Franken
Ausbilder in der Region

Karriereoptionen nach dem Abschluss

Schulabgänger haben bei der Berufswahl vielfältige Möglichkeiten.
Artikel drucken Artikel einbetten
College student
Foto: Fotolia

Der Abschluss ist geschafft – doch wie geht es jetzt weiter? Diese Frage stellen sich Jahr für Jahr viele Schulabgänger. Die Auswahl an Möglichkeiten scheint riesig zu sein, sodass es gar nicht so leicht ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

Nicht ganz unwichtig bei der Entscheidung ist sicher das zu erwartende Gehalt. Auf das gesamte Berufsleben gerechnet, können Uni-Absolventen immer noch mit dem höchsten Gehalt rechnen. Natürlich muss bedacht werden, dass Auszubildende bereits während der Ausbildung Geld verdienen und auch deutlich schneller ins Berufsleben einsteigen können, als es bei Studierenden der Fall ist. Dieser kleine Nachteil lässt sich mit einem erfolgreich absolvierten Studium jedoch relativ schnell wieder aufholen.

Fester Stundenplan

Natürlich ist Geld nicht das alles entscheidende Kriterium bei der Zukunftsgestaltung. Besonders relevant ist auch die eigene Persönlichkeit. Mag man lieber Freiheiten oder braucht man eher klare Strukturen? Die Ausbildung orientiert sich sehr an schulischen Strukturen. Man hat vorgegebene Zeiten, in denen man  im Betrieb arbeitet und Phasen, in denen man in der Berufsschule nach einem festgelegten Stundenplan lernt. Der Unterricht findet in kleinen Klassen  statt und Wahlmöglichkeiten gibt es kaum. In der Regel besteht eine Anwesenheitspflicht. Lehrinhalte werden nach Lehrplan vorgegeben.

Mehr Flexibilität

In einer Fachhochschule hat man mehr Freiheiten. Ein Stundenplan kann selbstständig erstellt werden und bei einigen Modulen besteht Wahlfreiheit, jedoch nur innerhalb bestimmter Grenzen. Die Fachhochschule gibt einen Plan vor mit Modulen, die im jeweiligen Semester absolviert werden sollten. Zwar kann in Ausnahmefällen auch ein Modul in ein anderes Semester geschoben werden – um das Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen, wird jedoch empfohlen, sich an die Vorgaben zu halten. Eine Anwesenheitspflicht gibt es nur bei wenigen Veranstaltungen. Fachhochschulen haben den Anspruch,  praxisorientierter zu sein als Universitäten. Daher kommen viele Dozenten aus der Praxis und die Studierenden arbeiten oft an praxisbezogenen Projekten, um Erlerntes direkt anzuwenden. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch viele theoretische Module, in denen Wissen im Rahmen eines Frontalunterrichts gelehrt wird.

Sie suchen eine Azubi-Stelle?

Ein Studium an einer Universität bietet die meisten Wahlmöglichkeiten. Studierende können hier aus einer Vielzahl an Modulen aus verschiedenen Bereichen wählen. Der Lehrstoff an Universitäten wird eher theoretisch vermittelt und generell wird sehr viel Wert auf wissenschaftliches Arbeiten und Forschung gelegt. Es gibt keinen vorgegebenen Plan, welche Veranstaltungen wann besucht werden sollten. Die ganzen Möglichkeiten und Freiheiten können es den Studierenden jedoch besonders zu Beginn des Studiums  schwer machen, den Durchblick zu bewahren.

Selbstdisziplin ist wichtig

Zu einem Studium  – egal ob an Fachhochschule  oder Universität – gehört eine ganze Portion Selbstdisziplin. Da Prüfungen einfach verschoben werden können und es keine Anwesenheitspflichten gibt, muss man dazu in der Lage sein, sich selbst zu organisieren und selbstständig zu lernen. In der Regel gibt es keine Tests während des Semesters und auch das Erledigen der Hausaufgaben wird nicht mehr kontrolliert. Die Leistungen werden nur am Ende des Semesters in Form von Prüfung, Präsentation und Hausarbeit abgefragt. Deshalb ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben, damit das Semesterende nicht in völligem Stress und Überforderung endet. Generell sollte man beachten, dass die Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen in den letzten Jahren immer geringer wurden und es von der individuellen Lehranstalt abhängt, worauf der genaue Fokus gelegt wird.

Besonderes Augenmerk bei der Auswahl sollte auf dem gewünschten Beruf liegen. Wer Arzt werden möchte, der kommt um ein Studium nicht herum. Wer hingegen Einzelhandelskauffrau oder Einzelhandelskaufmann werden möchte, der sollte eine Ausbildung absolvieren. Außerdem benötigt man für eine Ausbildung keine Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, der Abschluss der mittleren Reife genügt. Für ein Studium ist die Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung notwendig. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, ohne das allgemeine Abitur zu studieren, zum Beispiel mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung. Welche Option letztlich die Beste ist, dafür gibt es kein Universalrezept. Das muss jeder für sich selbst herausfinden. 

Anna Traut



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.