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Gütersloh
Karriere und Frauen

Erschütternd: Frauen verdienen im Leben nur halb so viel wie Männer

Eine Studie belegt, dass der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern noch schlimmer als erwartet ist. Auf das gesamte Leben gerechnet ist die Lage für Frauen unterirdisch. Die Zahlen machen deutlich, dass es der Stundenlohn nicht richten kann.
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Dass Frauen noch immer für geringere Löhne als Männer arbeiten müssen, ist längst bekannt. Nun zeigt eine Studie, wie schlecht die Einkommenssituation auf ein Menschenleben gerechnet wirklich ist. Die Zahlen sind erschütternd ungerecht.
Dass Frauen noch immer für geringere Löhne als Männer arbeiten müssen, ist längst bekannt. Nun zeigt eine Studie, wie schlecht die Einkommenssituation auf ein Menschenleben gerechnet wirklich ist. Die Zahlen sind erschütternd ungerecht. Foto: energepic.com (Pexels)

Nur halb so viel wie Männer verdienen Frauen über das gesamte Erwerbsleben hinweg. Einer Studie zufolge liege das erwartete Lebenserwerbseinkommen im Westen durchschnittlich bei rund 830.000 Euro für Frauen, Männer kämen auf etwa 1,5 Millionen Euro. In Ostdeutschland sei von rund 660.000 für Frauen und knapp 1,1 Millionen Euro für Männer auszugehen. Das geht aus einer von der Bertelsmann Stiftung geförderten Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Freien Uni Berlin hervor.

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Die Zahlen machen deutlich, dass ungerechte Einkommensverhältnisse zwischen Frauen und Männern tiefer greifen als bisher gedacht. Zwar gibt es Aktionen wie den internationalen „Tag für gleiche Bezahlung“, doch der Stundenlohn allein wird diese gesellschaftliche Schieflage nicht ändern können.

Lebensumstände von Frauen mindern Einkommen

Eine vielsagende Beobachtung der Studie zeigt, dass sich bei kinderlosen Frauen die Einkünfte denen der Männer annähern. Vor allem Kinder führen entsprechend zu einer Minderung des Lebenseinkommens. Bei Müttern ist das deutlich festzustellen, aber „so gut wie gar nicht“ bei Vätern, wie es in der Studie hieß. Denn hauptsächlich Mütter nehmen Auszeiten vom Arbeitsmarkt. Zudem sei Teilzeit für Frauen im Haupterwerbsalter zwischen 30 und 50 die „dominante Erwerbsform“. Mütter, die heute Mitte 30 sind, könnten mit einem Erwerbseinkommen von 580 000 Euro (West) und 570 000 Euro (Ost) im Laufe ihres Lebens rechnen. Auch gebe es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Müttern jüngerer und älterer Jahrgänge. Alle seien gleichermaßen betroffen.

Der häufig genannte Unterschied beim Bruttostundenlohn (Gender Pay Gap) - er lag für Frauen 2019 im Schnitt um 20 Prozent niedriger als für Männer - greife zu kurz, urteilte die Stiftung laut Mitteilung. Denn damit würden nur diejenigen berücksichtigt, die zu dem Zeitpunkt aktiv im Arbeitsmarkt waren. Wie groß die Kluft im gesamten Erwerbsleben wirklich sei, werde verschleiert. Für die Studie war das Lebenserwerbseinkommen für das 20. bis 60. Lebensjahr berechnet worden, vor Steuern und Abgaben und ohne Transfers wie Eltern- oder Kindergeld. Basis sind die Daten von knapp 18.200 Personen.

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