-- ANZEIGE --

Neustart als Quereinsteiger

Die Pflegebranche bietet Quereinsteigern vielversprechende Optionen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Fotolia/Halfpoint
Foto: Fotolia/Halfpoint

Wer kennt es nicht: Man plant die Zukunft, doch manchmal kommt es ganz anders. Diese Erfahrung macht so mancher auch in Hinsicht auf seine beruflichen Pläne, denn das Leben verläuft nicht immer nach Plan. Es können unvorhergesehene Geschehnisse eintreten, die ein Umdenken und eine Neuorientierung notwendig machen. Häufig ist ein kompletter Neustart als Quereinsteiger in einem ganz neuen Fachgebiet sinnvoll.

Als Quereinsteiger gelten zum Beispiel Wiedereinsteiger nach Elternzeit, Auslandsaufenthalt, Auszeit oder ähnlichem oder Umsteiger aus einer anderen Branche, sei es aufgrund eines Unfalls, schlechter wirtschaftlicher Lage oder aus persönlichen Gründen. Besonders in der Pflegebranche bietet sich ein Quereinstieg an, da dort händeringend nach Personal gesucht wird. Nichtsdestotrotz benötigt man natürlich auch für den Quereinstieg gewisse Kompetenzen und Qualifikationen.

Qualifizierungsmaßnahmen für Quereinsteiger

Ein Bereich, in dem eigentlich immer neue Mitarbeiter gesucht werden, ist die ambulante Pflege. Wer als Pflegehelfer tätig sein möchte, der sollte einen Pflegebasiskurs absolvieren. Die Grundqualifizierung wird zum Beispiel vom Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe oder dem Malteser Hilfsdienst angeboten. Ein solcher Kurs umfasst 110 bis 300 Stunden und es fallen Kosten an. Um mobil zu sein, sollte man außerdem über einen Führerschein verfügen. Besonders in Ballungszentren ist die Nachfrage nach ambulanter Pflege sehr hoch.

Eine weitere Option ist eine Tätigkeit als Betreuungsassistent für Demenzkranke. Dafür wird eine spezielle Ausbildung absolviert, die wenige Wochen dauert. Gern gesehen sind jedoch Bewerber, die zuvor bereits den Pflegebasiskurs absolviert haben. Als Heilerziehungshelfer wiederum arbeitet man vorrangig mit behinderten Menschen. Die Arbeit ist sowohl physisch als auch psychisch sehr anspruchsvoll. Auch in diesem Berufsfeld muss man eine spezielle Ausbildung absolvieren, es werden jedoch besonders gerne Personen eingestellt, die bereits Erfahrungen im Pflegebereich haben, da eine solche Tätigkeit viele Herausforderungen mit sich bringt.

Wer Volljährige unterstützen möchte, die aufgrund einer Erkrankung oder ähnlichem nicht in der Lage sind, ihre Angelegenheiten selber zu regeln, für den ist eine Tätigkeit als gesetzlicher Betreuer eine Option. Ein solcher Betreuer wird vom Vormundschaftsgericht bestellt. Dafür kann man sich bei den regionalen Behörden wie dem Jugendamt oder dem Gesundheitsamt registrieren lassen. Es ist keine gesonderte Ausbildung notwendig, man sollte sich jedoch in Rechts- und Verfahrensfragen auskennen, daher sind juristische Erfahrungen von Vorteil.

Berufliche Ausbildung als Türöffner

Die bisher genannten Optionen sind nicht mit einer vollwertigen Berufsausbildung gleichzusetzen, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sie mit deutlich verkürzten Aus- und Weiterbildungszeiten einhergehen. Die Kurse sind nicht staatlich anerkannt, sodass sie auch nicht tariflich vergütet werden. Allerdings muss man sich als Quereinsteiger vor einer regulären Ausbildung in der Pflege nicht fürchten. Auch ältere Auszubildende sind gern gesehen und in den Betrieben herzlich willkommen. Viele Unternehmen im Pflegebereich weisen zum Beispiel auf ihren Internetpräsenzen explizit auf die Möglichkeiten der Ausbildung für Quereinsteiger hin.

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung bieten sich noch mehr Optionen. So kann man zum Beispiel als Altenpfleger oder als Gesundheits- und Krankenpfleger tätig sein. Außerdem bietet eine reguläre Ausbildung eine gute Basis für eine gesicherte Zukunft in der Pflege. Darüber hinaus ist natürlich auch der Verdienst höher.

Große Nachfrage an Pflegekräften

Da aktuell ein großer Fachkräftemangel in vielen Pflegebereichen herrscht, werden einige Aus- und Weiterbildungen besonders von der Agentur für Arbeit unterstützt und gefördert. So werden zum Beispiel oft die Kosten für den Pflegebasiskurs übernommen. Besonders stark ist der Mangel an Fachkräften in der Altenpflege, hier ist in ganz Deutschland ein Engpass festzustellen.

Anna Traut

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.