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Corona und alle Aufträge weg: Können Selbstständige sich so noch retten?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona bedrohen schon jetzt die Existenz etlicher Menschen. Selbstständigen brechen nicht nur massenweise, sondern teils alle Aufträge weg. Auf unbestimmte Zeit. Was ihnen jetzt noch helfen kann.
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Selbstständige sind von dern wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise besonders hart getroffen. Was sie nun zu ihrer Rettung noch unternehmen können.
Selbstständige sind von dern wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise besonders hart getroffen. Was sie nun zu ihrer Rettung noch unternehmen können. Foto: Jens Kalaene dpa, Zentralbild dpa-tmn

Buchläden, Boutiquen, Restaurants müssen schließen, Künstler und Musiker haben keine Auftrittsmöglichkeiten mehr. Die Corona-Krise trifft besonders viele Selbstständige hart. Was können Betroffene tun?

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Wie lange können Zahlungen erfolgen – Liquidität kennen

Bevor Hilfszahlungen und schnelle Kredite vom Gesetzgeber unter Umständen ankommen, vergeht eine lange Zeit. Für manche ist das schon das finanzielle Aus, da sie in ihren Berufen kaum in der Lage sind, Rücklagen zu bilden und von Auftrag zu Auftrag wirtschaften müssen.

Der erste und wichtigste Schritt in der derzeitigen Krise lautet darum: Liquiditätsplan erstellen. Das rät Andreas Lutz, Vorsitzender im Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD). Der Plan stellt sicher, dass die eigene finanzielle Situation exakt beziffert ist: „Was geht ein, was geht raus und wie lange kann ich ohne Aufträge überleben?“ Auf diese Weise müssten betroffene Selbstständige jetzt versuchen, ihre Kontoauszüge für die kommenden Monate vorauszuplanen.

Ausgaben steuern – Kosten senken

Was viele nicht berücksichtigen: Laufende Ausgaben lassen sich senken oder aussetzen. „Viele Selbstständige haben Büroräume, Praxen, Ladenflächen oder etwa einen Pkw. Dafür laufen die Miete und Leasingrate weiter“, sagt Lutz. Er rät Selbstständigen, mit dem Vermieter zu sprechen und die aktuelle Situation zu erklären. „Vielleicht lässt der Vermieter mit sich reden, und setzt die Miete für einige Zeit aus.“

Wer von der Krise unmittelbar betroffen ist, sollte außerdem seine Sozialversicherungsbeiträge anpassen lassen. Gesetzliche Krankenkassen setzen die Beiträge für freiwillig Versicherte herab, wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird, erklärt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Es gibt Krankenkassen, die den Beitrag bei entsprechendem Nachweis sogar vorübergehend auf Null senken“, sagt Lutz.

Betroffene Selbstständige sollten Lutz zufolge außerdem aufgrund der anstehenden Verluste beim zuständigen Finanzamt ihre Vorauszahlungen herabsetzen oder ganz aussetzen lassen.

Zuschüsse beantragen: Schnelligkeit gewinnt

Selbst wenn aktuell Hilfsprogramme von staatlicher Seite erst anlaufen, können Selbstständige bereits aktiv werden. Lutz rät, alles im Detail zu dokumentieren: Welche Kunden oder Klienten sagen wann ab, was geht verloren, wie hoch sind die Beträge? „Wer all das direkt vorbereitet, kann es so früh wie möglich mitschicken, wenn es darum geht, Hilfen zu beantragen.“

Denn wenn bekanntgegeben wird, welche Hilfsangebote bestehen, sollte man Lutz zufolge schnell reagieren. „Der Antrag soll ja nicht ganz unten im Stapel liegen, das muss dann auch erst einmal alles abgearbeitet werden.“

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