Manch einer bricht schon in Panik aus, wenn er den Begriff hört: das Assessment Center. Dennoch ist diese Art der Bewerberauswahl vor allem bei größeren Unternehmen sehr beliebt. Die Prüfer verfolgen herbei ein ganz bestimmtes Ziel, sei es, um zu sehen, wie der Bewerber auf Stress reagiert oder wie gut er vor anderen sprechen kann. Soft Skills sind also das Hauptaugenmerk. Im Folgenden wird ein kleiner Einblick in das ein- bis dreitägige gegeben. Tipps sollen helfen, Fehler zu vermeiden.

Die Präsentation
Einer Präsentation werden Sie sich in jedem Fall stellen müssen, sei es eine Selbstpräsentation oder ein Präsentieren von Gruppenergebnissen. Der erste Eindruck ist entscheidend und Ihre Präsentationsfähigkeit zeigt sich hier. Sie sollten die Verbindung zwischen Ihrem Lebenslauf und der Stelle, auf die Sie sich bewerben, herstellen. Gestik und Mimik wirken sich positiv auf Ihren Vortrag aus.

Die Diskussion
Bei einer Gruppendiskussion wird den Bewerbern eine Aufgabe gestellt, bei der sie gemeinsam eine Lösung finden sollen. Hier möchten die Prüfer Ihre sozialen Kompetenzen testen. Auf Mitbewerber eingehen, Durchsetzungsfähigkeit, Überzeugungskraft oder strukturiertes Denken sind hier wichtig. Lassen Sie Ihr Ziel nicht aus den Augen, verlieren Sie sich nicht in Details. Manchmal kommt es auch vor, dass Sie eine feste Rolle zugeteilt bekommen, in der Sie dann argumentieren müssen. Bleiben Sie auf jeden Fall sachlich und behandeln Sie Ihre Mitbewerber respektvoll.

Die Postkorbübung
In dieser sehr beliebten Übung geht es darum zu schauen, wie Sie in einer Stresssituation agieren. Die Aufgabenstellung gibt Ihnen vor, dass Sie nur wenig Zeit haben, Ihr Schreibtisch jedoch voller Nachrichten für Sie ist (das können E-Mails, Notizen oder sonstige Benachrichtigungen sein). Nun gilt es, in der kurzen Zeit eine gute Lösung zu finden. Natürlich können Sie nicht alle Aufgaben abarbeiten. Verschaffen Sie sich einen groben Überblick. Regeln Sie Wichtiges sofort, delegieren Sie Aufgaben und lassen Sie Unwichtiges beiseite, um es später umzusetzen. Denken Sie daran: Es gilt nicht, alles zu erledigen (das ist in der kurzen Zeit nicht möglich), sondern gut und effektiv zu handeln. Bleiben Sie ruhig und konzentriert, arbeiten Sie bestimmt!

Stärken und Schwächen nennen
Die Frage nach Ihren Stärken und Schwächen wird bestimmt gestellt. Deshalb ist es ratsam, sich schon im Vorfeld darüber Gedanken zu machen. Stärken sind meist leicht zu nennen und positiv im Bezug auf das zukünftige Aufgabenfeld darzustellen. Bei Schwächen ist das schon schwieriger. Aussagen wie „Ich bin nicht stressresistent“ sollten vermieden werden, denn sie wirken sich negativ auf Ihr Gesamtbild aus. Besser sind Schwächen zu nennen, die im zwischenmenschlichen Bereich liegen. Hierzu zählt beispielsweise die Direktheit gegenüber den Kollegen, durch die man sie möglicherweise verletzen kann. Wichtig ist es zu zeigen, dass man sich seiner Schwächen bewusst und kritikfähig ist sowie versucht, diese zu relativieren oder gar abzulegen.
 
Die Körpersprache sagt mehr als 1000 Worte
Auf Ihre Körpersprache sollten Sie den ganzen Prozess über achten. Sitzen Sie aufrecht und lümmeln Sie nicht auf dem Stuhl. Zeigen Sie Offenheit, indem Sie Ihre Arme nicht verschränken. Bedenken Sie immer: Ihre Körpersprache vermittelt unterbewusst das, was Sie nicht laut aussprechen. Ihr Gegenüber wird Sie an Ihrem Verhalten beurteilen. Und dieses sollte in Anwesenheit möglicher Kollegen und dem Chef immer tadellos und respektvoll sein. Auch wenn Sie sich unbeobachtet fühlen, werden Sie es nicht sein.

Planung ist alles
Vorbereitung ist – wie bei jedem anderen Test auch – essentiell. Oftmals wird bei der Einladung zu einem Auswahlverfahren in einem Assessment Center der Ablauf des Prozesses mitgeschickt. Hieran können Sie sich orientieren und sich rechtzeitig darauf vorbereiten. Berechnen Sie genug Zeit für Ihre Anreise und seien Sie pünktlich. Schließlich wollen Sie hier nicht schon negativ auffallen. Das Unternehmen sowie das Jobprofil, auf das Sie sich beworben haben, sollten Sie kennen. Außerdem ist es manchmal notwendig, aktuelle Bezüge zur Wirtschaft oder zu Ihrem angestrebten Sektor herstellen zu können.
Lassen Sie sich während der Gespräche nicht reizen und werden Sie nicht ausfallend. Halten Sie sich immer Ihr Ziel vor Augen, wodurch Ihr Gegenüber eventuell bald Ihr Vorgesetzter wird. Freundlichkeit ist ein Muss.


Fehler, die Sie vermeiden sollten
  • Vermeiden Sie ein ungepflegtes Äußeres und unpassende Kleidung. Ein gebügeltes Hemd und eine schicke Bluse sind beispielsweise Pflicht.
  • Geben Sie nichts vor, was Sie nicht wirklich sind, sondern verhalten Sie sich authentisch.
  • Behandeln Sie alle Beteiligten – auch Ihre Mitbewerber – niemals respektlos.
  • Verlieren Sie sich nicht in Details. Meist reicht die Zeit nicht aus, um alle Aufgaben detailliert zu lösen.
  • Nicht kritikfähig zu sein, ist schlecht.
  • Vermeiden Sie, das Mauerblümchen zu sein. Auch wenn Ihre fachliche Kompetenz unschlagbar ist, so wird Ihnen das nichts nützen, solange Sie still auf Ihrem Stuhl sitzen. Zeigen Sie Initiative!