Welche Ausgaben kommen auf dich zu?
Besonders wenn du noch bei deinen Eltern wohnst, ist es nicht einfach abzuschätzen wie hoch deine Lebenshaltungskosten im Studium sein werden. Nimm dir ausreichend Zeit für die Kalkulation aller Kostenpunkte, denn je nach Studienort können die Kosten stark variieren. Denk daran, dass auch das Studium selbst Kosten mit sich bringen kann. Dazu gehören z.B. Lehrmaterial, Semesterticket, Semesterbeitrag. Hier ein Beispiel für ein Studium in Bamberg:

Miete: 250-400 Euro
Energiekosten: 40-60 Euro
Internet/Telefon: 15-30 Euro
Krankenkasse: 79 Euro
Lebensmittel: 100-200 Euro
Lehrmittel (inkl. Drucken/Kopieren): 20-40 Euro
Kleidung: 30-100 Euro
Semesterbeitrag & Semesterticket: ca. 13 Euro
Freizeit: 40-100 Euro
Gesamtkosten: 587-1122 Euro
Wie du siehst, können die monatlichen Kosten stark variieren und hängen maßgeblich von deinem Konsumverhalten und der Stadt, in der du wohnst ab.
Lege deshalb ein monatliches Budget für jeden Posten, der nicht zu den Fixkosten gehört fest.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten kommen in Frage?


BaföG:
Das “Bundesausbildungsförderungsgesetz” unterstützt vor allem Studenten, deren Eltern ihnen keine finanzielle Unterstützung bieten können. Ziel ist es, für Chancengleichheit im Bildungswesen zu sorgen. Die BaföG-Förderung wird dabei zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Ob du Anspruch auf eine BaföG-Förderung hast und wie hoch diese ausfällt, hängt vor allem von diesen Faktoren ab:

Wie hoch ist das Einkommen der Eltern?
Wohnst du bei den Eltern oder in einem eigenen Haushalt/WG?
Wie viele Geschwister hast du?

Wenn du nicht sicher bist ob das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist, um BaföG zu erhalten, lohnt sich der Antrag trotzdem. Nur so kannst du sicher sein, dass du tatsächlich nicht förderberechtigt bist. Zusätzlich zur BaföG-Förderung kannst du bis zu 4.800 Euro ohne Abzüge dazu verdienen.

Nebenjob:
Die meisten Studenten arbeiten neben ihrem Studium. Solange du nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienst, musst du keine Anzüge beim BaföG befürchten und auch keine Sozialabgaben leisten. Ein Studentenjob bietet dir nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern kann dir auch wertvolle Praxiserfahrung für deinen späteren Job liefern. Als Werkstudent in Unternehmen darfst du sogar bis zu 20 Stunden pro Woche neben dem Studium arbeiten. Ist dein Verdienst als BaföG-Empfänger aber höher als 4.800 Euro pro Jahr, wird der darüber hinaus gehende Betrag mit deinem BaföG verrechnet. Wichtig beim Nebenjob ist vor allem, dass du dein Studium nicht vernachlässigst. Schließlich kann das Arbeiten neben dem Studium eine Doppelbelastung darstellen, sodass dir unter Umständen wertvolle Zeit zur Prüfungsvorbereitung fehlt. Überlege deshalb ganz genau, wie viele Stunden pro Woche du arbeiten kannst ohne Abstriche bei der Vor- und Nachbereitung deiner Vorlesungen machen zu müssen. Über die Stellenbörse deiner Uni findest du häufig Nebenjobs in deiner Nähe. Auch in Online-Stellenbörsen deiner jeweiligen Stadt wirst du fündig.

Stipendien:
Mit einem Stipendium erhältst du eine Förderung, die du im Gegensatz zum BaföG nicht zurück zahlen musst. Dafür sind die Voraussetzungen für Stipendien höher. Hervorragende Noten und politisches oder gesellschaftliches Engagement sind meist wichtige Kriterien nach denen Stipendien vergeben werden. Die Auswahl an Stiftungen, die Studenten fördern ist groß. Viele Anbieter bieten ihren Stipendiaten auch Extras wie Büchergeld oder Förderung in Form von z.B. Tagungen oder anderen Veranstaltungen an. Solltest du sich für diese Art der Förderung interessieren, nimmst du am besten Kontakt zu deinem Studentenwerk auf. Der Stipendienlotse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gibt dir ebenfalls eine Übersicht über alle aktuellen Stipendien. Hier findest du den Stipendienlotsen.

Unterhalt von den Eltern:
Gesetzlich sind deine Eltern dir gegenüber unterhaltspflichtig. Die Finanzierung einer angemessenen Ausbildung gehört zur Unterhaltspflicht dazu. Aus diesem Grund musst du beim Antrag auf BaföG das Einkommen beider Eltern angeben. Bekommst du aufgrund des Einkommens deiner Eltern nur wenig oder kein BaföG, sieht das Gesetz vor, dass deine Eltern dein Studium finanzieren. Im Gegenzug bist du dazu verpflichtet, alles dafür zu tun, um deinen Eltern nicht länger als nötig „auf der Tasche zu liegen“.

Bildungskredit und Studienkredite:
Das Bildungskreditprogramm der Bundesregierung bietet ein zinsgünstiges Darlehen, das unabhängig von der Höhe deines Einkommens ab dem 3. Bachelor-Semester beantragt werden kann. Das maximale Kreditvolumen beträgt 7.200 Euro, das wahlweise in monatlich 100, 200 oder 300 Euro innerhalb von 24 Monaten ausgezahlt wird. Es ist auch eine Einmalzahlung für ausbildungsbezogene Aufwendungen (Auslandsaufenthalt, Lehrmaterial, Bücher, Studiengebühren). Außerdem bietet die KfW einen zinsgünstigen Studienkredit für Studierende an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland an. Dieser Kredit eignet sich besonders für Studierende, die ihre Lebenshaltungskosten finanzieren möchten und ein höheres Kreditvolumen benötigen. Die maximale Höhe des KfW Studienkredits beträgt 54.600 Euro, welche mit bis zu 650 Euro monatlich ausgezahlt werden kann.