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Unvergessliche Erfahrung Auslandssemester: Daran musst du denken und das musst du planen

Ein Auslandssemester ist eine unvergessliche Erfahrung während des Studiums. Sie eröffnet dir neue Perspektiven und bringt dich persönlich voran. Doch, wenn es konkret wird, stellen sich viele Fragen: Erst muss die richtige Gastuniversität gefunden werden, dann tauchen Bewerbungsformulare auf und schließlich stehen finanzielle Angelegenheiten an. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren. In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen Traum vom Auslandssemester in die Realität umsetzt.
 
Auslandssemester
Ein Semester mit Erasmus ins Ausland gehen, ist der Traum vieler Studierender. Foto: Joe-L / AdobeStock
  • Wann ist ein Auslandssemester sinnvoll? 
  • Wie findet man die richtige Austauschuniversität? 
  • Was ist wichtig für die Organisation?
  • Wer kann einem helfen? 

Vor einem Auslandssemesters gibt es vor allem eines: Fragen. Bis du dein Vorhaben verwirklichen kannst, braucht es oft viel Zeit und Planung. Hier erfährst du, was du wissen solltest, wenn du während deines Studiums ein paar Monate an einer internationalen Gastuniversität verbringen möchtest. 

Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann? So kannst du mit der Planung beginnen!

Egal, ob du gerade erst von der Möglichkeit eines Auslandssemesters gehört hast oder dir bereits eine bestimmte Gastuniversität vorschwebt - vielleicht hast du schon im Bauchgefühl, dass es dich in die Welt hinauszieht. Wenn ja, heißt der nächste Schritt: Informieren.

Das International Office deiner Universität ist dafür in der Regel eine gute erste Anlaufstelle. Dort erfährst du unter anderem, dass

  • ein Auslandsaufenthalt meistens ab dem 2. Studienjahr möglich ist,
  • du (je nach Programm) auch mehrfach ins Ausland reisen kannst, solange ein bestimmtes Zeitkontingent nicht überschritten wird,
  • dein Studiengang häufig Austauschverträge mit internationalen Partnerhochschulen abgeschlossen hat, 
  • du dir deine gewünschte Gastuniversität aber auch als sogenannter "Freemover" selbst aussuchen kannst. Hierbei ist die Planung jedoch etwas aufwendiger und sollte gut überlegt werden. Der Studienservice IEC bietet Beratungshilfe an. 

Prinzipiell gilt: Es empfiehlt sich, so früh wie möglich mit der Organisation anzufangen. Häufig dauert es etwa eineinhalb Jahre, bis alle wichtigen Angelegenheiten geregelt sind. Auf der Seite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) findest du eine Checkliste dafür, zu welchem Zeitpunkt du welchen Planungsaspekt in Angriff nehmen solltest. 

Der Bewerbungsprozess: Ablauf und Voraussetzungen

Nachdem du deine Wunschuniversität(en) gefunden hast, wird es spannend: Der Bewerbungsprozess steht an und entscheidet darüber, ob du den Platz an der Hochschule bekommst. In dieser wichtigen Phase fragst du dich sicher: Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, damit die Bewerbung erfolgreich wird? 

  • Unterlagen und Zertifikate: Je nachdem, wofür du dich bewirbst, besteht deine Bewerbung aus mehreren Teilen. Meistens musst du neben Motivationsschreiben auch deinen Notenspiegel, Nachweise über Sprachkenntnisse, Abiturzeugnis sowie einen Lebenslauf vorlegen. Manchmal kann auch ein Empfehlungsschreiben erforderlich sein. 
  • Vorstellungsgespräche: Bei den meisten Förderprogrammen ist kein Auswahlgespräch nötig. Falls du doch eine Einladung bekommen solltest - keine Panik: Das Verfahren ähnelt dem eines regulären Bewerbungsgespräches. Auf mystipendium.de findest du Ratschläge dafür und Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest. 
  • Sprachkenntnisse: Ob und wie viel Sprachkenntnisse du für dein Auslandssemester brauchst, wird meistens von der Uni vorgegeben. Natürlich ist es aber ratsam, neben Englischkenntnissen auch die jeweilige Landessprache zumindest soweit zu beherrschen, dass du dich verständigen kannst. Vor, während und nach des Auslandssemesters gibt es außerdem häufig mehrere Tests und Sprachkurse. 

Wenn du alles gut überstanden hast, konkretisiert sich die Planung zunehmend. Dann kannst du dir bereits Gedanken darüber machen, wie du dein Auslandssemester finanzieren kannst. 

