Anzeige

Lernen an zwei Orten

Die duale Berufsausbildung verbindet die Praxis im Betrieb mit der theoretischen Ausbildung in der Schule
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Monkey Business - stock.adobe.com
Foto: Monkey Business - stock.adobe.com

Ist der Schulabschluss nach jahrelangem Lernen endlich geschafft, steht man meist vor der Frage, was man danach machen möchte. Eine Möglichkeit ist das Absolvieren einer dualen Berufsausbildung.

Die duale Berufsausbildung, auch betriebliche Ausbildung genannt, ist bei vielen Jugendlichen nach dem Schulabschluss sehr gefragt. Aktuell gibt es 326 Ausbildungsberufe in den unterschiedlichsten Bereichen. Vom Maler bis zum Einzelhandelskaufmann bietet die duale Ausbildung für fast jeden Berufswunsch eine passende Lehre.

Unterschiedliche Lernorte

Das Besondere an der dualen Berufsausbildung ist die Kombination aus praktischer und theoretischer Ausbildung. In der Regel findet die praktische Ausbildung an drei bis vier Tagen wöchentlich im Betrieb statt, während der Rest der Woche in der Berufsschule verbracht wird. Alternativ kann die schulische Ausbildung auch im sogenannten Blockunterricht stattfinden. Dabei ist der Auszubildende abwechselnd mehrere Wochen am Stück im Betrieb und darauffolgend in der Berufsschule.

Die Dauer der dualen Berufsausbildung beträgt zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahre. Dabei sind auch der Schulabschluss und die Leistungen während der Ausbildung ausschlaggebend, da sie eine Ausbildung entweder verlängern oder verkürzen können. Eine formale Zugangsvoraussetzung für die duale Ausbildung gibt es nicht, somit steht sie weitestgehend jedem offen. Manche Betriebe verlangen jedoch einen bestimmten Schulabschluss oder gute Noten in bestimmten Fächern.

Rechtliche Regelungen

Das Gehalt der Azubis steigt jährlich mit dem Aufstieg ins nächste Ausbildungsjahr. Es liegt im Durchschnitt im ersten Jahr zwischen 250 und 950 Euro. Bei einem abgeschlossenen Tarifvertrag, der zwischen dem Arbeitgeber und der Gewerkschaft läuft, ist die Höhe der Löhne höher. Die kompletten Kosten der Ausbildung werden vom jeweiligen Betrieb übernommen. Dafür haben die Azubis allerdings auch einige Pflichten zu erfüllen. Dazu gehört beispielsweise der Besuch der Berufsschule, da sie extra dafür vom Betrieb freigestellt werden. Dies ist aber auch wichtig, da die schulische Ausbildung zeitlich und inhaltlich den Handlungskompetenzen der betrieblichen Ausbildung angepasst wird. Weitere Rechte und Pflichten sind im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgehalten.

Da Azubis nach der Ausbildung in jedem Betrieb in ganz Deutschland arbeiten können sollen, gewährleistet die Ausbildungsordnung bundesweit einheitliche Regelungen. So wird sichergestellt, dass beispielsweise Maler aus Bayern nach der Ausbildung die gleichen Qualifikationen und Fähigkeiten besitzt wie Maler aus anderen Bundesländern.

Vertrag und Prüfungen

Vor dem Beginn der Ausbildung steht die Unterschrift auf dem Ausbildungsvertrag. Dieser regelt grundsätzliche Dinge wie die Dauer, den Beginn und das Ende der Ausbildung sowie die Höhe der Ausbildungsvergütung. Aber auch die Probezeit, der Urlaubsanspruch und die Ausbildungsinhalte sind darin festgelegt.

Hat die Ausbildung begonnen, steht der Azubi im Laufe der Zeit vor vielen Prüfungen. Jedoch sind zwei von ihnen besonders wichtig: Die Zwischenprüfung, die in der Mitte der Ausbildung abgelegt wird, prüft, wie die Fortschritte und der jeweilige Stand des Azubis sind. Geht die Ausbildung zu Ende, müssen die Azubis noch eine Abschlussprüfung, Gesellenprüfung in Handwerksberufen, bestehen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ist man dann endlich bereit, in die Karriere zu starten. Laut der Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation (Govet) werden 74 Prozent der Azubis von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Doch auch dem Wechsel zu einem neuen Betrieb mit neuen Herausforderungen steht nichts im Wege, denn dank der gut geplanten dualen Ausbildung ist man bestens vorbereitet. Der Erwerb von fachspezifischen Kompetenzen und Qualifikationen und das praktische Lernen unter realen Arbeitsbedingungen qualifizieren jeden Azubi für weitere Bildungsmaßnahmen. Somit ist auch der Meister für Wissbegierige eine Option nach dem Ausbildungsende. Mareike Schäper

Unsere Partner
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.