Fürth
Karriere

Das perfekte Bewerbungsfoto: Mit diesen Tipps vom fränkischen Foto-Profi überzeugst du auf den ersten Blick

Für das perfekte Bewerbungsfoto sollte man einiges beachten. Wir haben mit einem Fürther Profi-Fotografen gesprochen. Wie du den besten ersten Eindruck machst, erfährst du in diesem Artikel.
Mit einem professionellen Bewerbungsfoto kann man beim potenziellen Arbeitgeber punkten. Welche Fotos wirken am besten?
Mit einem professionellen Bewerbungsfoto kann man beim potenziellen Arbeitgeber punkten. Welche Fotos wirken am besten? Foto: CC0 / Pixabay / studio291
  • Tipps für das perfekte Bewerbungsfoto:
    • Was ist besser: Nur das Gesicht oder der ganze Körper?
    • Wie stelle ich mich in Pose?
    • Was zieht man an?
    • Soll ich mich draußen fotografieren lassen oder im Studio?

Wer erinnert sich? Bewerbungsfotos in Schnellheftern, meist ernster Blick, Herren im dunklen Sakko mit Krawatte, Frauen in Bluse wie aus Omas Kleiderschrank. Inzwischen werden Bewerbungen meist digital an Firmen geschickt. Viele Unternehmen bieten ein eigenes Bewerbungsportal an. So modern und vielseitig die Bewerbungsmöglichkeiten heute sind, so divers können auch Bewerbungsfotos aussehen. Wenn das Unternehmen in der Jobausschreibung nicht explizit darauf hinweist, dass es gerne ein Foto sehen würde, sind Bewerbungsfotos keine Pflicht. Sie bieten dir aber die Möglichkeit, neben deinen Qualifikationen deine Persönlichkeit zu unterstreichen. Auch interessant: Unsere Tipps zum Führen einer Gehaltsverhandlung - so holst du mehr Geld raus.

Professionelles Bewerbungsfoto: Wie viel soll von mir zu sehen sein?

„Früher zeigten die Bewerbungsbilder in der Regel nur den Kopf des Bewerbers, inzwischen werden oft größere Ausschnitte gewählt, meist bis knapp unter die Gürtellinie“, erklärt der Fotograf Martin Kaczmarski, der in der Fürther Innenstadt das Fotostudio Artarco betreibt. Ganzkörperfotos empfiehlt er nicht: „Das Gesicht ist auf solchen Bilder zu klein, der Gesichtsausdruck nicht so gut zu erkennen.“ Und das Gesicht zeigt die Persönlichkeit des Menschen, nicht der Körperbau.

Von mehr oder weniger witzigen Grimassen und Posen rät der Fotograf ab: „Wenn es ein Kunde explizit wünscht, machen wir auch solche Fotos. Allerdings sind Bewerbungsbilder dieser Art auch nur für bestimmte Berufsgruppen, wie Schauspieler oder Musiker, geeignet“. Da ein Bewerber in der Regel nicht weiß, wie sein potenzieller Arbeitgeber tickt, kann ein witziges Foto mehr Schaden anrichten als es Vorteile bringt. Mit einem eleganten, seriösen Bild geht der Bewerber deutlich weniger Risiko ein und es hat einen Vorteil: Er kann es für mehrere Bewerbungen nutzen. Seriös ist aber nicht gleichzusetzen mit ernst. „Die Art des Blickes, die Mimik, die Art des Lächelns, Schmunzeln oder leicht grinsen – das sind Merkmale jedes Menschen, die Persönlichkeit zeigen“, sagt Kaczmarski. Was zu einer Person passt, passt nicht unbedingt zu einer anderen. „Es gibt schüchterne und offene Menschen und hier ist der Fotograf gefragt, der ein Gespür für den Charakter haben muss.“

Während man früher auf Fotos eher zur Seite schaute, empfiehlt der Profi, den Blick in die Kamera: „Dadurch nimmt der Bewerber ,Kontakt' mit dem Betrachter auf und man wirkt auch selbstbewusster.“ Von sogenannten „Headshots“ hält der Fürther nichts. Der Trend kommt aus den USA. Darunter versteht man ein knappes, frontales Bild nur vom Kopf. Der Gedanke dabei ist, dass der Betrachter direkt in die „Augen und die Seele“ des Bewerbers blicken kann. „Da kann man gleich ein Passfoto verwenden“, so der Fotograf.

Wie stelle ich mich hin?

