Es ist wie verhext: Werden kreative Ideen dringend gebraucht, fällt niemandem etwas ein. Um die Kreativität in Schwung zu bringen, kann es helfen, Brainstorming zu machen.
Ein Moderator nennt Stichworte und alle im Team geben an, was ihnen dazu spontan einfällt. Doch dabei lässt sich mehr verkehrt machen als viele denken. Ein paar Hinweise, was Mitarbeiter beachten sollten.
- Aufwärmen: Der eine hatte ein stressiges Telefonat, der andere
kommt gehetzt von einem Kundentermin: Damit Kollegen vom
Arbeitsalltag abschalten und den Kopf freihaben, empfiehlt Kreativ-Coach Petra Hennrich ein Warm-up. Der Start ins kreative Denken gelingt zum Beispiel mit einer Variation des Klassikers Stadt-Land-Fluss. "Setzen Sie statt Länder, Städte und Flüsse zum Thema passende Kategorien und spielen Sie ein paar Runden", rät Hennrich. Dieser lockere Zugang beseitigt die Anspannung und setzt den kreativen Prozess in Gang.
- Spielregeln aufstellen: Die Ideen sprudeln lassen, kreativ sein und offen sprechen: Das kann nur funktionieren, wenn sich Teilnehmer wohlfühlen und gegenseitig mit Respekt behandeln. "Es muss klar sein, dass jede Idee willkommen ist", sagt Business Coach Janne Klöpper.
Bei Gruppen mit sehr starken Hierarchien kann es daher sinnvoll sein, zunächst Spielregeln aufzustellen. Die Wichtigste: Jeden ausreden lassen - und den anderen zuhören. Um Kritik, ablehnende Gesten oder Lacher zu vermeiden, hilft die grundsätzliche Absprache, dass Mitarbeiter vorgetragene Ideen nicht bewerten dürfen.
- Hemmschwellen senken: Nicht immer herrscht in Gruppen eine vertrauliche Atmosphäre. Wenn die Teilnehmer sich nicht kennen oder der Vorgesetzte mit in der Runde sitzt, besteht das Risiko, dass manche Ideen aus Zurückhaltung nicht vorgetragen werden. Bei Teams mit Vorbehalten empfiehlt Kommunikationscoach Frauke Nees, dass Mitarbeiter ihre Ideen zunächst im Stillen aufschreiben. Das kann auch helfen, wenn sehr introvertierte Mitarbeiter unter den Teilnehmern sind. Dafür bekommt jeder ein paar Minuten Zeit. Danach können die Notizen eingesammelt und neu verteilt werden - jeder trägt nun die Ideen eines anderen vor. Oder man bildet Zweier-Teams und lässt die Teilnehmer ihre Ideen erstmal im Kleinen vortragen. Einmal ausgesprochen, fällt es häufig leichter, auch außergewöhnliche Ideen zu präsentieren.
- Pausen machen: Wenn die Ideen ins Stocken geraten, rät Petra Hennrich, eine Pause von etwa zehn Minuten Länge zu machen. "Die besten Einfälle kommen meist erst in einer zweiten Brainstorming-Welle."
Wichtig sei, die Pausen so zu gestalten, dass Teilnehmer sich dabei bewegen müssen. Bewegt sich der Körper, kommen häufig auch die Gedanken in Bewegung.
- Den Prozess leiten: "So, dann macht mal" - nach dieser Devise kommt der kreative Prozess nicht in Gang. In der Regel brauchen Gruppen einen Moderator, der den Prozess am Laufen hält. Seine Aufgabe: Die Gruppe lenken, wortstarke Teilnehmer zurücknehmen und die Introvertierteren ermutigen, auch etwas zu sagen, erläutert Klöpper. Wichtig dabei: erkennen, wenn Störungen auftreten.
Das gilt etwa, wenn Vorschläge abgewertet oder gleich kritisiert werden. Hier ist es Aufgabe des Moderators, gezielt nachzufragen, was los ist. "Oft kann man die Angelegenheit direkt klären." Möglicherweise steckt nur ein Missverständnis dahinter, wenn eine Gruppe über einen Vorschlag lacht.
dpa-mag