungenschaften und deren permanente Verfügbarkeit, in Verbindung mit der Verbreitung schneller, mobiler Datennetze bieten neue Möglichkeiten, jederzeit und überall interaktiv zu lernen. Durch Smartphones, Laptops, Tablets und Co. kann sich jeder völlig unabhängig von Ort und Uhrzeit neues Wissen aneignen.

Smartshows und interaktive Videos

Eine Methode, die Videoproduktion auf günstige Art und Weise zu nutzen, sind  Smart Shows, auch Erklärvideos genannt. Dabei werden komplexe Sachverhalte auf einfache Art und Weise kurz und knapp vermittelt. Hierfür werden Objekte szenisch im Video bewegt, während ein Sprecher die Thematik in Form einer Geschichte erklärt. Auch interaktive Videos sind beliebt: Im Gegensatz zu klassischen Videos werden Zuschauer dabei aktiv in das Geschehen mit eingebunden. Das kann durch eine kleine Quizsequenz oder die Steuerung des weiteren Verlaufs erfolgen, um den Lernfortschritt zu überprüfen.

Virtual Classrooms und MOOCs

In virtuellen Klassenräumen dient das Internet der Kommunikation, es verbindet Schüler mit Lehrern aus unterschiedlichen Städten, Ländern oder sogar Kontinenten miteinander. Im Gegensatz zu Lehrvideos müssen alle Kursteilnehmer zur selben Zeit im virtuellen Klassenraum sitzen, also Zugriff auf einen Computer mit Internetzugang haben. Die Lernenden und Lehrenden können auf diese Weise direkt miteinander kommunizieren sowie Unterrichtsmaterial und andere Dateien austauschen.

Eine bestimmte Version von Onlinekursen, die überwiegend in der Hochschul- und Erwachsenenbildung verwendet wird, bezeichnet man allgemein als „Massive Open Online Courses“, kurz MOOCs. Mangels Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen weisen derartige Kurse in der Regel große Teilnehmerzahlen auf, woher auch der Name stammt.

Serious Gaming

In den nächsten Jahren werden hochauflösende 3D-Simulationen unter Nutzung verschiedener Bewegungssensoren bis hin zu interaktiven Datenbrillen in der Weiterbildung Einzug halten. Gerade im Bereich der Serious Games ergeben sich interessante Entwicklungen: Da Computerspiele Menschen aller Generationen in ihren Bann ziehen, erwachsen aus dieser Begeisterung verschiedene Konzepte, die für hohe Spielmotivation sorgen. Dies lässt sich sehr gut zu Lernzwecken nutzen. Ein von der EU gefördertes Projekt entwickelt beispielsweise momentan ein interaktives Lernspiel zur Hochwasservorsorge.

Interaktive Lernplattformen

Von Plattformen wie Amazon weiß man, dass automatisch interessante Angebote aus dem bisherigen Nutzungsverhalten abgeleitet werden. Ähnliches ist im Lern- und Trainingsbereich denkbar, indem interaktive Lernplattformen selbstständig passende Themen in der individuell besten Form anbieten. Der Bereich der sogenannten Learning Analytics ermöglicht darüber hinaus, zukünftig sehr engmaschig und zeitnah den Lernerfolg im Sinne des Bildungscontrollings zu verfolgen und zu steuern.

Das Beste aus beiden Welten

Neue technische Möglichkeiten auf der einen und veränderte Bedürfnisse der Lernenden auf der anderen Seite stellen die Triebkräfte für eine zunehmende Digitalisierung des Bildungssektors dar. Beginnend mit einer E-Learning-Angst und einer darauffolgenden E-Learning-Euphorie hat man mittlerweile ein Plateau der Produktivität erreicht, wobei E-Learning das klassische Lernen sicher nicht komplett verdrängen wird.  Der beste Weg ist eine sinnvolle gegenseitige Ergänzung zwischen den klassischen Lernformen und dem reinen E-Learning – sozusagen eine Kombination aus dem Besten beider Welten. Diese sinnvolle Mischung beider Ansätze bezeichnet man als „Blended Learning“, also integriertes Lernen. Bei dieser Kombination aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning wird eine didaktisch sinnvolle Organisation des Lernprozesses angestrebt: Vereinfacht gesprochen erweitert Blended Learning das traditionell physische Klassenzimmer um eine virtuelle Ebene. Diese Lernform wird jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn beide Methoden nicht isoliert, sondern ausgewogen aufeinander abgestimmt werden.

Laura Krug



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.