Der seit Jahren bestehende Fachkräftemangel zwingt Unternehmen dazu, sich im heutigen Bewerbermarkt deutlicher zu positionieren: Die Aussicht auf einen Firmenwagen oder eine Beteiligung in ein paar Jahren genügt einfach nicht mehr, um gerade junge High Potentials zu überzeugen. Diese Entwicklung zieht sich durch alle Branchen, die besonders qualifiziertes Personal brauchen, um im Markt weiter wachsen zu können.

Steigender Wettbewerb sorgt für neue Vorteile

So bietet die Unternehmensberatung McKinsey ihren Mitarbeitern ein bis zu drei Monate dauerndes Sabbatical. McKinsey zahlt in diesem Zeitraum das Gehalt anteilig weiter, und es muss kein Grund für die Auszeit genannt werden.

Der Klebstoff- und Reinigungsmittelhersteller Henkel unterstützt mit seiner MIT-Initiative das soziale Engagement seiner Mitarbeiter mit finanziellen und materiellen Zuwendungen sowie Freistellungen vom Arbeitsplatz.

Ähnlich attraktiv gestalten sich die Benefits für Finanzberater bei Swiss Life Select: Qualifizierte Aus- und Weiterbildungsangebote gehören ebenso dazu wie Mitarbeiterrabatte. Außerdem bietet die Swiss Life Select GmbH ihren Mitarbeitern viel Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit.      

Das Unternehmen berät seine Kunden unter anderem in den Bereichen Versicherungen, Immobilien und bei der privaten Altersvorsorge. Dabei legt Swiss Life Select verstärkt Wert auf digitale Angebote und einen ganzheitlichen Beratungsansatz.

New-Work-Benefits setzen sich durch

Eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft (Bitkom) zeigt ebenfalls, dass sich Unternehmen heute spendabel zeigen müssen, um auf dem Arbeitsmarkt bei jungen Fachkräften zu punkten – die Versorgung mit Getränken gehört da fast schon obligatorisch dazu: 92 Prozent der befragten Geschäftsführer und Personalverantwortlichen geben an, ihren Mitarbeitern kostenlos Getränke bereitzustellen.

Noch wichtiger dürfte jungen Arbeitnehmern eine gelebte Work-Life-Balance sein. Das zeigt sich in folgenden Werten: 71 Prozent aller Befragten geben an, dass ihre Angestellten in Gleitzeit arbeiten dürfen, und 46 Prozent gewähren ihnen Vertrauensarbeitszeit. Bei diesem Arbeitszeitmodell steht die Erledigung vereinbarter Aufgaben im Vordergrund und nicht die zeitliche Anwesenheit am Arbeitsplatz.

Weiterbildungsmöglichkeiten stehen ebenfalls hoch im Kurs, wenn es um Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung geht: 69 Prozent der Unternehmensvertreter bieten Schulungen und Seminare für ihre Belegschaft an. So entsteht eine Win-win-Situation für beide: Der Arbeitnehmer bleibt auf dem neuesten Wissensstand, und der Arbeitgeber profitiert von diesem Know-how im eigenen Betrieb.

Hardware der neuesten Generation als Benefit

Die jüngste Generation an qualifizierten Fachkräften ist mit dem Internet groß geworden – und erwartet jetzt von ihren Arbeitgebern in Zeiten der Digitalisierung dementsprechend modernes Arbeitsmaterial. Dem Wunsch kommen 55 Prozent der Arbeitgeber nach: Sie stellen ihren Mitarbeitern die neuesten Rechner, Tablets, Smartphones und andere Gadgets zum Arbeiten zur Verfügung – und oft auch für den privaten Gebrauch.

Der Weg zur Arbeit wird ebenfalls von den Firmen gesponsert: 54 Prozent spendieren ihrer Belegschaft Monatstickets für öffentliche Verkehrsmittel oder beteiligen sich an den Kosten. Einige stellen ihnen auch ein Firmenfahrrad via Leasing zur Verfügung und beweisen damit ökologisches Bewusstsein.

Dienstwagen und attraktives Gehalt auf den hinteren Plätzen

Erstaunlich: Die betriebliche Altersvorsorge wird von nur 19 Prozent der befragten Unternehmensvertreter der Bitkom-Untersuchung als Benefit-Vorteil angegeben, trotz sinkender Rentenzahlungen in der Zukunft. Auch der Dienstwagen wird zum Auslaufmodell – mit ihm werben lediglich 12 Prozent um neue Mitarbeiter.

Ein überdurchschnittliches Gehalt scheint ebenfalls für viele kein attraktives Argument für den Jobeinstieg mehr zu sein: Gerade einmal neun Prozent geben es noch als Benefit an.

Das Schlusslicht der Umfrage bildet mit acht Prozent die Kinderbetreuung. Ein erstaunlicher Wert, wo doch immer mehr Arbeitnehmer in Patchwork-Familien oder als Alleinerziehende leben. Es wird sich zeigen, ob das in Zukunft so bleibt.