Wenn man fotografiert wird, ist man sich oft unsicher, was man mit den Händen machen soll und welche Körperhaltungen man einnehmen soll. „Auch das ist flexibler geworden“, weiß Kaczmarski. Frontal, leicht seitlich, ganz seitlich, geradestehend, angelehnt, leicht von oben: So simpel ist das mit der Körper- und Händehaltung allerdings nicht, wie der Experte weiß: „Als erfahrene Fotografen müssen wir immer bedenken, dass nicht alle Posen und Körperhaltungen zu allen fotografierten Personen passen.“

Bewerbungsmaster professional: Jetzt Bewerbungssoftware bei Amazon ansehen

Im Trend liegen verschränkte Arme, wie man sie von Vorstandsfotos aus Wirtschaftsmagazinen kennt. „Kann man machen, machen wir auch“, sagt der Fotograf. Er gibt aber zu bedenken: „Diese Körperhaltung wirkt aus psychologischer Sicht negativ. Verschränkte Arme bauen eine Barriere zwischen zwei Personen auf.“

Für ein klassisches Bewerbungsbild als Arbeitnehmer findet Kaczmarski diese aus seiner Sicht arrogante Pose nicht gut. „Für die eigene Webseite als Selbständiger mit einer selbstbewussten Mannschaft, das könnte dann passen.“

Gibt es Dresscodes?

Kleider machen Leute. Auch zum Outfit vor der Kamera gibt Kaczmarski Tipps: "Obwohl es in manchen Branchen, wie im Bankenwesen, eine Kleiderordnung gibt, wirkt jeder Mensch, der gut angezogen ist, automatisch kompetenter und seriöser, aber auch gepflegt und ordentlich. Das ist im Prinzip das, was jeder Arbeitgeber sehen möchte.“ Hemd, Hose, Sakko oder Bluse und Blazer sollten auf alle Fälle gebügelt sein. Denn wenn man sich auf dem Foto unordentlich präsentiert, denkt der potenzielle Arbeitgeber unbewusst, dass dem Bewerber nicht wichtig ist, für das Unternehmen zu arbeiten. 

Der Fotograf rät auch zum Mut zur Farbe: „Bitte nicht immer nur dunkles Sakko und weißes Hemd oder dunklen Blazer und weiße Bluse tragen.“ Letztendlich will man sich mit einem Bewerbungsfoto von anderen Bewerbern abheben.“ Oft sind sich Menschen unsicher, ob sie hellere Farben tragen sollen. „Dass das Wunder wirkt, stellen wir fast täglich fest“, weiß der erfahrene Fotoexperte, „ein Mensch wirkt auf einem Foto ganz anders, wenn er helle Farben trägt.“

Er fügt hinzu: "Oft sind sich Menschen unsicher, ob sie hellere Farben tragen sollen. Dass das Wunder wirkt, stellen wir fast täglich fest. Ein Mensch wirkt auf einem Foto ganz anders, wenn er helle Farben trägt.“

Welche Rolle spielt der Hintergrund?

Kaczmarski fertigt 90 Prozent der Bewerbungsfotos im Studio an, nicht Outdoor. „Im Studio hat man zum Beispiel den Vorteil, sich mehrere Male umziehen zu können“, so der Fotograf. Um Abwechslung in die Bewerbungsbilder zu bringen, gibt es ausreichend fotorealistische Hintergründe. Es muss nicht immer die weiße oder graue Leinwand sein. Wichtig ist aber, dass der Hintergrund nicht dominiert.

Amazon-Buchtipp: Das Posing-Handbuch - der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß

Auch bei den nur scheinbar unwichtigen Details im Hintergrund gibt es Trends. Derzeit modern ist eine Umgebung, die man im Prinzip auch von Business- oder Modefotos kennt. „Im Moment werden oft Hintergründe mit Glaselementen, Betonwänden, schönen Innenräumen oder Teilen von modernen Gebäuden bevorzugt“, weiß der Fotograf. Das sei aber sehr von der Branche der Kunden abhängig.

Auch abstrakte Hintergründe mit schönem Bokeh liegen im Trend. Das sind weiche, leicht unscharfe Hintergründe. „Einfache Verläufe oder monochromatische Hintergründe werden von unseren Kunden oft als langweilig und altmodisch angesehen. Deshalb machen wir es nur noch, wenn der Kunde es unbedingt will“, weiß der Fotograf aus der Praxis. No-Gos sind Wälder, Straßen oder Skylines, die eher an einen 80er-Jahre-Partykeller erinnern, als an ein modernes Bewerbungsfoto.

Du interessiert dich für Foto-Themen? Dann haben wir hier die besten Instagram-Locations in Franken für dich.

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegenzulassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.

Verwandte Artikel