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Corona-Pandemie

Besteht eine Pflicht für das Homeoffice? - Aspekte, die Sie beachten sollten

Kommt jetzt die Home-Office-Pflicht? Diese Frage stellen sich seit den neuesten Entwicklungen der Pandemie-Bekämpfung immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Alles, was Sie jetzt zum Thema Home-Office wissen sollten lesen Sie hier.
 
Kommt jetzt die Home-Office-Pflicht? Diese Frage stellen sich seit den neuesten Entwicklungen der Pandemie-Bekämpfung immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Kommt jetzt die Home-Office-Pflicht? - Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen wollten. Symbolbild: Homeoffice
  • Corona-Bekämpfung: Ab ins Home-Office?
  • Ist eine Pflicht überhaupt rechtlich möglich? 
  • Von Zuhause aus arbeiten: Auf diese Aspekte sollten Sie achten. 
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"Wenn Sie die Möglichkeit haben und es bisher noch nicht tun, arbeiten Sie im Home-Office. Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen", appellierte bereits am Freitag (15. Januar 2021) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Weiter erklärte er, dass wir alle im Kampf gegen das Coronavirus Kontakte überall dort reduzieren müssten, wo es möglich ist. Im Zuge des vorgezogenen Corona-Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Dienstag (19. Januar 2021) kam immer wieder das Thema "Home-Office-Pflicht" zur Sprache. 

"Home-Office-Pflicht": Ist das überhaupt möglich?

Doch ist eine derartige Pflicht überhaupt möglich? Vorab ist hier zu klären, dass es einen Unterschied zwischen "Home-Office" und "mobilem Arbeiten" gibt. Denn was viele unter "Home-Office" verstehen ist wahrscheinlich gar keines. "Home-Office" ist im eigentlichen Sinne Telearbeit, die einer dauerhaften Einrichtung gemäß der Arbeitsstättenverordnung bedarf. Das bedeutet, dass Ihre Firma Ihnen Zuhause einen vollwertigen Arbeitsplatz einrichtet, wie tagesschau.de erklärt. Hierbei spielt auch die Gewährleistung von Datenschutz eine große Rolle. Ist dies Zuhause überhaupt gegeben? Um das sicherzustellen, dürfte sich der Arbeitgeber im Falle von "Home-Office" auch ein eigenes Bild im Zuhause des Arbeitnehmers machen.

Bisher hat in Deutschland niemand das Recht oder die Pflicht auf "Home-Office". Eine Pflicht würde unter anderem die Unverletzlichkeit der Wohnung berühren, welche allerdings durch Artikel 13 des Grundgesetzes geschützt ist. Zudem würde durch eine Pflicht auch die verfassungsrechtlich geschützte Unternehmerfreiheit auf Arbeitgeberseite nicht mehr gewährt werden. Um eine "Home-Office-Pflicht" einzuführen, wäre ein formelles Gesetz nötig.

Das, was viele in Zeiten der Pandemie Zuhause machen, fällt unter "mobiles Arbeiten": Den Arbeitslaptop mit nach Hause nehmen und am Küchentisch arbeiten. Eine Pflicht oder ein Recht gibt es auch hier nicht, wie Business Insider berichtet. Im aktuellsten Corona-Beschluss von Bund und Ländern heißt es lediglich, dass Arbeitgeber "großzügige Home-Office-Möglichkeiten" für ihre Arbeitnehmer schaffen sollen. 

Frankreich und Belgien: Jeder, der kann, muss Zuhause arbeiten

Betrachtet man andere Länder, scheinen diese in puncto "Home-Office-Pflicht" schneller durchzugreifen: In Frankreich und Belgien gibt es seit Oktober 2020 Gesetze, dass jeder Arbeitnehmer, dem es möglich ist, von Zuhause arbeiten muss. Wer sich nicht daran hält, muss mit sehr hohen Bußgeldern rechnen. 

Würde eine "Home-Office-Pflicht" oder eine Pflicht zum "mobilen Arbeiten" überhaupt gegen die Verbreitung des Coronavirus helfen? Ja, sagen Forscher der Universität Mannheim, wie Business Insider berichtet. Eine Studie der Forscher zeigt, dass bereits ein Prozent mehr Arbeitnehmer im Home-Office die Infektionsrate um 4,5 Prozent bis 8,1 Prozent reduzieren könnte. Ein weiterer Aspekt, der hier Beachtung findet, ist der Berufsverkehr. Würden mehr Menschen von Zuhause aus arbeiten, wären die öffentlichen Verkehrsmittel weniger voll - die Wahrscheinlichkeit sich mit dem Coronavirus anzustecken würde sinken. 

Aktuell prüft die Bundesregierung laut Business Insider, ob eine Umsetzbarkeit einer "Home-Office-Pflicht" über eine Regelung im Infektionsschutzgesetz möglich wäre, wenn sie schon nicht gesetzlich festgelegt werden könnte. Aufschluss darüber wird allerdings erst der Corona-Gipfel am Dienstag (19. Januar 2021) geben. 

 

nw

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