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Gut informiert durch die Ausbildung

Die eigenen Rechte und Pflichten sollte jeder Auszubildende genau kennen.
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Foto: industrieblick - stock.adobe.com
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Als Auszubildender hat man eine Menge Pflichten, aber auch viele wichtige Rechte. Diese Rechte und Pflichten beziehen sich auf die Berufsschule, aber auch auf den Ausbildungsbetrieb und man sollte sie in jedem Fall ganz genau kennen.

Eine der wichtigsten Pflichten im Ausbildungsbetrieb ist die Verschwiegenheitspflicht. Das bedeutet, dass ein Auszubildender keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse weitergeben darf. Außerdem muss die Betriebsordnung stets befolgt werden. Gilt ein Rauchverbot oder gibt es Vorschriften, die das Tragen bestimmter Kleidung auf der Arbeit vorschreiben, so muss auch das beachtet werden. Ganz wichtig ist es, sich an die Anweisungen von weisungsberechtigten Personen zu halten. Damit Materialien, Werkzeuge und Maschinen stets einsatzbereit sind, ist es unabdingbar, dass alle Sachmittel pfleglich behandelt werden. Im Falle einer Erkrankung muss unverzüglich der Arbeitgeber über Abwesenheitszeiten informiert werden. Außerdem muss in aller Regel eine ärztliche Bescheinigung eingeholt und fristgerecht beim Arbeitgeber eingereicht werden.

Natürlich gibt es auch in puncto Berufsschule einige Pflichten. Dazu gehört zuallererst die Teilnahmepflicht. Sollte wegen einer Krankheit der Besuch der Berufsschule nicht möglich sein, so muss man ebenfalls die Berufsschule darüber informieren und eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Zudem sind Auszubildende dazu verpflichtet, an der Zwischen- sowie an der Abschlussprüfung teilzunehmen. Anderenfalls kann die Ausbildung nicht abgeschlossen werden.

Die Rechte der Auszubildenden

Neben allerlei Pflichten sollte man auch seine Rechte genauestens kennen. Als Auszubildender hat man das Recht darauf, vom Betrieb eine angemessene Vergütung zu erhalten. Außerdem muss der Betrieb angemessene und kostenlose Arbeitsmittel zur Verfügung stellen. Die Tätigkeiten im Betrieb sollten außerdem immer dem Ziel der Ausbildung entsprechen. Werden einem Arbeitsaufträge aus themenfremden Bereichen zugeteilt, so hat man das Recht, diese abzulehnen. Allerdings sollte man dabei immer gut abwägen, ob das Ablehnen eines Arbeitsauftrages wirklich eine gute Reaktion ist. Soll man nur ab und an mal eine kleinere Aufgabe für einen anderen Bereich übernehmen, so sollte man sich nicht gleich dagegen sperren. Erhält man jedoch regelmäßig sehr umfangreiche Aufgaben, die mit dem Ausbildungsziel nicht vereinbar sind, so kann man diese Problematik mit den Vorgesetzten besprechen.

Kein Anspruch auf Auslandsaufenthalt

Rechtlich gesehen hat man während der Ausbildung keinen Anspruch auf einen Auslandsaufenthalt. Viele Unternehmen bieten dies jedoch an, wenn die Firma im Ausland beispielsweise über eigene Standorte verfügt. Sollte der Ausbildungsbetrieb mit dem praktischen Auslandsaufenthalt einverstanden sein, sollte man sich diese Zusage schriftlich bestätigen lassen. Wurde die Ausbildung abgeschlossen, so besteht ein Anspruch darauf, vom Betrieb ein Zeugnis ausgestellt zu bekommen. Dieses kann entweder allgemein gehalten sein oder zudem qualifizierte Aussagen zu Themen wie der Leistung des Auszubildenden oder seinem betrieblichen Verhalten beinhalten.

Möchte man die Ausbildung nicht im aktuellen Betrieb weiterführen, so besteht eine besondere Möglichkeit der Kündigung. Sollte man mit dem Beruf oder dem Arbeitgeber nicht glücklich sein, so kann man mit einer Frist von vier Wochen das Ausbildungsverhältnis kündigen. Während der Probezeit gelten gesonderte Regelungen. Natürlich gibt es auch allgemeine Arbeitnehmergesetze und Vorschriften, wie zum Beispiel die maximal zulässige Arbeitszeit, die auch für Auszubildende greifen.

Recht auf Jugend- und Auszubildendenvertretung

Sind in einem Betrieb mindestens fünf Auszubildende beschäftigt, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder gibt es mindestens fünf Arbeitnehmer, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, so besteht die Möglichkeit, eine Jugend- und Auszubildendenvertretung ins Leben zu rufen. Dieses Recht ist im Betriebsverfassungsgesetz verankert. Die Aufgabe so einer Vertretung ist es, die Interessen der jungen Angestellten zu vertreten und bei Terminen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat die Stimme der jungen Mitarbeiter zu sein. Allerdings kann eine Jugend- und Auszubildendenvertretung nur dann zustande kommen, wenn es in dem entsprechenden Unternehmen einen Betriebsrat gibt. Anna Traut

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