Deine Pflichten und Rechte als Azubi

Wenn du aus der Schule in die Arbeitswelt einsteigst, beginnt der Ernst des Lebens. Du bekommst spannende Aufgaben, erlernst einen Beruf und übernimmst Verantwortung. Klingt schlimmer, als es ist. Hier ein paar Tipps und Wissenswertes über deine Pflichten, aber auch über die Rechte die dich als Auszubildende/r erwarten.
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Das sind deine Pflichten als Azubi:

Lernpflicht: Du solltest dich immer – so gut es geht – (körperlich und geistig) um das Erlernen des gewählten Berufs bemühen.

Sorgfaltspflicht: Alle dir aufgetragenen Aufgaben sind sorgfältig auszuführen.

Teilnahmepflicht: Du hast die Pflicht an Ausbildungsmaßnahmen, für die du vom Betrieb freigestellt wirst, teilzunehmen (beispielsweise Besuch der Berufsschule).

Weisungen Folge leisten: Heißt so viel wie, dass du als Auszubildender den Weisungen vom Ausbilder im Rahmen der Berufsausbildung Folge zu leisten hast. Das heißt, wenn dir dein Ausbilder eine bestimmte Aufgabe gibt, kannst du diese nicht einfach verweigern oder nicht bearbeiten, da er eine weisungspflichtige Person ist. Die weisungspflichtigen Personen des Ausbildungsbetriebes werden dir im Normalfall am Beginn deiner Ausbildung vorgestellt.

Einhalten der Betriebsordnung: Du hast die geltenden Ordnungsanweisungen in deinem Ausbildungsbetrieb zu beachten (beispielsweise Schutzkleidung tragen).

Bewahrungspflichten: Maschinen, Werkzeuge, Arbeitsmittel, usw., die dir während deiner Ausbildung vom Betrieb zur Verfügung gestellt werden, sind schonend und pfleglich zu behandeln.

Krankheitsmeldung: Wenn du wegen Krankheit nicht zur Arbeit gehen kannst, musst du das unverzüglich in deinem Ausbildungsbetrieb melden. Wichtig: Attest vorlegen nicht vergessen! Manche Arbeitgeber handhaben es so, dass man erst ab dem dritten Krankheitstag ein Attest vom Arzt benötigt. Dies solltest du vorher abklären. Bist du an einem Berufsschultag krank, melde dich in der Schule ab und gebe auch im Betrieb Bescheid. (Beachte: Attestpflicht an Tagen, an denen Prüfungen anstehen!)

Pflicht zur Verschwiegenheit: Du bist dazu verpflichtet, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse für dich zu behalten. Vor allem gegenüber Konkurrenzbetrieben ist dies ZWINGEND zu beachten!

Konsequenzen bei Verstößen gegen deine Pflichten:

Lasse es nicht so weit kommen, ständig gegen deinen Ausbildungsvertrag zu verstoßen. Ansonsten begibst du dich in die Gefahr, deinen Ausbildungsplatz zu verlieren. Eventuell schaut sich dein Ausbilder dein Verhalten eine Zeit lang an, vielleicht handelt er aber auch SOFORT. Nach mündlichen Hinweisen und Ermahnungen, folgt irgendwann eine schriftliche Abmahnung. Wird dir mehrfach eine Abmahnung ausgestellt, kann dir bei wiederholtem Verstoß in der gleichen Sache eine Kündigung ausgesprochen werden. Also solltest du dich, gerade wenn schon eine Abmahnung wegen eines Verstoßes vorliegt, dringend zusammenreißen. Tipp: Wenn du einen Fehler gemacht hast, wird dir keiner den Kopf abreißen. Wichtig ist es, dass du immer ehrlich bist und dich entschuldigst, wenn etwas schief gelaufen ist.

Das sind deine Rechte als Azubi:

Angemessene Vergütung: Jeder Auszubildende hat ein Recht auf eine monatliche Vergütung. Auch für die Zeit, in der du am Berufsschulunterricht oder überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen teilnimmst. Das Gehalt ist unterschiedlich je nach Ausbildungsberuf kannst du 100 Euro aber auch 600 Euro verdienen.

Kostenlose Ausbildungsmittel: Die Ausbildungsmittel (beispielsweise Werkzeuge und Werkstoffe) sind dir kostenlos zur Verfügung zu stellen. In manchen Ausbildungsberufen ebenfalls die Sicherheitsausrüstung.

Freistellung für Ausbildungsmaßnahmen: Dein Ausbildungsbetrieb hat die Pflicht, dich für den Berufsschulunterricht und für alle vorgeschriebenen Ausbildungsmaßnahmen freizustellen (auch für schulische Aktivitäten außerhalb des Betriebes, wie z. B. Betriebsbesichtigungen).

Arbeiten nur für das Ausbildungsziel: Du musst keine ausbildungsfremden Arbeiten ausführen. Darunter versteht man Tätigkeiten, die nicht zum Ausbildungsberuf gehören, beispielsweise als Bankkaufmann ist es sicher nicht eure tägliche Aufgabe, den Boden im Eingangsbereich des Foyers zu schrubben oder defekte Lampen im Büro auszuwechseln. Ebenso hat der Mechatroniker bei Bosch normalerweise nichts mit der Jahresabrechnung im Vertrieb zu tun.

Besondere Kündigungsmöglichkeit: Wenn du die Berufsausbildung aufgeben willst oder dich für eine andere Tätigkeit ausbilden lassen möchtest, kannst du jederzeit (mit einer Frist von vier Wochen) kündigen.

Auslandseinsatz: Es ist möglich, dass du einen Teil deiner Ausbildung im Ausland (beispielsweise in einem ausländischen Tochterunternehmen) absolvierst. Ein Auslandsaufenthalt ist nur möglich, wenn der Betrieb Niederlassungen im Ausland hat bzw. der Arbeitgeber seinen Auszubildenden für eine bestimmte Zeit entbehrt.

Anspruch auf ein Zeugnis: Jeder Auszubildende bekommt am Ende seiner Ausbildung ein einfaches Zeugnis, einfach deshalb weil keine Bewertung deiner Leistung während der Ausbildung vorgenommen wird. Auf euer Verlangen könnt ihr allerdings auch ein qualifiziertes Zeugnis erhalten, dieses enthält nicht nur Personalien und Dauer der Beschäftigung eine Beurteilung zu deiner Leistung und deinem Verhalten.

Bildung einer Jugend- und Auszubildendenvertretung: Sind in deinem Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer, welche das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder ihre Berufsausbildung absolvieren und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist eine Jugend- und Auszubildendenvertretung zu wählen. Diese hat das Recht sich bei den Betriebsratssitzungen mit hinein zu setzen. Sollte ein Auszubildender unfaire Tätigkeiten bekommen bzw. von einem Ausbilder unfair behandelt werden, kann dies die Auszubildendenvertretung im Betriebsrat ansprechen.
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