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Fortbildung statt Stillstand

Im Handwerk gibt es zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
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Foto: Fotolia/Lothar Drechsel
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Als Handwerker muss man ein Leben lang die gleichen Tätigkeiten ausführen? Weit gefehlt. Die Branche bietet vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen, mit denen man seine Fähigkeiten erweitern und seinen Tätigkeitsbereich verändern kann.

Der erste Schritt in eine Handwerkskarriere ist oft die klassische Berufsausbildung. Sie ist ein toller Einstieg und vermittelt notwendige theoretische und praktische Kenntnisse. Eine solche Ausbildung kann sowohl mit als auch ohne Abitur absolviert werden. Wem dies genügt, der kann im Anschluss direkt ins Berufsleben starten. Die Ausbildung kann jedoch auch der Grundstein für weitere spannende Karriereschritte sein.

Optionen, um den eigenen Horizont zu erweitern, bieten sich bereits während der Ausbildung. Häufig bieten die Berufsschulen Weiterbildungsmöglichkeiten und Zusatzqualifikationen an, zum Beispiel im EDV- oder Fremdsprachenbereich. Was vielen nicht bewusst ist: auch Auslandsaufenthalte sind möglich. Meist finden sie in Form eines Praktikums statt, im Rahmen dessen man direkt mit anpackt. Bei der Organisation des Auslandsaufenthaltes helfen verschiedene Auslands-Programme.

Natürlich beschränken sich die Weiterbildungsmöglichkeiten nicht nur auf die Zeit während der Ausbildung. Auch wer bereits mit beiden Beinen im Berufsleben steht, kann sein Wissen stets erweitern. Über die verschiedenen Optionen kann man sich zum Beispiel bei der zuständigen Handwerkskammer informieren. Je mehr Kenntnisse und Fähigkeiten man besitzt, desto wertvoller ist man als Arbeitnehmer und kann somit die eigenen Aufstiegschancen erhöhen.

Meister, Betriebswirt & Co.

Eine weitere recht bekannte Aufstiegsmöglichkeit ist der Schritt zum Meistertitel. Damit eröffnen sich völlig neue Tätigkeitsfelder und Verdienstmöglichkeiten. Neben dem Tagesgeschäft ist man nun in der Lage, einen eigenen Betrieb zu gründen und zu führen und Nachwuchskräfte auszubilden. Es muss sich jedoch nicht jeder Handwerksmeister selbstständig machen. Auch als angestellter Meister eröffnen sich neue Tätigkeitsbereiche und attraktive Verdienstchancen. Die Voraussetzung, um die Weiterbildung zum Meister absolvieren zu können, ist eine erfolgreich bestandene Gesellenprüfung. Je nachdem, ob man in einem fachfremden Bereich den Meistertitel anstrebt oder nicht, wird auch eine gewisse Berufserfahrung verlangt.

Möglichkeiten, um sich im Handwerk auf eine kaufmännische Laufbahn zu konzentrieren, sind die Aufstiegsfortbildungen zum Fach- oder Betriebswirt. Sie legen einen praxisnahen Grundstein für leitende Tätigkeiten im Handwerksbetrieb. Viele Aufstiegsfortbildungen können übrigens mit einem Studium mithalten. Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) setzt Handwerksmeister und geprüfte kaufmännische Fachwirte auf eine Ebene mit dem akademischen Bachelortitel. Der geprüfte Betriebswirt wird sogar mit dem akademischen Mastertitel gleichgesetzt. Wem der kaufmännische Bereich nicht zusagt, dem bieten sich Alternativen, um die Karriereleiter weiter emporzusteigen: zum Beispiel die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Auch hierfür ist vorab eine abgeschlossene Berufsausbildung notwendig.

Viele Weiterbildungen sind recht teuer und müssen in der Regel aus eigener Tasche gezahlt werden. Unter Umständen kann man jedoch finanzielle Unterstützungen wie das Aufstiegs-Bafög oder diverse Stipendien in Anspruch nehmen.

Studium im Handwerk

Auch ein Studium im Handwerk ist möglich. Ein duales Studium verbindet die Theorie mit der Praxis, sodass die Studierenden nicht nur im Hörsaal, sondern auch direkt im Betrieb ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aufbauen und stets erweitern. Die Nachwuchskräfte werden so umfassend auf ihre Zukunft vorbereitet und verdienen in der Regel durch ihre praktische Tätigkeit schon während des Studiums eigenes Geld. Für ein Studium im Handwerk ist nicht unbedingt ein Abitur nötig. Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender mehrjähriger Berufserfahrung genügt in einigen Fällen als Hochschulzugangsberechtigung. In der Regel muss dann jedoch das Studium der Ausbildung fachlich ähnlich sein. Auch ein Meisterbrief kann zum Studium verhelfen. Teilweise wird er sogar mit dem Abitur gleichgesetzt, sodass es keine Einschränkungen bei der Studienwahl gibt. Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland stark, sodass man sich vorab genau informieren muss.

Wer sich direkt breit aufstellen möchte, für den bietet sich ein triales Studium an. Dieses schließt man mit einer dreifachen Qualifikation ab: mit einer Berufsausbildung, einem akademischen Bachelortitel und dem Meistertitel. Ein solches Studium dauert in der Regel 4,5 Jahre. Um dafür zugelassen zu werden, muss man neben den formalen Voraussetzungen meist einen Eignungstest bestehen. Ein Studium, egal ob dual oder trial, richtet sich überwiegend an angehende Führungskräfte im Handwerk. Anna Traut

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