Auslands-BAföG, Erasmus & Co: Diese Förderprogramme unterstützen dich bei deinem Auslandsaufenthalt

Während es in Deutschland meist keine Studiengebühren gibt, gelten im Ausland oft andere Regeln. Dementsprechend kann ein längerer Aufenthalt manchmal ganz schön ins Geld gehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass du alles alleine finanzieren musst! In Deutschland, Europa und weltweit gibt es viele Förderprogramme, die dich bei deinem Vorhaben unterstützen. Das sind die wichtigsten im Überblick: 

  • Auslands-BAföG: Laut Gesetz kannst du auch Anspruch auf Auslands-BAföG haben, wenn du im Inland keinen Zuschuss bekommst. Der Antrag lässt sich ganz bequem online ausfüllen. 
  • Erasmus(+): Dieses internationale Förderprogramm unterstützt die Mobilität von Hochschulmitgliedern europa- und weltweit. Auch viele deutsche Universitäten sind Teil davon. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten im Rahmen von Erasmus+ für dich infrage kommen. 
  • DAAD-Stipendium: Der deutsche akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt ebenfalls Stipendien für einen Auslandsaufenthalt. Auf seiner Website kannst du herausfinden, wie du eine Förderung beantragst. 
  • Studienkredit: Wenn alle Stricke reißen und dir trotz aller Versuche immer noch Geld für dein Auslandssemester fehlt, gibt es auch die Möglichkeit, einen staatlichen Bildungskredit aufzunehmen. Dieser ist nicht an bestimmte Studienleistungen gekoppelt und kann einkommensunabhängig in fortgeschrittener Ausbildungsphase vergeben werden. 

Noch Fragen? Falls du dir unsicher bist, wende dich am besten an deine eigene Universität. So kannst du schnell und unkompliziert herausfinden, welche Stipendien für dich geeignet sind.  

Heimat- und Gastuniversität - wie lässt sich beides miteinander verknüpfen?

Während des Auslandssemesters läuft dein Studium an der Gastuniversität weiter - das erfordert einige Formalitäten. Damit der Übergang möglichst reibungslos klappt, ist Folgendes zu beachten: 

  • Internationaler Studierendenausweis: Neben einem Ausweis deiner Austauschuni kannst du auch einen internationalen Studierendenausweis beantragen lassen. Das geht ganz einfach online. 
  • Kurswahl: Informiere dich am besten vor dem Antritt des Auslandssemesters, ob du dir Prüfungsleistungen aus dem Ausland anrechnen lassen darfst. Darauf aufbauend kannst du dir die Kurse an deiner Gastuniversität aussuchen.  
  • Wohnungssuche: Du hast die Möglichkeit, dir entweder selbst ein Zimmer suchen oder einen Platz im Wohnheim beantragen. Hierbei kann dir das Studierendenwerk deiner Austauschuniversität behilflich sein. 

An diesem Punkt hast du die Planung vor dem Auslandsaufenthalt so gut wie geschafft! Alles Weitere wird dann im Austauschland geregelt. 

Ein Semester im Ausland studieren: Lohnt sich das?

Nun kennst du den groben Ablauf und die nötigen Voraussetzungen, die für ein Auslandssemester erfüllt werden müssen. Deine Entscheidung, ob du dich letztendlich bewerben möchtest oder nicht, kann dir niemand abnehmen - aber zum Glück gibt es viele Hilfestellungen: Auf Portalen wie studibuch.de oder auslandszeit.de findest du neben einer Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen auch Berichte von Studierenden, die diese Erfahrung schon gemacht haben. Viele erzählen von 

  • einem hohen Organisationsaufwand
  • einer längeren Studiendauer
  • Heimweh
  • besseren Berufschancen 
  • Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit
  • Freundschaften mit Menschen aus aller Welt 
  • einem neuen Blickwinkel auf die eigene Kultur

Die beste Quelle für Erfahrungsberichte aus erster Hand ist jedoch die Website deiner Universität bzw. deines Studiengangs. Dort gibt es häufig Artikel von Kommiliton:innen, die einmal in genau der gleichen Situation waren wie du. Mit ihnen kannst du vielleicht sogar Kontakt aufnehmen und dir persönlich berichten lassen, was möglicherweise auf dich zukommt. 

Fazit: So gelingt die Planung deines Auslandssemesters

Die Organisation eines Auslandssemesters erfordert viel Geduld, sollte aber auch Spaß machen. Damit du während der Planung nicht den Überblick und die Motivation verlierst, steht dir deine Universität während des gesamten Prozesses zur Seite: Über sie lernst du mögliche Gasthochschulen kennen, erfährst alles über Bewerbungsablauf und Finanzierung oder kannst dich mit Studierenden in Verbindung setzen, die bereits einen Auslandsaufenthalt hinter sich haben.

Obwohl es gerade zu Coronazeiten Argumente für und gegen ein Auslandssemester gibt, geht aus den meisten Erfahrungsberichten hervor, dass sich der organisatorische Aufwand durchaus lohnt. Denn wenn der Berg an Papieren erst einmal bewältigt ist, heißt es nur noch: Koffer* packen und rein ins Abenteuer!

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